Gefährdet: Beratungsstelle Prisma Queer Migrants

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Seit 2023 erhalten queere und von Rassismus betroffene Menschen bei Prisma Queer Migrants in Linden-Mitte Beratung von Menschen mit ähnlichen Lebensrealitäten. Das Angebot ist Teil des bundesweiten Projektes „weact: Rassismus entgegentreten und diskriminierungsfreie Gesellschaft mitgestalten“, das noch bis 2028 läuft. Offen ist, ob der Standort Ende des Jahres schließen muss. Denn die Förderung wurde Ende 2025 um 10 Prozent reduziert. „Uns fehlen rund 18.000 Euro jährlich, die wir als kleiner Verein nicht aus Eigenmitteln ausgleichen können“,  sagt die Vorsitzende  Rahşan Weilert. Sie hoffe, dass Politik und Verwaltung in Hannover den solidarischen Worten für queere Menschen nach dem Attentat in Berlin nun Taten folgen lassen und Förderanträge von Prisma bewilligen.

Grafik "Nicht allein"
Grafik „Nicht allein“

Mehrfach diskriminiert

„Zu uns kommen Menschen, die mehrfach diskriminiert werden, etwa durch Rassismus, Queerfeindlichkeit, Transfeindlichkeit oder Sexismus“, berichtet die 30-Jährige am Vereinssitz in der Badenstedter Straße. Sie schätzen den geschützten, vertrauensvollen Raum, in dem sie ihre Lebensrealität nicht erst erklären oder sich rechtfertigen müssen. Denn nicht nur die Ratsuchenden, „auch viele Beratende leben an den Schnittstellen verschiedener Identitäten, beispielsweise als queere Muslim*innen, und haben eine queersensible und rassismuskritische  Haltung.“ Viele Anliegen betreffen Diskriminierungserfahrungen im Wohnumfeld und Arbeitsleben.

Das Bundesprojekt

Prisma ist einer von 12 Trägern von Antidiskriminierungsstellen im Projekt „weact“ des Bundesverbandes der Netzwerke von Migrant*innenorganisationen. Neben der Einzelfallberatung in sechs Sprachen arbeitet Prisma eng mit weiteren Beratungseinrichtungen und der Antidiskriminierungsstelle der Stadt zusammen und engagiert sich für bessere gesellschaftliche Teilhabe von mehrfach diskriminierten Menschen. „Wir unterstützen auch Schulen und Institutionen, die ihre Strukturen diskriminierungsärmer gestalten wollen.“ Prisma sei ein wichtiger Baustein im sozialen Beratungsangebot der Stadt. „Wir werden deshalb Förderanträge stellen, um unsere drei sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten bis Ende 2028 halten zu können“, kündigt sie an.

Bildnachweis: Verein Prisma Queer Migrants, Bundesverbandes der Netzwerke von Migrant*innenorganisationen

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