Kulturzentrum Faust: „… ein offenes Haus für die Menschen!“

Faust_feiert_35. Geburtstag: Das_Orga-Team auf_der_Pressekonferenz am 28.04.2026
Faust feiert 35. Geburtstag: Das Orga-Team auf der Pressekonferenz am 28.04.2026

Im sonnigen Biergarten Gretchen hat das Faust-Orga-Team am 28. April 2026 zum 35-jährigen Jubiläum des Kulturzentrums geplante Veranstaltungen und programmatische Neuigkeiten präsentiert. „35 Jahre Faust – dieses Jubiläum ist für uns auch ein Auftrag. Wir haben einen großen Generationenwechsel vollzogen und mit der Pandemie und den finanziellen Kürzungen in meiner Amtszeit einige schwere Phasen gehabt, aber wir haben ein tolles Team und mehr Ideen als je zuvor. Vor allem aber feiern wir uns auch für das, was wir immer schon waren: ein offenes Haus für alle Menschen“, schilderte Faust-Geschäftsführerin Luna Jurado: „Wir sind auch nach 35 Jahren weit mehr als nur ein Club – wir sind ein Ort für die Menschen!“

KiezKultur-Festival, SLAM 2026 und tanzRAUM

Das große Faust Jubiläum soll am Samstag, dem 12. September 2026, mit einem „All Areas-Festival“ auf dem ganzen Gelände begangen werden. „Wir feiern so wie es unseren Stärken entspricht, mit ganz viel Kultur!“, sagte Jurado. 2026 halte weitere Groß-Events und Jubiläen bereit, zum Beispiel das fünfte KiezKultur-Festival am 9. und 10. Oktober 2026: „Wir versuchen, ein bisschen, das Reeperbahn-Festival Hannovers zu sein, vernetzen die lokale mit der überregionalen Musikbranche und präsentieren dabei Newcomer*innen, die das Potenzial haben, in den nächsten Jahren als Hauptact auf der Bühne zu stehen“, so Nina Lehmann vom KiezKultur-Team.

Ein weiteres Highlight findet kurz zuvor statt: Beim SLAM 2026, den deutschsprachigen Meister*innenschaften im Poetry Slam, wird Hannover vom 23. bis 26. September zum Hotspot der deutschsprachigen Poetry Slam-Szene. Neben den Spielstätten in der Warenannahme, der 60er-Jahre Halle und dem Tango Milieu werden die Räumlichkeiten der Faust auch als Ort für Workshops, Meetings und Aftershow-Events genutzt und so zum Schauplatz des größten Szene-Treffens im deutschsprachigen Raum, erläuterte Mitorganisator Matti Linke. „Die Faust wird 35 und ich bin nur ein paar Jahre jünger. Vom feiernden Teenager zum Bühnenkünstler und nun zum Organisator von Kulturveranstaltungen!“

Neuigkeiten gab es auch aus dem in der ehemaligen Kunsthalle eingerichteten „tanzRAUM“. Luna Jurado berichtete, dass der Raum eine sehr hohe Nachfrage erfährt und dass die langjährige gute Kooperation mit Felix Landerer fortgesetzt wird, dass aber auch neue Wege gegangen werden. Cara Rother vom Tanznetz Niedersachsen erläuterte die aktuelle Kooperation zwischen Tanzpunkt Hannover, TanzKOOP Braunschweig und dem Landesverband Darstellende Künste Niedersachsen: „Wir freuen uns, gemeinsam mit der Faust weitere Synergieeffekte zu schaffen und neuen Raum für die künstlerische Praxis von Tanzschaffenden zu bieten Ein starkes Zeichen für die Tanzszene!“

Café „Lieschen“ und Bündnis „Investieren statt kaputtsparen“

Biergarten Gretchen
Biergarten Gretchen

Cosma Jo Gagelmann aus dem Faust-Booking-Team überraschte mit der Ankündigung, dass die Faust wieder die Gastronomie in seinem Café übernehmen wird, wobei sie betont, dass es keine Rückkehr zum Tagesbetrieb geben werde, sondern eine Eigenbewirtschaftung bei Warenannahmen-Veranstaltungen und eine neue Nutzung als Event-Location. Als Beispiele für Veranstaltungsideen nennt sie eine Artnight, ein Trash-TV-Quiz und kleinere Lesungen. Die Gastronomie werde dann nicht mehr „Der Nachbarin Café“, sondern ‚Lieschen’ heißen, so Gagelmann. Wie „Mephisto“ und „Gretchen“ stammt der Name aus Johann Wolfgang von Goethes Werk „Faust“.

Abschließend berichtete Faust-Pressesprecher Jörg Smotlacha über die enger gewordene Zusammenarbeit mit der niedersächsischen Wirtschaft und die erfolgreiche Kooperation mit dem Museum Wilhelm Busch. Ein wichtiges Thema für Hannovers kulturelle und soziale Infrastruktur sei auch der angelaufene OB-Wahlkampf. „Wir sind ja bekanntermaßen Teil des Bündnisses ‚Investieren statt kaputtsparen’, da wir der Meinung sind, dass Jugendarbeit, Bildung, Soziales und Kultur einander bedingen und voneinander profitieren. Gemeinsam sind wir stark und gemeinsam stellen wir uns gegen weitere Kürzungsversuche“, kündigte Smotlacha an.

 

Bildnachweis: Angry Beard Design, Achim Brandau

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