Besuch aus Ecuador im Gymnasium Limmer

Sieben Schüler*innen der Unidad Educativa Comunitaria Intercultural Bilingüe Sarayaku in Ecuador sind zu Gast bei Schüler*innen des Gymnasiums Limmer. Der Aufenthalt ist Teil der Partnerschaft zwischen beiden Schulen, die seit 2021 besteht. Sarayaku ist eine 1400 Einwohner*innen umfassende Kichwa-Ortschaft im Amazonasgebiet. Während einer Projektwoche haben sie sich mit dem Thema „Lebensraum Wasser im Amazonasgebiet und in Niedersachsen“ beschäftigt. Im November waren Schüler*innen aus Hannover in Ecuador.

Beim 22. Proterra-Forum „Sarayaku: Leben und Widerstand im Regenwald Ecuadors. Demokratische Lebensformen des Buen Vivir und ihre politische Bedeutung für Europa“ ging es auch um die Frage, ob sich die Auffassungen der Indigenen für das Leben hier übertragen lassen.

Auslöser der Schulpartnerschaft war der Projekttag „Welt im Zenit“ 2017 am Gymnasium Limmer, bei dem die indigene Aktivistin Patricia Gualinga aus Sarayaku zu Gast war. Nach ersten digitalen Kooperationstreffen sind seit 2023 Begegnungen vor Ort fester Bestandteil der Partnerschaft. „Wir fassen den Bildungsauftrag bewusst weiter über den schulischen Kern hinaus. Die Partnerschaft gibt unseren Schüler*innen wichtige Impulse für ihren weiteren Lebenslauf“, sagte Kristina Rehr, Mitglied der Schulleitung.

Sarayaku

Der Name ist bis heute Symbol für den Widerstand indigener Völker im Amazonas gegen die Erdölförderung und für Autonomie und Selbstbestimmung auf ihren Territorien. Die jungen Gäste bewahren die Lebensform „Sumak Kawasay (das Leben im Einklang) oder „Buen Vivir“ bis heute. „Buen Vivir“ hat 2008 Eingang in die ecuadorianische Verfassung gefunden – und wurde auch in Deutschland bekannt – im Zusammenhang mit Aktionen etwa von  Fridays for Future oder „Ende Gelände“.  Die Akteure verbinden internationalen ökologischen Klimaschutz mit der Bewahrung der Menschenrechte weltweit.

Das gute Leben

In den Andenländern ist das Prinzip des Buen Vivir oder Sumak Kawsay (übersetzt etwa: gutes Leben, Leben in Harmonie) als Alternative zur westlichen Entwicklungsvorstellung entstanden. Dieses leitet sich aus der Weltanschauung der indigenen Völker ab und zielt  auf materielle, soziale und spirituelle Zufriedenheit für alle Mitglieder der Gemeinschaft, jedoch nicht auf Kosten anderer und der natürlichen Lebensgrundlagen. Es ist auf das jeweilige Territorium der Indigenen bezogen und bezieht die nicht-menschliche Sphäre (z. B. Götter) stark mit ein. Ein direkter Transfer des Prinzips in Deutschland sei daher nicht möglich, erläuterte Prof. Dr. Philipp Altmann, der lange dort gelebt hat.

Der Verein Proterra Project Cooperation aus Hannover ist seit 1987 in der Umweltbildung, Umweltforschung, Demokratieförderung und entwicklungspolitischen Zusammenarbeit aktiv.

Bildnachweis: Katharina Kümpel

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