Fössefeldfriedhof – Der historische Militärfriedhof in Limmer

Grabsteine auf dem Fössefeldfriedhof
Grabsteine auf dem Fössefeldfriedhof

Neben dem Lindener Bergfriedhof ist der zwischen Westschnellweg, Limmerstraße und Fössebad gelegene Fössefeldfriedhof eine weitere denkmalgeschütze Friedhofsanlage im Stadtbezirk. Der im 19. Jahrhundert angelegte ehemaliger Militärfriedhof hat einige Überraschungen zu bieten. Auf dem Friedhof wurden nicht nur Soldaten des 1. und 2. Weltkrieges sowie später auch Privatpersonen beerdigt, sondern ebenfalls Deserteure, Wehrkraftzersetzer und durch Suizid aus dem Leben geschiedene Wehrmachtsoldaten. Auch ca. 300 Soldaten der Alliierten waren hier zeitweilig beigesetzt.

Der Friedhof wurde als „Garnisonsfriedhof“ 1865 eröffnet, ein Jahr, bevor das Königreich Hannover nach der Schlacht bei Langensalza von Preußen als Provinz vereinnahmt wurde. Seine erste gesamtdeutsche Bedeutung erhielt er als Begräbnisstätte für Gefallenen des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 aus der Garnison Hannover.

Auch im und nach dem ersten Weltkrieg fanden viele Gefallene in Limmer ihre letzte Ruhestätte. Die Sterbedaten reichen bis weit in die 1920er Jahre. Hierbei wird es sich um Schwerverwundete und Versehrte gehandelt haben, die noch Jahre nach Ende des Krieges in umliegenden Lazaretten behandelt wurden und dort verstorben sind.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Friedhof zur Zeit der Weimarer Republik um 1920 um die nördliche Fläche erweitert und mit einer neuen Kapelle ausgestattet.

 

 

Die nächsten Soldatengräber kamen während des zweiten Weltkriegs dazu. In vielen Fällen dürfte es sich um Verstorbene aus den hannoverschen Lazaretten gehandelt haben, die nicht in ihre Heimatorte überführt worden sind. Neben den 305 Wehrmachtssoldaten wurden hier auch mindestens 268 ausländische Kriegstote beigesetzt.

Am 9. Mai 2015 wurde auf dem Stadteilfriedhof Fössefeld das Denkmal „Ungehorsam 1933-1945“ enthüllt. Es ist den Soldaten des Zweiten Weltkriegs gewidmet, die wegen Desertion, Kriegsverrat, Sabotage oder sogenannter Wehrkraftzersetzung in Hannover hingerichtet wurden und stammt von Almut und Hans-Jürgen Breuste.

Ein besonderes Highlight auf dem Fössefeldfriedhof in Limmer ist die Blütezeit im Frühjahr. Im Laufe des April ist das weiße Blütenmeer der Bäume ein wunderbarer Anblick.

Mehr zur Geschichte des Friedhofes ist auch im Lindenspiegel zu lesen:

 

Bildnachweis: Achim Brandau

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