Nach Böllerwurf hat Mutter Verbrennungen zweiten Grades

Skizze Liepmannstraße Ecke Am Lindener Hafen
Mit dieser Grafik sucht die Verletzte Zeugen für den Böllerwurf.

Sie hat Glück gehabt, die Mutter aus Limmer, die nach einem Böllerwurf Verbrennungen zweiten Grades im Gesicht und auf der Hand hat. Auch das Ohr ist noch intakt, obwohl der Böller in der Kapuze ihrer Jacke explodierte. Die Frau, die ihren vollständigen Namen nicht im Internet veröffentlichen will, hat inzwischen eine Anzeige bei der Polizei gestellt und sucht Zeugen. Auch die Polizei Hannover bittet um Unterstützung.

Was geschah an der Einmündung Liepmannstraße?

Mit ihrem Kind und Lebensgefährten stand die Frau um Mitternacht im Bereich der Autowerkstatt in der Straße Am Lindener Hafen in Limmer, als ein Böller über die Köpfe der drei sauste. Sie habe dies für ein Missgeschick gehalten, berichtet sie der Redaktion. Den zweiten Feuerwerkskörper habe sie nur wenige Sekunden später zu spät bemerkt. Während ihr Kind und der Partner beiseitespringen konnten, landete er direkt in ihrem Gesicht. „Durch Schütteln und panisches Schlagen geriet er in meine Kapuze, wo er explodierte.“ Der Verursacher, der sich in einer Personengruppe vor dem gegenüberliegenden Haus Liepmannstraße 34 aufgehalten hatte, sei zwar gekommen, habe sich aber geweigert, seine Personalien zu geben, und nur „Sorry, aber passiert!“ gesagt. Die drei begaben sich zunächst in ihre Wohnung, um das Kind zu beruhigen und den Rettungsdienst zu verständigen. In der Notaufnahme wurde sie medizinisch versorgt. Inzwischen hat die 39-Jährige eine Anzeige bei der Polizei gemacht und sucht per Infozettel Zeug*innen, die den Vorfall beobachtet haben oder Angaben zum Täter machen können. Ihr Kontakt: sylvester26@gmx.de

Polizei hat Ermittlungen aufgenommen

Die Polizei hat Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung aufgenommen. „Zum möglichen Täter liegt bislang lediglich eine vage Beschreibung vor“, teilte Natalia Shapovalova aus der Pressestelle der Polizeidirektion Hannover mit.

Weitere Hinweise auf die Identität des Tatverdächtigen habe die Polizei derzeit nicht. Personen, die den Vorfall beobachtet haben oder Angaben zu dem beschriebenen Mann machen können, werden gebeten, sich beim Polizeikommissariat Hannover-Limmer unter der Rufnummer 0511 109-3920 zu melden.

Das meint die Autorin

Privates Feuerwerk und Böllerei haben in Wohnquartieren nichts zu suchen. Punkt! Deshalb unterstütze ich die Online-Petition für Hannover:

https://www.openpetition.de/petition/online/boellerverbot-in-hannover-fuer-ein-sicheres-silvester-ohne-angst-und-gewalt

Wer andere fahrlässig verletzt, muss Verantwortung übernehmen!

Bildnachweis: Martin Illmann, privat

4 Gedanken zu „Nach Böllerwurf hat Mutter Verbrennungen zweiten Grades“

  1. Wenn ich das lese und dann dazu die Reaktion dieses Dreck… lese kommt mir alles hoch. Mit welcher Abgebrühtheit hier die Verantwortung weggeschoben wir, wenn es denn wirklich unabsichtlich geschah. Ich denk wenn Raketen direkt über Köpfe von Personen wegzischen kann mir keiner erzählen das beim zweiten Mal wieder ein Versehen passiert.

    Ich hoffe das es der Mutter bald wieder besser geht, ohne bleibende Schäden und das dieser Mistkerl doch noch identifiziert wird. Hoffnung stirbt zuletzt und ich würde mir wünschen das wenigstens einer von der Gruppe der Leute wo der Mann war Eier in der Hose hat und zu Polizei geht.

    Antworten
  2. Bölkerverbot oder/und
    Entweder ein Verbot privaten Feuerwerks – oder eine vollständige staatliche Haftung.
    Wenn der Staat eine bekannte gefährliche Praxis aus Traditionsgründen zulässt, muss er auch die Verantwortung für die Folgen übernehmen. Konkret heißt das:
    Ersatz aller Sachschäden,
    Entschädigung für körperliche und psychische Schäden (z. B. Knalltraumata, Sturzfolgen, Verbrennungen, abgetrennte Finger),
    niedrigschwellige, pauschale und großzügige Verfahren für Betroffene.
    Tradition rechtfertigt keine Gefährdung Dritter.
    Wer nicht schützt, muss zahlen.

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4 Gedanken zu „Nach Böllerwurf hat Mutter Verbrennungen zweiten Grades“

  1. Wenn ich das lese und dann dazu die Reaktion dieses Dreck… lese kommt mir alles hoch. Mit welcher Abgebrühtheit hier die Verantwortung weggeschoben wir, wenn es denn wirklich unabsichtlich geschah. Ich denk wenn Raketen direkt über Köpfe von Personen wegzischen kann mir keiner erzählen das beim zweiten Mal wieder ein Versehen passiert.

    Ich hoffe das es der Mutter bald wieder besser geht, ohne bleibende Schäden und das dieser Mistkerl doch noch identifiziert wird. Hoffnung stirbt zuletzt und ich würde mir wünschen das wenigstens einer von der Gruppe der Leute wo der Mann war Eier in der Hose hat und zu Polizei geht.

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  2. Bölkerverbot oder/und
    Entweder ein Verbot privaten Feuerwerks – oder eine vollständige staatliche Haftung.
    Wenn der Staat eine bekannte gefährliche Praxis aus Traditionsgründen zulässt, muss er auch die Verantwortung für die Folgen übernehmen. Konkret heißt das:
    Ersatz aller Sachschäden,
    Entschädigung für körperliche und psychische Schäden (z. B. Knalltraumata, Sturzfolgen, Verbrennungen, abgetrennte Finger),
    niedrigschwellige, pauschale und großzügige Verfahren für Betroffene.
    Tradition rechtfertigt keine Gefährdung Dritter.
    Wer nicht schützt, muss zahlen.

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