
Die Kommunalwahl am 13. September 2026 rückt näher. Ab heute können Wahlberechtigte ihre Stimmen auch direkt im Lindener Rathaus abgeben. Dabei ist etwas Konzentration gefragt: In Hannover finden an diesem Tag gleich fünf Wahlen statt. Insgesamt können die Wähler auf den fünf Stimmzetteln bis zu elf Stimmen vergeben. Wer nicht bis zum Wahltag warten möchte, kann ab heute die Briefwahlstelle im Lindener Rathaus am Lindener Marktplatz 1 nutzen. Dort können die Briefwahlunterlagen nicht nur beantragt und abgeholt werden – die Stimmen können auch gleich vor Ort abgegeben werden.
Neben dem Lindener Rathaus stehen in Hannover Briefwahlstellen im Neuen Rathaus und im Podbi-Park zur Verfügung. Rund 23.000 Briefwahlanträge sind nach Angaben der Stadt bereits auf anderen Wegen eingegangen. Insgesamt sind in Hannover etwa 400.000 Menschen wahlberechtigt.
Briefwahl im Lindener Rathaus
Die Briefwahlstelle im Lindener Rathaus ist vom 24. August bis 11. September 2026 geöffnet:
- Montag und Donnerstag: 8 bis 18 Uhr
- Dienstag, Mittwoch und Freitag: 8 bis 14 Uhr
- Freitag, 11. September: 8 bis 13 Uhr
Mitzubringen ist die Wahlbenachrichtigung oder ein Personaldokument. Wer die Briefwahlunterlagen vor Ort beantragt, kann unmittelbar anschließend wählen.
Alternativ können die Unterlagen unter anderem über den personalisierten QR-Code auf der Wahlbenachrichtigung, online, per E-Mail, Fax oder Post beantragt werden. Telefonisch, per SMS oder Messenger ist ein Antrag dagegen nicht möglich. Wegen der Postlaufzeiten rät das Wahlamt ab dem 9. September von einer postalischen Beantragung ab. Dann sollten die Unterlagen möglichst persönlich abgeholt werden.
Fünf Stimmzettel – aber bis zu elf Stimmen
Bei der Kommunalwahl werden in Hannover fünf unterschiedliche Entscheidungen getroffen. Gewählt werden der Oberbürgermeister, der Rat der Landeshauptstadt Hannover, der jeweilige Stadtbezirksrat, die Regionsversammlung sowie der Regionspräsident.
Dabei gilt nicht auf jedem Stimmzettel dasselbe Wahlsystem:
| Wahl | Stimmen |
|---|---|
| Oberbürgermeister | 1 |
| Rat der Stadt Hannover | bis zu 3 |
| Stadtbezirksrat | bis zu 3 |
| Regionsversammlung | bis zu 3 |
| Regionspräsident | 1 |
| Insgesamt | bis zu 11 |
Komplizierter ist das Verfahren bei der Wahl des Rates, des Stadtbezirksrates und der Regionsversammlung. Hier stehen auf jedem der drei Stimmzettel bis zu drei Stimmen zur Verfügung. Damit können allein bei diesen drei Wahlen insgesamt bis zu neun Stimmen vergeben werden.
Drei Stimmen können unterschiedlich verteilt werden
Bei der Ratswahl, der Stadtbezirksratswahl und der Wahl der Regionsversammlung können die jeweils drei Stimmen unterschiedlich eingesetzt werden.
Alle drei Stimmen können beispielsweise einem einzigen Kandidaten gegeben werden. Dieses Verfahren wird Kumulieren genannt. Ebenso können die Stimmen auf mehrere Kandidaten oder verschiedene Wahlvorschläge verteilt werden – das sogenannte Panaschieren. Möglich ist außerdem, Stimmen einer Liste beziehungsweise einem Wahlvorschlag zu geben.
Wichtig ist vor allem die Obergrenze: Auf jedem dieser drei Stimmzettel dürfen höchstens drei Stimmen vergeben werden. Wer mehr als drei Stimmen verteilt, riskiert, dass der betreffende Stimmzettel ungültig wird.
Damit können Wähler beispielsweise alle drei Stimmen einem bevorzugten Kandidaten geben, jeweils eine Stimme an drei unterschiedliche Bewerber verteilen oder Kandidaten verschiedener Parteien berücksichtigen. Das niedersächsische Kommunalwahlrecht ermöglicht damit deutlich mehr Differenzierung als etwa eine Bundestagswahl.
Was wird in Linden-Limmer gewählt?
Für Wahlberechtigte im Stadtbezirk Linden-Limmer geht es neben den beiden Direktwahlen und den überregionalen Gremien insbesondere um die Zusammensetzung des Stadtbezirksrates Linden-Limmer. Der Stadtbezirksrat beschäftigt sich unmittelbar mit Themen aus Linden-Nord, Linden-Mitte, Linden-Süd und Limmer.
Parallel wird über die Zusammensetzung des 64 Mitglieder umfassenden Rates der Landeshauptstadt entschieden. Für die 64 Ratsmandate treten stadtweit 662 Bewerber an. Für die insgesamt 259 Sitze in den 13 Stadtbezirksräten gibt es 1.071 Kandidaten. Neun Bewerber treten für das Amt des Oberbürgermeisters an.
Auf Regionsebene werden außerdem die 84 Mitglieder der Regionsversammlung gewählt. Hierfür kandidieren 831 Personen. Für das Amt des Regionspräsidenten sind elf Kandidaten zugelassen. Die Regionsversammlung entscheidet unter anderem über den Haushalt und wichtige regionale Themen wie Bus und Bahn, Kreisstraßen, Abfallwirtschaft und Kliniken; der Regionspräsident leitet die Regionsverwaltung und setzt gemeinsam mit ihr die politischen Beschlüsse um.
Wahlberechtigt bereits ab 16 Jahren
Anders als bei Bundestags- oder Landtagswahlen dürfen bei den Kommunalwahlen bereits 16-Jährige abstimmen. Wahlberechtigt sind Deutsche sowie Staatsangehörige anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union, sofern sie unter anderem seit mindestens drei Monaten im jeweiligen Wahlgebiet wohnen und im Wählerverzeichnis eingetragen sind.
In Hannover gehören nach Angaben der Stadt auch etwa 29.000 EU-Bürger ab 16 Jahren zu den Wahlberechtigten.
Wahlbriefe müssen am 13. September angekommen sein
Wer die Unterlagen mit nach Hause nimmt und per Post zurückschickt, sollte ausreichend Zeit einplanen. Entscheidend ist nicht der Poststempel: Der ausgefüllte Wahlbrief muss spätestens am Sonntag, 13. September, um 18 Uhr beim Wahlleiter eingegangen sein.
Am Wahltag selbst sind die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
Mögliche Stichwahl am 27. September
Bei der Wahl des Oberbürgermeisters und des Regionspräsidenten ist eine absolute Mehrheit erforderlich. Erreicht am 13. September kein Kandidat mindestens die Hälfte der gültigen Stimmen, treten die beiden Bewerber mit den meisten Stimmen zwei Wochen später gegeneinander an. Die Stichwahl findet dann am 27. September 2026 statt. Für eine notwendige Stichwahl würde auch die Briefwahlstelle im Lindener Rathaus wieder öffnen – ab Mittwoch, 16. September. Die Briefwahl wäre dort dann bis Freitag, 25. September, um 13 Uhr möglich.
Wichtig: Jede Stimme zählt
Entscheidend ist am Ende vor allem eines: Das eigene Wahlrecht sollte genutzt und nicht ungenutzt gelassen werden. Bei der Kommunalwahl wird unmittelbar darüber entschieden, wer in den kommenden Jahren die politischen Entscheidungen vor Ort trifft – vom Stadtbezirksrat über den Rat der Stadt und die Regionsversammlung bis hin zum Oberbürgermeister und Regionspräsidenten. Wer seine Stimmen abgibt, kann mitbestimmen, welchen politischen Kurs Linden-Limmer, Hannover und die Region künftig einschlagen.