Historischer Film erinnert an Kult-Kneipe „Zum Holländer“ in Linden-Mitte

Klaus und Hella Interview
Medienregisseur Dr. Klaus Amann und Hella Jacobsen, Dreharbeiten 1992
Ein Stück Lindener Zeitgeschichte lebt wieder auf: Der rund 40-minütige Film „Hallo Hella, Liebeserklärung an eine Wirtin“ aus dem Jahr 1992 dokumentiert das Gasthaus „Zum Holländer“ am Lindener Marktplatz und seine bekannte Wirtin Hella Jacobsen. Nach einer aufwendigen Rettung des beschädigten Videomaterials ist das historische Zeitdokument nun wieder erhalten.

Der Film entstand zwischen 1988 und 1992 und zeigt zahlreiche Szenen aus einer Kneipenkultur, die heute in dieser Form kaum noch existiert. Neben dem Alltag im „Zum Holländer“ sind auch historische Aufnahmen vom Lindener Marktplatz und dem Leben im Stadtteil zu sehen.

Treffpunkt für Generationen von Lindenern

Über viele Jahre hinweg schrieb das Gasthaus „Zum Holländer“ Lokalgeschichte. Die Wirtinnen Hella, Röschen und Irmchen prägten das Haus und machten es zu einem beliebten Treffpunkt im Herzen von Linden-Mitte. Seit 2008 befindet sich in den Räumlichkeiten das „Centrum“.

Besonders im Mittelpunkt des Films steht Hella Jacobsen, die weit über die Grenzen des Stadtteils hinaus bekannt war. Ihr plötzlicher Tod im Jahr 2003 löste bei vielen Gästen und Wegbegleitern große Betroffenheit aus. Bis heute erinnern sich zahlreiche Lindener an die Wirtin, die für viele weit mehr als nur eine Gaststättenbetreiberin war.

Medienregisseur rettet sein Werk vor dem Verfall

Dass der Film heute noch existiert, ist dem Medienregisseur Klaus Amann zu verdanken. Das ursprüngliche Videomaterial war bereits beschädigt und drohte unwiederbringlich verloren zu gehen. Rechtzeitig gelang es Amann jedoch, die Aufnahmen zu sichern und zu restaurieren.

Der gebürtige Schwarzwälder lebte von 1969 bis 1986 in Hannover. Während dieser Zeit studierte und promovierte er bei den Politikwissenschaftlern Oskar Negt und Jürgen Seifert. Parallel arbeitete er als Kameramann und Reporter für verschiedene Hörfunk- und Fernsehredaktionen von ARD und ZDF.

Mit „Hallo Hella“ hat Klaus Amann nicht nur das Porträt einer außergewöhnlichen Wirtin geschaffen. Der Film bewahrt zugleich Erinnerungen an einen Stadtteil im Wandel und an eine Gaststättenkultur, die für viele Menschen in Linden über Jahrzehnte hinweg zum Alltag gehörte. Für ehemalige Stammgäste und jüngere Generationen bietet das Werk heute einen seltenen Blick zurück auf das Leben rund um den Lindener Marktplatz Anfang der 1990er Jahre.

Film „Hallo Hella, Liebeserklärung an eine Wirtin“

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Bildnachweis: Klaus Amann

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