Trio bringt Industriegeschichte ins öffentliche Leben

Claudius Baumer, Stef Wildung, Andreas Kleine
v.l. Claudius Baumer, Stef Wildung, Andreas Kleine

An der Haltestelle „Bernhard-Caspar-Straße“ der Linie 9 informieren neue Schautafeln über die Industriegeschichte in diesem Teil des Lindener Industriegebietes. Dafür haben sich Stef Wildung, Andreas Kleine und Claudius Baumer eingesetzt und der Stadtbezirksrat hat das Vorhaben finanziell gefördert. Bis zum Herbst soll noch ein Lageplan des Innenarchitekten Andreas Kleine folgen und Baumer, Geschäftsführer der Orpil Chemie, will die Grünfläche aufwerten.

Stef Wildung in der Tür des Werksmuseums
Stef Wildung in der Tür des Werksmuseums

Für Stef Wildung, Hobby-Historikerin mit Faible für Familiengeschichte, ist das ein erster wichtiger Schritt, um das Werksmuseum Eisen & Stahl stärker in das öffentliche Leben zu bringen. So möchte sie etwa ihre Studien auf weitere Firmen – auch aus Limmer oder Ahlem mit den Asphaltwerken – ausweiten. Möglich sind bereits jetzt Besuche von Schulklassen.

Wer war Bernhard Casper?

Übersichtskarte der größten Lindener Fabriken um 1900

Mit seinem Engagement für das Kesselhaus von Faust hat sich Innenarchitekt Kleine bereits einen Platz in der neueren Geschichte von Linden-Nord gesichert. Sein Engagement für den Erhalt alter Industriezeugen setzt er nun im Werkmuseum fort. Deshalb hat er ein Modell des früheren Industriegeländes zwischen Badenstedter- und Davenstedter Straße erstellt und ein detailgenaues Schaubild der größten Fabriken in Linden um 1900 erstellt, das es bislang nur im Werksmuseum zu sehen gibt. Die Erinnerung daran sollen künftig auch historische Informationstafeln an den Straßenschildern sicherstellen. „Vermutlich wissen nur Wenige, dass Bernhard Casper Gründer des Bankhauses Casper war und sich mit seinem Wohlstand einen repräsentativen Wohnsitz, das heutige Wilhelm-Busch-Museum, finanziert hat. Außerdem war er Aufsichtsrat der Lindener Eisen- und Stahlwerke.“ Bis 2021 erinnerte eine alte Fabrikhalle an diese Phase der Industriegeschichte. Doch weil das Gebäude aus dem Jahr 1872 nicht unter Denkmalschutz stand, konnte Projektentwickler Aurelis dieses für seinen Unternehmerpark „Altes Stahlwerk“ auf dem Gelände der ehemaligen Lindener Eisen- und Stahlwerke abreißen. Wildung hatte sich damals vergeblich mit anderen Bürger*innen für den Erhalt der Halle eingesetzt. „Der Abriss war bei mir Auslöser, das Werksmuseum  aufzubauen“, schildert sie. Heute empfangen Legehühner und zwei Schafe Interessierte des Werkmuseums in der Badenstedter Straße 48.

Bildnachweis: Katharina Kümpel

Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar