Liminale: Zukunft erleben und Innovation entdecken

 

Mit rund 2.000 Besuchenden feierte die Hochschule Hannover die zweite Ausgabe ihres Festivals Liminale erstmals auf dem Campus Linden. „Engineering Future bedeutet für mich, dass wir Lehrenden die Studierenden befähigen, ihre Beurteilungsfähigkeit über die Ergebnisse der KI zu behalten.“ Mit seiner Interpretation des diesjährigen Mottos „Engineering Future/Zukunft gestalten“ brachte der Präsident der Hochschule Hannover, Prof. Dr. Josef von Helden, eine Grundstimmung der Liminale 2026 auf dem Campus Linden-Süd in der Ricklinger Straße auf den Punkt. Er sicherte zu, dass bei den nächsten Liminalen die Studierenden noch stärker auf die Bühne zu holen.

In rund Vorträgen, Workshops und Diskussionen ging es um Künstlicher Intelligenz, Nachhaltigkeit, Transformation und die Suche nach Antworten, wie wir vom Reden ins konkrete Handeln kommen. Und obwohl die KI immer mittendrin im Geschehen war, ging es doch vor allem um uns mit unseren Fähigkeiten selbst zu denken und zu reflektieren.

Denn aus Sicht der Veranstalter und der Teilnehmenden befinden wir uns in einer Phase der Liminalität, einem Übergangsprozess von bekannten tradierten sozialen und wirtschaftlichen Ordnungen und Machtverhältnisse hin zu neuen – KI geprägten – klimagerechten Ordnungen. Um diese offene Phase mitzugestalten, sei eine bewusste Handhabung der neuen technischen Möglichkeiten zentrale Voraussetzung – so der Tenor vieler Beiträge.

Leapfrogging oder Bocksprung

„Verstehen, bewerten, entscheiden und verantworten müssen menschliche Domänen bleiben“, formulierte etwa Henning Vöpel vom Centrum für europäische Politik. Er warnte aber davor, dass „wir die Lösung dort suchen, wo wir sie vermuten“. Lösungen und Antworten für eine gerechte Zukunft lägen viel weiter weg vom Status quo. Dafür sei die Bereitschaft zum sogenannten Leapfrogging (Bocksprung oder das bewusste Überspringen überkommener Entwicklungsschritte) notwendig. Das hat schon früh Prof. Martina Glomb, Professorin für Modedesign an der Hochschule getan und „use-less“ das Zentrum für nachhaltige Designstrategien aufgebaut. Bei sommerlichem Wetter zog ihre Modenschau viele Teilnehmende aus Hochschule, Wirtschaft, Forschung und Stadtgesellschaft an.

Künstliche Intelligenz im Fokus

Künstliche Intelligenz ist mittlerweile fester Bestandteil des Alltags vieler Menschen und wurde auch bei der Liminale aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Beim interaktiven AI-Slam entstanden auf Zuruf aus dem Publikum und von Wissenschaftsminister Falko Mohrs kurzerhand Apps, Videospiel-Bösewichte wurden in ein laufendes Spiel eingebaut und Musikstücke komponiert, die HsH-Vizepräsident Fabian Schmieder anschließend vortrug. Alles entstand mithilfe von KI und live auf der Bühne.

Zum Abschluss des Festivals stand die Frage im Mittelpunkt, welche Rolle KI in der Musikbranche und im kreativen Prozess spielen kann. Darüber diskutierten Hip-Hop-Urgestein Smudo und Lokalmatador Mousse T. Kreativität sei ein kooperativer Prozess, der aus Emotionen entstehe – das könne eine KI nie erreichen, so Smudo. Musik von KI verstärke vielmehr die Sehnsucht nach „echter“ menschlicher Musik. Dennoch seien KI-Tools hilfreich, um den kreativen Prozess zu unterstützen und aufwendige Arbeitsschritte zu beschleunigen. „Musik lebt von der Imperfektion, das kriegt eine KI nicht hin“, unterstrich Mousse T.

Schreibe einen Kommentar

Dieser Artikel kann kommentiert werden. Bitte bleibe dabei respektvoll und sachlich, damit ein konstruktiver Austausch möglich ist.

Kommentare werden vor der Veröffentlichung von der Redaktion geprüft. Die Punkt-Linden-Redaktion behält sich vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Schreibe einen Kommentar

Dieser Artikel kann kommentiert werden. Bitte bleibe dabei respektvoll und sachlich, damit ein konstruktiver Austausch möglich ist.

Kommentare werden vor der Veröffentlichung von der Redaktion geprüft. Die Punkt-Linden-Redaktion behält sich vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.