
Der Begriff Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Spätestens mit der Agenda 21 wird er heutzutage in vielen Bereichen verwendet. Er hat sich zu einem umfassenden Konzept entwickelt, das ökologische, ökonomische und soziale Ziele miteinander verbindet. Agenda 21 ist ein Aktionsprogramm der Vereinten Nationen, das im Jahr 1992 von 178 Staaten auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro beschlossen worden ist.
Eine Werkstatt als Teil der Lokalen Agenda 21

Auch die Stadt Hannover hat sich seit 1995 mit einer Lokalen Agenda 21 – dem heutigen Büro für Nachhaltigkeit im Rathaus – den globalen Herausforderungen gestellt. Neben einer Textilwerkstatt ist 2022 in der Landeshauptstadt am Bauweg ein zweiter Standort der Beschäftigungsförderung für nachhaltige Projekte entstanden.
Die „Werkstatt für Nachhaltigkeit“ liegt ein bisschen versteckt am Rande des Gewerbegebiets Lindener Hafen. In einer rückwärtigen Halle am Bauweg Nr. 13 unterhält die Landeshauptstadt Hannover eine Upcycling-Werkstatt. Bis zu 35 Langzeitarbeitslose sind hier tätig, insbesondere werden gespendete Fahrräder aufbereitet. Diese kommen u. a. vom Fundbüro, der ÜSTRA sowie von privaten Spendern.
Arbeitslose Menschen werden an das Erwerbsleben herangeführt

Träger der Werkstatt ist die städtische Beschäftigungsförderung vom Stützpunkt Hölderlinstraße. Ziel ist es, arbeitslose Menschen wieder an das Erwerbsleben heranzuführen. Mit einer sinnvollen Tätigkeit von 15 bis 30 Wochenstunden können sie zudem ihr Bürgergeld aufstocken. Neben einer Monatskarte für die ÜSTRA ist dann auch ein monatliches Taschengeld von rund 200 € drin.
Kai Schulze ist mit viel Engagement bei der Sache. Seit September 2024 leitet er die Werkstatt. „Wenn ich das hier mache, soll es auch nachhaltig sein“, sagt der ausgebildete Tischlermeister. „Learning by doing“ und „Reparieren statt Wegwerfen“ sind seine Leitgedanken.
Eine bislang öffentlich zu wenig beachtete Einrichtung
Nach der Aufarbeitung der Fahrräder, Rollatoren, Nähmaschinen usw. unter dem Motto „Aus alt wird neu“ werden die Gegenstände zu gemeinnützigen Zwecken als Spenden weitergereicht. Adressaten sind neben einzelnen Bedürftigen insbesondere Flüchtlingsheime in der Region oder auch drei Länder in Afrika: Malawi, Senegal und Gabun. Ein hoffentlich lange und nachhaltig bestehendes Projekt der Stadt Hannover, das eine größere öffentliche Beachtung verdient hat.
„… dass ab nächstes Jahr 5€/ Stunde gezahlt werden soll.“
Eine Quellenangabe wäre hilfreich, denn ohne Beleg bewegen wir uns hier sehr schnell auf dem Terrain rechtspopulistischer Legendenbildung.
Ist die Aussage von jemanden, der bei Werkheim e.V. über eine AGH beschäftigt ist. Da der Mindestlohn nach oben angepasst wird, soll auch das Entgelt für diese Tätigkeiten steigen.
Eigentlich finde ich solche Einrichtungen die Langzeitarbeitslose beschäftigen und ihnen eine Tagesstruktur bieten und durch ihre Tätigkeit wieder wertgeschätzt werden gut. Bislang wird diese Beschäftigung mit 1-2 € /Stunde zusätzlich vergütet.
Ich habe jedoch erfahren, dass ab nächstes Jahr 5€/ Stunde gezahlt werden soll. Wenn dann weiterhin keine Abrechnung auf das Bürgergeld stattfindet, ist es das falsche Signal gegenüber Menschen die jeden Tag zum Mindestlohn arbeiten müssen und kein Anrecht auf Wohngeld oder aufstockendes Bürgergeld haben.
Jemand mit Bürgergeld, einer Warm-Miete von 500 € und 120 Stunden Tätigkeit in einer dieser Einrichtungen hätte dann am Ende 1663 € netto.
Für die Langzeitarbeitslosen ist das natürlich ein gutes Einkommen und es sei ihnen auch gegönnt. Nur gibt es genügend Menschen, die mehr arbeiten und am Ende weniger Geld zur Verfügung haben, darunter auch viele Alleinerziehende.
Wer Fehler findet darf sie gerne behalten..