Stadt überarbeitet Pläne für das Fössebad

Jetzt doch wieder mit Außenbecken? Die Politik scheint sich darauf verständigt zu haben.
Jetzt doch wieder mit Außenbecken? Die Politik scheint sich darauf verständigt zu haben.

Freibad in greifbarer Nähe – Zukunft vom Bei Chez Heinz ungewiss

In den Bemühungen zum Erhalt des Fössebades ist ein wichtiger Etappenerfolg erzielt worden. Die Verwaltung prüft derzeit einen gemeinsamen Neubau samt Freibad. Nach Abschluss dieser Vorarbeiten soll der Rat über die neue Beschlussvorlage entscheiden, die dann ein Hallenbad mit Außenbecken vorsieht. „Ich freu mich sehr, dass es nach Jahren der Ungewissheit politische Mehrheiten für diese Entscheidungen gibt“, erklärt Daniel Gardemin, der für die Grünen Lindener Interessen sowohl im Rat als auch im Bezirksrat vertritt. „Ohne die Unterstützung von Betreiberverein, Bevölkerung und den meisten politischen Parteien wäre diese Entwicklung undenkbar gewesen.“

Dem Vernehmen nach ist es den Grünen auf Ratsebene gelungen die Ampelkoalition mit SPD und FDP von einem Neubau inklusive Freibad zu überzeugen. Obwohl die Entscheidung eine Bauverzögerung mit sich brächte und erst 2022 der Spatenstich erfolgen würde, überwiegen auch für die Linken die Vorteile: „Der Fössebadneubau mit Außenbecken stellt zweifelsohne ein Gewinn für die Bäderstruktur der Landeshauptstadt Hannover dar.“ Nur bei der SPD bewertet man die Dinge zurückhaltender. Während der sportpolitische Sprecher der Ratsfraktion Angelo Alter dem Bau zustimmen möchte, war bei Lindener Genossen von „politischer Niederlage“ die Rede. Letztere hatten lange Zeit die Auffassung vertreten ein Freibad sei nicht mehr notwendig und aufgrund knapper Kassen nicht zu finanzieren.

So vielversprechend die Zukunft des Fössebades jetzt scheint, so düster sieht es nun für das Chez Heinz aus, das wohl spätestens 2022 ohne eigene Räume dasteht. Bisherige Überlegungen an dem Standort zu bleiben, scheinen sich ebenso wie mögliche Alternativstandorte zerschlagen zu haben. Geschäftsführer Jürgen Grambeck hält den Club nur für überlebensfähig, wenn dieser weiterhin gut erreichbar bliebe, und die Räumlichkeiten sowohl vom Preis, als auch von der Größe her mit den jetzigen vergleichbar wären. Die von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Alternativen böten dies bisher ebenso wenig, wie private Offerten. „Wir erwarten, dass die Stadtverwaltung ihre Forderung, einen geeigneten und bezahlbaren Alternativstandort in der Nähe der alten Örtlichkeit zu finden, einhält.“ Dazu erklärt der baupolitische Sprecher der Linken Dirk Machentanz „Wir hätten gerne eine Lösung gehabt, in der es neben dem Fössebadneubau mit Außenbecken auch eine Zukunft für das Chez Heinz an alter Stelle gegeben hätte.“

Auch Belit Onay, Oberbürgermeisterkandidat der Grünen, spricht sich für den Erhalt des Musikclubs aus: „Ich unterstütze das Vorhaben des Clubteams, auf dem Badgelände einen Neubau zu realisieren. Die Stadt sollte hier prüfen, welcher Standort auf dem Bad-Gelände möglich ist.“ Er hat das Gefühl, dass nicht alle die Bedeutung des Clubs, auch im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung erkannt hätten. Daher sein dringender Appell: „Die Stadt darf das Chéz Heinz nicht fallen lassen.“

Lindenspiegel 09-2019 – hew

Bildnachweis: Lindenspiegel - Wiesemann

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