„Blickt nicht weg, wenn Unrecht spricht. Denn Wegsehen und auch Schweigen gibt dem Dunkeln Licht. Fühlt mit und bleibt auch menschlich, hört zu, um zu versteh’n. Nur so könnt ihr in Zukunft in Freiheit vorwärtsgehen.“ Diese Botschaft will Christian Fahrenheit seinen Kindern mit seinem Song „Vom Wind verweht“ auf den Weg geben. Das Video zum Thema Erinnerungskultur wird er am 2. August anlässlich des Europäischen Holocaust-Gedenktages für Sinti und Roma auf seinem YouTube-Kanal hochladen. Der Titel des Liedes ist Teil einer Botschaft an VIELE: „Denn am Ende steht die Frage, bevor der Wind sich wieder dreht: Haben wir den Mut bewiesen? Oder ist es schon zu spät?“
Entstehungsgeschichte
Den Text hat Fahrenheit nach einer Begebenheit kürzlich am Bahnhof in Göttingen geschrieben. Dort hat er eine Person gesehen, die offen einen tätowierten Reichsadler zeigte. Das offene Zeigen rechtsextremer Überzeugung sei für ihn ungewohnt und besorgniserregend gewesen. Geschichte werde heute verharmlost, der Ton rauer. „Dabei müssen wir uns für das größte Verbrechen der Menschheit verantworten.“ Mit dem Lied wolle er an „unsere gemeinsame Vergangenheit“ erinnern.

Erinnern und mahnen sind wichtig, es darf jedoch nicht so weit gehen, dass sich Nachkommen dafür verantwortlich fühlen, was ihre Vorfahren getan haben.
Und genau dieses Gefühl scheinen einige Menschen zu haben und tendieren dann dazu, eine Stimme zu suchen, die sie gegen die „gefühlte Mitschuld“ vertritt.
Man darf auch nicht vergessen, dass nicht jeder den Mut aufbringen kann, sich dem Unrecht entgegen zu stellen. In Orten wo man zu der Minderheit gehört, nutzt die Solidarität von für eine Demo Angereisten spätestens nach der Abreise den Menschen vor Ort nichts mehr.