Sicherheitsbericht 2019 für die Landeshauptstadt

Sicherheitsbericht
Sicherheitsbericht

Auch wenn man im Netz das Gefühl vermittelt bekommt das Linden-Limmer immer gefährlicher wird sehen die offiziellen Zahlen anderes aus. Die Raubdelikte haben sich von 2014 bis 2018 nahezu halbiert. Auch beim Diebstahl ist ein starker Rückgang in allen Bereichen zu verzeichen. Und sogar bei Sachbeschädigungen ist die Statistik rückläufig.

Nur beim Thema Rauschgift und Körperverletzung sieht es nicht so gut aus. Hier sind die Zahlen im Laufe der Jahre ähnlich hoch geblieben. Wobei unter den Bereich Rauschgift der Besitz von Rauschgift als Delikt fast 80% ausmacht. Also nur ein kleiner Teil auf sogenannte Handelsdelikte zurückzuführen ist.

Im Bereich Ordnungswidrigkeiten der Stadt Hannover macht der ruhende Verkehr gut ein Drittel der Fälle aus. Lässt man den Verkehr außen vor macht das öffentliche Urinieren das Rennen. Fast drei Viertel aller restlichen Ordnungswidrigkeiten fallen hier drunter.

Straftaten in Hannover Linden-Limmer

20142015201620172018
Limmer766888816766697
Linden-Nord1.9631.8361.9681.6241.468
Linden-Mitte2.0662.1132.2972.0921.804
Linden-Süd1.6151.5821.6041.3931.196
Stadtbezirk6.4106.4196.6855.8755.165
Hannover79.28684.12683.89077.88670.212

Kriminalitätsgeschehen im Stadtbezirk Linden-Limmer

Im Stadtbezirk Linden-Limmer ist ein deutlicher Rückgang der Fallzahlen zu verzeichnen, von 5.875 Taten in 2017 auf 5.165 Taten in 2018. Dabei ist besonders der Rückgang im Bereich der Diebstähle (-359 Taten) auffällig.

Durchschnittlich wurden im Stadtbezirk Linden-Limmer von 2014 bis 2018 jedes Jahr rund 6.110 Straftaten registriert.
Etwa 1/3 der Taten entfiel auf den Stadtteil Linden-Mitte. In Linden-Nord wurden mit 1.468 Taten im Jahr 2018 etwas weniger angezeigt. Es folgen die Stadtteile Linden-Süd (1.196 Taten) und Limmer (697 Taten).

Das Kriminalitätsgeschehen verhielt sich damit nicht konkludent zu den Einwohnerzahlen: In Linden-Mitte wohnen mit Stand vom 31.12.2017 4.202 Menschen weniger als in Linden-Nord. Allerdings ließen sich deliktspezifische Unterschiede für die einzelnen Stadtteile feststellen. Körperverletzungen und Rauschgiftdelikte wurden am häufigsten in Linden-Nord zur Anzeige gebracht. In Linden-Mitte gab es die meisten Diebstähle und Sachbeschädigungen.

Im Allgemeinen sind sowohl die Raubstraftaten als auch die Körperverletzungen im Betrachtungszeitraum leicht rückläufig.

Für den Stadtbezirk Linden-Limmer betrug die Zahl der Raubtaten durchschnittlich 49 pro Jahr. Die Zahl angezeigter Körperverletzungen lag bei durchschnittlich 558 jährlich. Für beide Bereiche waren die Fallzahlen im Stadtteil Linden-Nord am höchsten (durchschnittlich 16 Raub- und rund 184 Körperverletzungsdelikte pro Jahr). Als örtliche Schwerpunkte konnten Tatorte entlang der Limmerstraße und rund um das Faustgelände ausgemacht werden.

Im Deliktsbereich der Sachbeschädigung sind die Fallzahlen nach dem sinkenden Trend im Jahr 2017 im Jahr 2018 wieder leicht gestiegen. Von den durchschnittlich 786 angezeigten Taten im Jahr entfiel die Mehrzahl auf den Stadtteil Linden-Mitte (durchschnittlich 280 jährlich).

Durchschnittlich wurden im Stadtbezirk Linden-Limmer jährlich 2.141 Diebstahlsdelikte zur Anzeige gebracht, dabei weisen die Fallzahlen einen deutlichen Rückgang auf (2.010 Taten/2017; 1.651 Taten/2018), dabei konnte jeder dritte Diebstahl aufgeklärt werden. Die meisten Diebstähle wurden in Linden-Mitte angezeigt (durchschnittlich 728 Taten).
Der Schwerpunkt der Diebstähle lag in diesem Stadtteil vor allem im Bereich der Fahrraddiebstähle und der Diebstähle an/aus Kraftfahrzeugen. So entfielen von durchschnittlich 407 im Stadtbezirk angezeigten Fahrraddiebstählen durchschnittlich 133 auf den Stadtteil Linden-Mitte.

Von den durchschnittlich 223 registrierten Diebstählen an/aus Kraftfahrzeugen im Stadtbezirk wurden jedes Jahr im Schnitt 82 Taten dem Stadtteil Linden-Mitte zugeordnet. Vor allem festeingebaute Navigationsgeräte wurden aus den tatbetroffenen Fahrzeugen entwendet.

Bei den Rauschgiftdelikten sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigende Fallzahlen zu verzeichnen. Die im Vergleich zu den anderen Stadtteilen relativ niedrige Aufklärungsquote im Stadtteil Linden-Nord lässt sich durch Betäubungsmittelfunde von Rauschgifthunden erklären, bei denen kein Täter ermittelt werden konnte.

Bilanz der Landeshauptstadt Hannover für Linden-Limmer

(Städtischer Ordnungsdienst, Zeitraum Juli bis Dezember 2018):

Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit war der Städtische Ordnungsdienst im Stadtbezirk Linden-Limmer im Bereich des Küchengartenplatzes, der Limmerstraße und den anliegenden Seitenstraßen regelmäßig auf Kontrollgängen unterwegs.

Aufgrund der Beschwerdelage (Ruhestörung und Müll durch Partytourismus bzw. der Skaterszene) wurde Kontakt zum Stadtbezirksmanagment, der Polizeiinspektion Hannover-West und den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern des Karl-Lemmermann-Hauses aufgenommen, um ein abgestimmtes Vorgehen umzusetzen.

Des Weiteren wurde das Peter-Fechter-Ufer, das Ihmeufer, die Umgebung des Strandbads, die Dornröschenbrücke und die Umgebung des Faust-Geländes in die regelmäßigen Kontrollgänge mit einbezogen. Insbesondere die Straßen die in nördlicher Richtung von der Limmerstraße abzweigen, bildeten einen Schwerpunkt der Kontrolltätigkeit.

Außerdem wurde Hinweisen über vermutete zu weitläufige und/oder nicht angemeldete Außenbestuhlung der ansässigen Gastronomie nachgegangen.

Neben den routinemäßigen Kontrollen war der Ordnungsdienst auch im Rahmen von Veranstaltungen (Straßenfeste, Konzerte, Festivals) im Stadtteil präsent.

Ergänzend zur Tätigkeit des städtischen Ordnungsdienstes wurde auch im Jahr 2018 wieder eine private Sicherheitsstreife im Bereich der Limmerstraße und den angrenzenden Straßen und Plätzen zur Vermittlung von Regeln zum Verhalten im öffentlichen Raum eingesetzt.

Bildnachweis: Stadt Hannover