Solidarische Für- und Vorsorge gegen den Kollaps

Treffpunkt Selmastraße 4
Treffpunkt Selmastraße 4

Seit 2017 treffen sich in Hannover Aktivist*innen, die gemeinsam Vorbereitungen für den gesellschaftlichen und ökologischen Zusammenbruch treffen wollen. Ihr Hauptquartier ist die „ruine hq“  , ein Raum für Kunst und Kultur in der ruinierten Gegenwart in Linden-Nord.  Im Juli soll die erste Zeitschrift erscheinen.

Sie sind überzeugt, dass gesellschaftlicher Zusammenbruch und ökologischer Kollaps national und international bevorstehen und glauben nicht, dass Staat und Behörden allein diese Katastrophen noch verhindern können. Aktivist*innen wie Sebastian wollen deshalb vertrauensvolle Netzwerke für Alle in den Stadtteilen aufbauen, um sich gemeinschaftliche auf Krisen vorzubereiten und eine neue Welt gestalten zu können. Denn: Wenn aus Klimawandel-bedingter Wasserknappheit  dauerhafte Trinkwassergefährdung, extreme Kältewinter und Sommerdürren werden, braucht es neue Kompetenzen im Alltag. „Wie handeln wir, wenn alles, was wir für selbstverständlich halten, nicht mehr funktioniert?“, heißt es in einem aktuellen Aufruf von ruine hq.

Solidarische Für- und Vorsorge

Solidarisch in Linden
Solidarisch in Linden

„Wir wollen mit Interessierten in einen tiefen Austausch zu unserer auseinanderfallenden Welt gehen, konkrete Vorsorgemöglichkeiten für kommende Krisen suchen und praktische Dinge lernen“, sagt der 48-Jährige. Mit Vorträgen, Werkstätten und Diskussionsrunden will die Gruppe Interessierten Anregungen geben, sich mit dem Konzept der solidarischer Für- und Vorsorge (sofvro) auf kommende Krisen und Katastrophen praktisch und theoretisch auseinanderzusetzen.

„Wir sprechen bewusst von sofvro, weil bekannte Schlagworte wie solidarisches Preppern oder Kollapsbewegung häufig vorschnell nur mit der Klimabewegung verbunden werden.“ Den Aktivist*innen aus der Selmastraße geht es um ein möglichst breites und vertrauensvolles Wissens- und Partnernetzwerk. Deshalb sprechen sie Akteure der Solidarischen Landwirtschaft, aus Umwelt- und Klimagruppen, Kunst und Kultur, dem Kollaps Café Hannover aber auch Mitglieder des Bündnisses gegen Rechtsextremismus an.

Mit einer neuen Zeitschrift wollen sie nun ab Juli in Hannover Flagge zeigen und eine weitere Austauschplattform für öffentliche Debatten und Mitmach-Projekte schaffen. Interessierte können an den für die Erstausgabe noch geplanten öffentlichen Redaktionssitzungen teilnehmen – am 12. Mai 2026 von 15.00 bis 18.00 Uhr oder am 19. Juni von 19.00 bis 21.00 Uhr. Die Sitzungen finden in der Selmastraße 4 statt.

Bildnachweis: Katharina Kümpel, ruine hq

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