Aus einer vernachlässigten Fläche soll ein attraktiver Treffpunkt werden: Für den kleinen Stadtplatz an der Ecke Charlottenstraße/Wesselstraße in Linden-Süd gibt es inzwischen konkrete Gestaltungsideen. Am Donnerstag (5. November) stellte der städtische Fachbereich Umwelt und Stadtgrün auf Einladung des Stadtteilforums Linden-Süd vier überarbeitete Planungsvorschläge vor. Rund 25 Bürger kamen zusammen, um über die Zukunft des Platzes zu diskutieren und eigene Vorstellungen einzubringen.
Bereits im Dezember 2025 hatte der Stadtbezirksrat Linden-Limmer einstimmig beschlossen, die bislang wenig einladende Fläche aufzuwerten. Der Antrag ging auf Thomas Ganskow von der Gruppe LINKE und PIRATEN zurück. Seitdem beschäftigt sich die Stadtverwaltung mit der Frage, wie aus dem Platz, der in der Vergangenheit immer wieder durch illegale Müllablagerungen aufgefallen war, ein ansprechender Aufenthaltsort werden kann.
Bürgerbeteiligung statt fertiger Planung
Wie Bürgerbeteiligung auf Stadtteilebene funktionieren kann, zeigte die Veranstaltung des Stadtteilforums Linden-Süd. Statt den Anwohnern einen fertigen Entwurf zu präsentieren, stellte der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün vier mögliche Gestaltungsvarianten zur Diskussion. Grundlage waren unter anderem die Anregungen aus einer ersten Beteiligungsrunde am 3. September 2026. Die damaligen Vorschläge wurden von der Verwaltung aufgegriffen und in die aktualisierten Planungen eingearbeitet. Auch diesmal konnten alle Anwesenden mitreden, Fragen stellen, Kritik äußern und eigene Ideen einbringen. Damit haben die Menschen, die den Platz täglich erleben und nutzen, die Möglichkeit, seine künftige Gestaltung mitzubestimmen.
Bei der Neugestaltung gibt es allerdings einige Schwierigkeiten. Die Fläche gilt als Kampfmittelverdachtsfläche aus dem Zweiten Weltkrieg. Zudem wurden dort in der Vergangenheit Trümmer und Bauschutt vergraben. Das schränkt die Möglichkeiten für bauliche Veränderungen erheblich ein. Insbesondere tiefere Erdarbeiten sollen möglichst vermieden werden. Nicht jede gestalterische Idee lässt sich deshalb ohne Weiteres verwirklichen. Hinzu kommt der Zustand der vorhandenen Bäume. Mehrere sind so stark geschädigt, dass sie ausgetauscht werden müssen. Bei der weiteren Planung spielt deshalb auch die künftige Begrünung eine wichtige Rolle.
Mehr Aufenthaltsqualität und keine versteckten Ecken
Im Mittelpunkt der Überlegungen steht eine offene, übersichtliche Platzgestaltung. Versteckte Ecken sollen vermieden werden. Stattdessen soll eine Fläche entstehen, auf der sich Menschen gerne aufhalten und die zugleich weniger Möglichkeiten für illegale Müllablagerungen bietet. Vorgesehen ist unter anderem eine niedrige Mauer mit Sitzauflage, die künftig als Sitzgelegenheit dienen könnte. Gleichzeitig soll möglichst wenig Fläche versiegelt werden. Grünflächen und eine ansprechende Bepflanzung sollen das Erscheinungsbild verbessern.
Damit greift die Planung wesentliche Ziele auf, die bereits im Freiflächenkatalog Linden-Süd formuliert wurden: mehr Aufenthaltsqualität, ökologische Verbesserungen und eine sinnvollere Nutzung öffentlicher Flächen.
Der Handlungsbedarf ist offensichtlich. In der Vergangenheit wurden auf dem Platz immer wieder ausrangierte Möbel, Elektrogeräte und anderer Unrat abgestellt. Die Hoffnung ist, dass eine offenere und attraktivere Gestaltung dieser Entwicklung entgegenwirkt.
Umgestaltung soll 2027 beginnen
Nach dem bisherigen Zeitplan soll die Umgestaltung im Jahr 2027 beginnen. Bis dahin müssen die Anregungen aus der Bürgerbeteiligung ausgewertet und die Planungen weiter konkretisiert werden. Auch die besonderen Bedingungen des Untergrunds sind dabei zu berücksichtigen. Mit der erneuten Beteiligungsveranstaltung ist die Neugestaltung des kleinen Stadtplatzes einen weiteren Schritt vorangekommen. Zugleich zeigt das Verfahren, dass Stadtentwicklung nicht allein in Verwaltungsbüros stattfinden muss. Die Anwohner können ihre Erfahrungen und Wünsche unmittelbar in die Planung einbringen.



das is ja mal’ne suuuper idee…🌳👍🌻
aber WiE (!!!) wird denn mit der begrünung verhindert, dass (nachts) dort u.a.weisse transporter kurz halten, um ihren illegalen sperrmüll zu entsorgen…??? 🤔
(mit video-überwachung?)
Das Problem wird nicht beseitigt, es wird leider nur verlagert.
In Hannover gibt es noch weitere Orte, an denen Müll einfach auf die Straße gestellt wird, ohne dass auch dessen Abholung organisiert wurde. Erst wenn die Verursacher ausfindig gemacht werden kann man das Problem lösen.
genau:
es muss heissen problemBÜRGER nich:
problemFLÄCHE…!!! 😉