Hochbahnsteig Harenberger Straße: Umbau soll 2029 beginnen

Lageplan Hochbahnsteig Harenberger Straße
Lageplan Hochbahnsteig Harenberger Straße
Die Planungen für den barrierefreien Ausbau der Stadtbahnhaltestelle Harenberger Straße in Limmer werden konkreter. Fazu will die Region Hannover das Planfeststellungsverfahren für den neuen Hochbahnsteig auf den Weg bringen. Die Arbeiten sollen nach derzeitiger Planung 2029 beginnen, die Inbetriebnahme ist zum Fahrplanwechsel im Dezember 2030 vorgesehen. Mit dem Hochbahnsteig wird sich auch der Straßenraum zwischen Kirchhöfnerstraße und Wunstorfer Straße deutlich verändern.

Der Verkehrsausschuss der Region hat sich am 20. August mit dem Vorhaben beschäftigt. Die Entscheidung über die Einleitung der weiteren Planung soll der Regionsausschuss am 1. September treffen. Vorgesehen ist, der Infrastrukturgesellschaft Region Hannover (infra) weitere 400.000 Euro für die Planung zur Verfügung zu stellen.

Einer der letzten fehlenden Hochbahnsteige der Linie 10

Die Haltestelle Harenberger Straße gehört neben Am Küchengarten und Leinaustraße zu den letzten drei Haltestellen der Linie 10, die noch keinen Hochbahnsteig besitzen. Nach einer Erhebung der Üstra aus dem Jahr 2019 nutzen rund 1.930 Fahrgäste die Haltestelle an einem durchschnittlichen Werktag. Der Ein- und Ausstieg erfolgt bislang über Niedrigbahnsteige und damit nicht vollständig barrierefrei.

Nach den Planungen sollen alle drei noch nicht barrierefrei ausgebauten Haltestellen während einer gemeinsamen Sperrpause der Linie 10 umgebaut werden. Für die Harenberger Straße wurde zuvor eine Machbarkeitsstudie erstellt. Darin wurden vier grundlegende Varianten sowie mehrere Untervarianten untersucht.

45 Meter langer Mittelbahnsteig geplant

Durchgesetzt hat sich die sogenannte Vorzugsvariante 2b. Vorgesehen ist ein 45 Meter langer Mittelbahnsteig. Er soll am westlichen Ende vier Meter breit sein und sich in Richtung Osten auf 3,65 Meter verjüngen. Die Bahnsteighöhe beträgt 81,5 Zentimeter über der Schienenoberkante. Damit ist die Haltestelle für Zwei-Wagen-Züge des Typs TW2000 ausgelegt. Sobald auch die übrigen Haltestellen entsprechend ausgebaut sind, sollen dort ebenfalls TW3000 eingesetzt werden können.

Zur Ausstattung gehören ein Witterungsschutz, Sitzmöglichkeiten, ein Fahrkartenautomat sowie Notruf- und Informationssäulen und Zugzielanzeigen. Am westlichen Ende ist eine Rampe vorgesehen. Der östliche Zugang am Knotenpunkt Harenberger Straße/Wunstorfer Straße soll durch eine Signalanlage gesichert werden. Für Menschen mit Sehbehinderung ist zusätzlich eine akustische Signalisierung vorgesehen.

Harenberger Straße soll teilweise zur Fußgängerzone werden

Der Hochbahnsteig hat allerdings weitreichende Folgen für die Umgebung. Der Straßenraum zwischen Kirchhöfnerstraße und Wunstorfer Straße muss nach den bisherigen Planungen vollständig neu geordnet werden. In diesem Abschnitt soll voraussichtlich eine Fußgängerzone eingerichtet werden. Wie Fuß-, Rad- und Autoverkehr im Detail geführt werden, steht allerdings bisher nicht endgültig fest. Dies soll erst in den weiteren Planungsschritten abgestimmt werden.

Auch die vorhandenen Bäume spielen bei der Planung eine Rolle. Nach Angaben der Region sollen sie möglichst erhalten bleiben. Sollte dies nicht möglich sein, sollen Ersatzbäume an denselben Stellen gepflanzt werden.

Mehrere Alternativen wurden verworfen

Die jetzt favorisierte Lösung ist das Ergebnis einer umfangreichen Variantenprüfung. Unter anderem wurde untersucht, den Mittelbahnsteig an der heutigen Stelle mit Rampen an beiden Seiten zu errichten. Dagegen sprachen insbesondere zu geringe Gehwegbreiten.

Auch eine weiter westlich gelegene Variante ohne Autoverkehr schied aus. Dafür hätte die Kirchhöfnerstraße unterbrochen werden müssen. Der westliche Zugang zur Haltestelle wäre zudem problematisch nah an einem Knotenpunkt gelegen.

Sogar der Abriss des Hauses Harenberger Straße 2 wurde als Möglichkeit untersucht, um mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen. Diese Variante wurde verworfen, weil andere Lösungen zur Verfügung stehen.

Ebenfalls geprüft wurde eine eingleisige Haltestelle in Richtung des dortigen Supermarktes. Diese Lösung ist nach Einschätzung der Planer nicht mit dem 7,5-Minuten-Takt vereinbar, weil sich in diesem Bereich Stadtbahnen begegnen.

Auch eine Zusammenlegung der Haltestellen Harenberger Straße und Brunnenstraße stand zur Diskussion. Wegen der dadurch schlechteren Erschließung wurde diese Möglichkeit ebenfalls verworfen.

Kosten werden auf 7,8 Millionen Euro geschätzt

Der Umbau ist mit erheblichen Kosten verbunden. Nach einer Kostenschätzung der infra aus dem Mai 2024 werden für den Hochbahnsteig rund 7,8 Millionen Euro veranschlagt. Bis zu fünf Millionen Euro davon könnten letztlich auf die Region Hannover entfallen.

Die infra will 2027 bei der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen einen Förderantrag stellen. Geplant ist eine Landesförderung von 75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Die Region müsste die verbleibenden 25 Prozent sowie sämtliche nicht förderfähigen Kosten übernehmen. Dazu zählen insbesondere Planungskosten.

Bereits zuvor waren 200.000 Euro für die Planung bereitgestellt worden. Nun sollen weitere 400.000 Euro folgen. Die endgültige Finanzierung des Bauvorhabens soll voraussichtlich Ende 2028 von den politischen Gremien beschlossen werden – vorausgesetzt, das Planfeststellungsverfahren ist dann abgeschlossen und das Land hat das Projekt in sein Förderprogramm aufgenommen.

Anwohner können Einwände vorbringen

Nach einer Zustimmung des Regionsausschusses soll die infra die Planfeststellungsunterlagen ausarbeiten und anschließend bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr das Planfeststellungsverfahren beantragen.

Im Rahmen dieses Verfahrens werden die Unterlagen öffentlich ausgelegt. Betroffene Anwohner haben dann die Möglichkeit, Einwendungen gegen die Planung vorzubringen. Auch die politischen Gremien der Stadt Hannover sollen beteiligt werden.

Der Zeitplan bleibt damit von mehreren Faktoren abhängig. Nach aktuellem Stand soll der eigentliche Umbau 2029 beginnen. Wenn Planfeststellung und Förderung rechtzeitig abgeschlossen werden können, soll der neue Hochbahnsteig Harenberger Straße zum Fahrplanwechsel im Dezember 2030 in Betrieb gehen.

Link: Beschlussdrucksache zum Hochbahnsteig Harenberger Straße

Bildnachweis: infra

25 Leserkommentare zu „Hochbahnsteig Harenberger Straße: Umbau soll 2029 beginnen“

  1. Wahnsinn diese Kosten die der Allgemeinheit aufgrund Verteilung auf Land/Region zugemutet wird.

    Und was an Unsinnigkeit nicht wettgemacht wird, wird halt mit öffentlichen Geldern verschwendet. Damit Infra und Üstra machen können was sie wollen

    Antworten
  2. Passend zum Thema ein kurzer Reisebericht: Heute Vormittag bin ich mit der Tram 17 vom Münchner Hauptbahnhof zum Schloss Nymphenburg gefahren. Kein Hochbahnsteig weit und breit dank Niederflurbahnen! In München gibt es im klassischen Sinne keine „Hochbahnsteige“ im Straßenraum. Das Münchner Nahverkehrssystem setzt stattdessen auf eine strikte Trennung der Systeme. Yeah! Also genau das, was die Üstra zumindest für die Linie 10 versäumt hat. Mit kleinen Abstrichen funktioniert die Barrierefreiheit im Münchner ÖPNV recht gut. Das nimmt die Münchner Verkehrsgesellschaft für sich in Anspruch und deckt sich mit meinen Beobachtungen.

    Antworten
  3. Meine Frage nach den Folgen, wenn auf den Bau des Hochbahnsteigs „Harenberger Straße“ verzichtet wird, war natürlich rhetorisch gemeint. Deshalb beantworte ich mir diese Frage selbst. Zu diesem Zweck habe ich soeben eine Ortsbesichtigung gemacht. Bekanntlich befindet sich vor und hinter dieser Haltestelle bereits ein Hochbahnsteig. Der Hochbahnsteig „Brunnenstraße“ ist rund 350 m entfernt, der Hochbahnsteig „Wunstorfer Straße“ rund 400 m. Das heißt, wer dort auf einen Hochbahnsteig angewiesen ist, muss derzeit max. 400 m zu Fuß gehen. Das ist zumutbar. Die Anwohner leben damit, werden mindestens 5 weitere Jahre damit leben und haben ihr Leben zuvor ganz ohne Hochbahnsteige gemeistert.

    Diesen Hochbahnsteig wird niemand wirklich vermissen, von Hardlinern einmal abgesehen und Personen, die bei der Üstra oder der Infra angestellt sind. Städtebaulich wird er nicht so schlimm wie die in der Limmerstraße geplanten Hochbahnsteige. Aber ein Schnäppchen ist er auch nicht. Laut einer Kostenschätzung der Üstra aus dem Jahr 2024 sollen es 7,8 Mio. Euro sein. Dass daraus >10 Mio Euro werden bedarf keiner prophetischen Gabe. Derzeit ist vorgesehen, dass die Region Hannover diesen Hochbahnsteig mit 5,0 Mio. Euro bezuschusst. Hallo!? Überall fehlt Geld für Einrichtungen, die wirklich das Leben der Menschen verbessern (O-Ton Steffen Krach) – Klimaanlagen in Pflegeheimen sind nur ein Beispiel. Und an dieser Stelle sollen Gelder für einen umstrittenen Hochbahnsteig lockergemacht werden, nur um das auf einer Fehlentscheidung beruhende Puzzle der Üstra zu vervollkommnen!

    Ich bin nicht so naiv anzunehmen, dass sich an der Beschlusslage etwas ändert. Aber ich würde mich freuen, wenn unsere Lokalpolitiker ihr Abstimmungsverhalten künftig von den tatsächlichen Bedürfnissen der Bürger und Bürgerinnen leiten lassen, statt sich der Parteiräson unterzuordnen.

    Antworten
  4. Man braucht gar nicht nach Ost-Thüringen (Gera) zu fahren, schon in unserer Lieblings-Nachbargroßstadt Braunschweig kann man die platzsparende und vor allem städtebaulich schonende Wirkung von Niederflur besichtigen – Gliesmaroder Str z.B.
    Seitenbahnsteige mit geringer Bordansicht, die in den Gehweg integriert sind.
    Wohltuend zu sehen im Vergleich zu den Monstren, die wir hier bei Linie 10 und 9 in Linden bekommen.
    Andere Großstädte haben auch beide Systeme in einem Netz (Dortmund, Duisburg), auch mit Tunnelstrecken.
    Aber infra und Üstra wollten es schlicht nicht, die Argumente wurden dann gesucht und gefunden….

    Antworten
  5. Am Dienstag war ich in Gera (Drittgrößte Stadt Thüringens). Die Stadt ist kein Touristenmagnet, aber dennoch sehenswert. Wie es der Zufall will, verkündet Gera aktuell auf ihrer Website die Inbetriebnahme einer neuen Generation von Straßenbahnen. TINA heißt der Typ. Die Abkürzung steht für: „Total Integrierter Niederflur-Antrieb“. Die neuen Fahrzeuge seien niederflurig, klimatisiert und böten mit ihren Panoramafenstern und einem großzügigen Innenraum ein deutliches Plus an Komfort. Straßenbahnen dieser Generation sind laut GVB bereits in Darmstadt, Basel, Halle, Rostock und Den Haag im Einsatz. Auch Görlitz und Zwickau hätten sich inzwischen für diese Fahrzeuge entschieden, heißt es.
    Hier ist der Link: https://www.gera.de/meldung/neue-tina-strassenbahnen-offiziell-in-betrieb

    Man stelle sich vor, die Üstra hätte zumindest für die Linie 10 den gleichen oder einen ähnlichen Fahrzeugtyp geordert. Was bliebe uns nicht alles erspart!? Vor allem in der Limmerstraße. Und man glaubt es kaum, die Barrierefreiheit wäre sofort gewährleistet!

    Antworten
    • Na dann stelle ich hier mal den Link zu dem Bild der Bahn aus Rockstock ein:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Stadler_TINA_der_Stra%C3%9Fenbahn_Rostock.jpg
      Die Bahnen brauchen auch einen Bahnsteig, Ohne den sind diese Wagen nämlich auch nicht Behindertengerecht! Es wäre also nicht nur die Beschaffung dieser Fahrzeuge um die Linie 10 behindertengerecht zu machen es hätte trotzdem an jedem Halt erhöhte Bahnsteige gebraucht, das zwar nicht mit 82cm aber immer noch 28cm über Schiene. Somit müssen/könnten weiterhin alle die das betreten eines Hochbahnsteiges bei uns diesen nur über eine Rampe können dieses auch weiterhin über Rampen tun, auch wenn diese dann kürzer wäre.
      Warum sich vor nunmehr 14 Jahren gegen Niederflurbahnen auf der Linie 10 entschieden wurde, wurde damals ausreichend begründet. Unter anderen:
      – Höheren Wartungskosten der Niederflurbahnen.
      – Extra Werkstätten, da sie nicht in denen der Hochflurbahnen gewartet werden können.
      – Höhere Anschaffungskosten aufgrund der geringen benötigen Stückzahlen. (Denn es ist nicht möglich jeder der Gefertigten Bahnen dieses Typs in allen Städten wo sie zum Einsatz kommen auch zu verwenden da es Unterschiede in den Systemen/Anforderungen gibt was das verhindert und wodurch es eben nicht das eine Fahrzeug von der Stange ist.
      – Personal das extra für die Fahrzeuge geschult sein muss.

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      • Bist du der Pressesprecher der Üstra? Die damalige Begründung hat sich als falsch herausgestellt. Kritiker wussten das von vornherein. Alles was du an Mehrkosten für Niederflurbahnen aufzählst, wird durch das getoppt, was Hochbahnsteige tatsächlich kosten. Ich könnte dir eine ganze Reihe von Nachteilen aufzählen. Die werden von der Üstra ignoriert. Es täte der Geschäftsleitung gut, in Sack und Asche zu gehen, statt die Fehler der Vergangenheit schönzureden. Wenn Hochbahnsteige so toll wären, hätten wir diese in allen 60 deutschen Städten, in denen es Stadtbahnen gibt. Mein Beispiel aus Gera zeigt ein anderes Bild.

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        • Nein, ich bin weder Pressesprecher noch anderweitig bei der Üstra.
          Ich unterschlage aber nicht Tatsachen um Niederflurbahnen hinterher zu trauern die in Hannover nun mal nicht kommen werden.
          Denn Hannover hat sich bei der Planung für die U-Bahntunnel nun mal für Hochflur entschieden weil es bis Baubeginn der Tunnel in den 60ern nun mal keine brauchbaren Niederflurbahnen gab die den Anforderungen gerecht geworden wären um die Hannoversche Stadtbahn damit zu betreiben. Und man auch noch Jahrzehnte davon entfernt entsprechende Fahrzeuge zu entwickeln mit denen man dann auch Netze ausstatten konnte die bis dahin noch nicht auf Hochflur gesetzt haben.
          Wenn Niederflur so gut ist warum gibt es dann keine Niederflur S-Bahnen? Oder anders gefragt warum gehen die nicht tiefer mit den Einstieg als 55cm über Schienenoberkante?
          Und Hannover wollte nun mal erst ein U-Bahnnetz nach S-Bahnstandart!

          Die meisten Kosten die ich Aufliste sind Kosten die anfallen während des laufenden Betriebs. Und die Kosten für den Bau von Nierflurhalten und den Rückbau der bisher schon in Hochflur errichteten Haltestellen ist auch nicht umsonst.
          Wie schon geschrieben auch Niederflur braucht erhöhte Bahnsteige, wenn auch nicht so hoch. Die Kosten für das verlegen von Leitungen und der Aufbauten auf dem Bahnsteigen sowie die Instandhaltung derer wird identisch sein. Also wird auf absehbare Zeit (auch wenn sie das nicht sehen wollen) der zusätzliche Niederflurbetrieb teurer als ein einheitliches Hochflurnetz.

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          • Auch wenn du nach eigener Aussage kein Mitarbeiter der Üstra bist, übernimmst du kritiklos deren Argumente. Ich habe übrigens nichts gegen die Üstra. Vieles läuft ausgezeichnet. Managementfehler sind davon allerdings ausgenommen. Die technische Entwicklung ist nicht in den 60er Jahren stehengeblieben. So gab es spätestens in Bezug auf die Linie 10 die Gelegenheit, mit Niederflurbahnen städtebauliche Schandtaten zu verhindern. BIU (Bürgerinitiative Umweltschutz) und VCD (Verkehrsclub Deutschland) haben das Für und Wider vor rund 15 Jahren ausführlich analysiert:
            https://www.hannover-entdecken.de/images/stories/Nachrichten-Linden/niederflur_broschuere-klein_vcd_biu_k.pdf

            Unabhängig davon, dass die Üstra aus fadenscheinigen Gründen die Niederflurtechnik abgelehnt hat, wäre es jetzt klug, innezuhalten und die weiteren Schritte zu hinterfragen. Im konkreten Fall ist es skandalös, angesichts viel wichtigerer Probleme 10 Mio. Euro dafür auszugeben, dass einige wenige Fahrgäste einen etwas kürzeren Weg zum nächsten Hochbahnsteig haben.

  6. Mir ist nicht bekannt, dass ein Mensch wegen eines fehlenden Hochbahnsteigs gestorben ist. An extremer Hitze schon. Die aktuellen Zahlen sind alarmierend. Vor allem ältere Menschen in Alten- und Pflegeeinrichtungen sind davon betroffen. Mit Klimaanlagen könnte man dagegensteuern. Dafür fehlt das Geld. Man stelle sich vor, die Üstra würde auf den Bau des Hochbahnsteigs verzichten, der sowieso erst frühestens in 5 Jahren fertigwird, und die 10 Mio. Euro unmittelbar für Klimaanlagen zur Verfügung stellen, mit denen bereits in der nächsten Hitzeperiode zahlreiche Menschenleben gerettet werden könnten. Undenkbar!? Leider ja. Und so werden wir damit leben müssen – so makaber das klingt –, dass vulnerable Bürgerinnen und Bürger die angeblich hilfreichen Einrichtungen der Üstra nicht nutzen können, weil sie vorher an Altersschwäche oder am Hitzetod gestorben sind.

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    • Die TW 3000 und auch die neuen TW 4000 Fahrzeuge haben/bekommen Klimaanlagen! Allerdings ist die Wirkung nur begrenzt da an jeder Haltestelle Türen aufgehen womit es auch zu einem Luftaustausch kommt.

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      • Fehlende Klimaanlagen in Stadtbahnen sind das geringere Problem als fehlende Klimaanlagen in Pflegeheimen. Angenommen, der Hochbahnsteig „Harenberger Straße“ wird nie gebaut. Welche Folgen hätte dies für die Fahrgäste?

        P.S. Wegen der Stilblüte am Ende meines Kommentars bitte ich um Nachsicht. Natürlich kann man nicht am Hitzetod sterben. An den Folgen extremer Hitze indes schon. Und darum geht es mir. Hierzulande wird viel zu viel Geld für falsche Maßnahmen ausgegeben.

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        • Seit wann betreibt die Üstra oder Infra Pflegeheime, Krankenhäuser oder Schulen in denen Klimaanlagen fehlen? Wenn dann müssen die entsprechenden Einrichtungen eben Investieren und dafür Fördergelder beantragen. Das hat dann aber sicher keine Auswirkungen auf die Anzahl an Hochbahnsteigen oder Förderungen derer denn wenn dann sind es ganz unterschiedliche Töpfe aus denen das Geld.
          Problem bei den Pflegeheimen ist in erster Linie das diese trotz Sanierungs- und Instandhaltungsbeiträgen die von den Bewohnenden und den Pflegekassen kassiert werden eben nicht für die Modernisierung der Einrichtungen verwendet werden außer es ist ein absolutes muss. Wenn dann sollte man mal lieber alle Pflegeeinrichtung verstaatlichen oder zumindest dafür sorgen dass die Überschüsse die erwirtschaftet werden nicht irgendwo anders hin versickern können, sondern auch wirklich den Bewohnenden und der Qualität der Pflege zu gute kommen.

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          • Du hast nicht verstanden, was ich mit meinem Kommentar ausdrücken wollte. Deshalb verzichte ich auf weitere Erläuterungen. Aber vielleicht kannst du meine Frage nach den Folgen beantworten, wenn der Hochbahnsteig „Harenberger Straße“ nie gebaut würde.

    • Man kann auch das eine tun ohne das andere zu lassen. Anders ausgedrückt: Es ist möglich, an mehr als einem Problem gleichzeitig zu arbeiten. Aber die üstra ist nicht für Klimaanlagen zuständig, sondern für ÖPNV. Und in dem Zusammenhang auch für Barrierefreiheit. Letztere wurde leider zu lange aufgeschoben, daher ist der Hochbahnsteig zu begrüßen und kommt gerade auch mobilitätseingeschränkten Leute zugute.

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      • Für diejenigen, die sich schwertun, um die Ecke zu denken, sei in Kurzform Folgendes gesagt:

        Die Üstra soll keine Pflegeheime betreiben und/oder dort Klimaanlagen installieren. Es geht um die Finanzierung der Hochbahnsteige. Ohne öffentliche Zuschüsse wäre die Realisierung nicht möglich. Im Haushaltsplan 2026 der Region Hannover steht dazu Folgendes:

        „Der Fachbereich Verkehr weist in der Finanzplanung ein anhaltend hohes Defizit auf, das im Wesentlichen durch die Finanzierung des Personennah- und -schienenverkehrs, investive Infrastrukturmaßnahmen sowie laufende Zuschüsse an Verkehrsunternehmen geprägt ist.“

        Der scheidende Regionspräsident Steffen Krach gab 2025 zu Protokoll: „Wir investieren in Projekte, die das Leben der Menschen verbessern.“ Einverstanden. Man stelle sich vor, die Region würde der Üstra das Budget für Hochbahnsteige kürzen und dafür stärker in andere Projekte investieren, die das Leben der Menschen nicht nur verbessern, sondern schützen, wäre dies ein gemeinwohlorientierter Akt zum Nutzen der gesamten Gesellschaft.

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  7. Eins der Probleme ist, dass es keine Kooperation zwischen den verschiedenen Akteuren gibt. Beim Neubau des Stichweh Leineparks hätte man sich sonst auch schon Gedanken machen können, ob man nicht Platz für einen Hochbahnsteig mit einplant, dann wäre eine Zusammenlegung der Haltestellen Wunstorfer Straße und Harenberger Straße möglich gewesen, die dann direkt vor dem Stichweh Leinepark hätte entstehen können. Ich fand es jedenfalls gut, als die Ersatzhaltestelle dort eingerichtet war.

    Nun sucht man verzweifelt nach Lösungen. Wie wäre es mit einem Trogbahnsteig an der Harenberger Straße, als weitere Möglichkeit?
    Wie wirkt sich der 45 Meter „kurze“ Hochbahnsteig auf die Hochbahnsteige in der Limmerstraße aus? Braucht man dann dort wirklich 75 Meter lange Hochbahnsteige, also 30 Meter mehr?

    Antworten
      • Auch mit Rampen gibt es verschiedene Möglichkeiten: Wie am Steintor, wo die Rampe nicht erst am Ende beginnt (auch andernorts zu sehen) oder wie an der Rosenstraße, bei dem die Rampe sogar noch in einen verlängerten Bahnsteig übergeht. Der Hochbahnsteig am Herrenhäuser Markt ist z. B. „nur“ 70 Meter lang und da halten sogar 3-Wagen-Züge, was auf der Linie 10 wegen der kurzen Hochbahnsteige nicht möglich ist. https://www.infra-hannover.de/haltestelle/herrenhaeuser-markt/
        Warum dann also nicht auch bei den Hochbahnsteigen entlang der Limmerstraße Fläche einsparen, wenn es doch möglich wäre?

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        • „Der Hochbahnsteig am Herrenhäuser Markt ist z. B. „nur“ 70 Meter lang“. Das ist aber eine sehr schlechte Lösung. Die Mehrheit der aussteigenden Personen gehen dann Richtung Ampelquerung und da stauen sich regelmäßig diese Personen, da es einfach sehr eng ist. Gerade Menschen mit Behinderung haben es da nicht wirklich einfach und gerade Sie erwähnen häufig Menschen mit Sehbehinderung. Ich habe das nicht, aber ich stelle es mir nicht gerade angenehm vor dann in einer Menschenmenge(ja, auf der Enge betrachtet ist es eine Menschenmenge)gehen zu müssen. Dazu kommen noch genügend andere mit Rollator und auch sonst ältere Menschen. Und bitte die Fahrräder nicht vergessen, einige werden ja auch in der Bahn mitgenommen.
          Am Steintor verhält es sich ähnlich. Sind die Bahnen zu voll und die Menge steigt aus und muss dann zurück gehen um zur Rampe oder zur Treppe zu kommen, das macht auch keinen Spaß.

          Das sind Notlösungen. Warum nicht besser machen wenn es die Möglichkeit gibt?

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          • Ich habe den Hochbahnsteig in Herrenhausen als Beispiel genommen, weil er für 3-Wagen-Züge „nur“ eine Länge von 70 Meter vorweist um sich bildlich vorzustellen, wie viel Platz die Rampen einnehmen.. Auf der Linie 10 werden aber ausschließlich 2-Wagen-Züge eingesetzt, weil es kürzere Hochbahnsteige gibt, an denen keine längeren Bahnen halten können.
            Da der Hochbahnsteig vor Edeka so massiv kritisiert wird, weil er wie eine Mauer, der die Limmerstraße teilt wahrgenommen wird, wäre es doch klug, sich auch über kürzere Rampen Gedanken zu machen. Natürlich wäre das auch nicht die beste Lösung, keine Frage. Aber um die Akzeptanz des Hochbahnsteigs zu erhöhen, wäre das dann ein geeignetes Mittel, zumal hier auch noch Busse halten.

            Ich hätte die beiden Hochbahnsteige auch einfach zu einem zusammengelegt, da die Haltestellen sehr dicht beieinander sind. Die Bushaltestellen wären am jetzigen Platz geblieben und zusätzlich hätte ich die alte Bushaltestelle Ungerstraße wieder ins Leben gerufen zudem noch den Takt der Linie 170 erhöht. Ich finde auch die Idee mit dem Trogbahnsteig gut: https://www.youtube.com/watch?v=zUKcEub7Knk

            Was die Barrierefreiheit angeht: Wenn man es richtig machen wollte, dann dürfte es weder Wartehäuschen noch andere „Hindernisse“ geben, die beim Ein- und Ausstieg den Platz so minimieren, dass sich die Fahrgäste selbst im Weg sind. Ich persönlich mag Seitenhochbahnsteige lieber, da dort nur Fahrgäste einer Bahn aus- und zusteigen.

            Multifunktionsplatz: Ich würde mir wünschen, dass diese direkt gegenüber von Türen angelegt und die Fahrzeugtüren dafür versetzt wären. Der Multifunktionsplatz ist eingerahmt von Seitenteilen, die das Aufsuchen mit Kinderwagen, Rollstuhl, Fahrrad usw. in gut besetzten Fahrzeugen behindern. In Bussen ist das besser gelöst.

        • Der Platz in der Harenberger Straße ist zu eng um dort integrierte Rampen in den Hochbahnsteg zu bauen. es ist dort so eng das man nicht mal durchgehend die 4 Meter Breite schafft die bisher als Mindestbreite angedacht war. Man gut das dort nicht so viele Leute aus und Zusteigen wie es an der Wunstorfer Straße der Fall ist.
          Hochbahnsteige auf Stecken auf denen keine TW 6000er (die grünen Wagen) mehr eingesetzt werden können 5 Meter Kürzer gebaut werden als die maximale Zuglänge, also 3 Wagen 75Meter=70Meter Hochbahnsteig 2 Wagen 50Meter=45Meter Hochbahnsteig. Die TW 6000 sind Länger als 25 Meter und die Türen sind weiter an den Fahrzeugenden wodurch die Hochbahnsteige die nur für 2 Wagen sind Länger ausfallen müssen.

          Ein Trogbahnsteig macht da auch keinen Sinn da die Rampen um die Bahn die 82cm nach unten zu bringen länger sind als die für die Fahrgäste nach oben. Außerdem brächte man dann Seitenbahnsteige wodurch die Anwohner nicht mehr mit Fahrzeugen auf ihre Grundstücke kommen würden!

          Antworten
          • Ich habe mich noch nicht damit befasst, wo welche Anwohner in der Harenberger Straße oder der Limmerstraße ihre Grundstücke dann nicht mehr erreichen könnten, aber auch eine Kombination aus Absenkung uns Anhebung wie an der Brunnenstraße wäre noch eine Option.
            Man könnte auch über versetzte Seitenbahnsteige nachdenken oder einen anderen Standort.

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25 Leserkommentare zu „Hochbahnsteig Harenberger Straße: Umbau soll 2029 beginnen“

  1. Wahnsinn diese Kosten die der Allgemeinheit aufgrund Verteilung auf Land/Region zugemutet wird.

    Und was an Unsinnigkeit nicht wettgemacht wird, wird halt mit öffentlichen Geldern verschwendet. Damit Infra und Üstra machen können was sie wollen

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  2. Passend zum Thema ein kurzer Reisebericht: Heute Vormittag bin ich mit der Tram 17 vom Münchner Hauptbahnhof zum Schloss Nymphenburg gefahren. Kein Hochbahnsteig weit und breit dank Niederflurbahnen! In München gibt es im klassischen Sinne keine „Hochbahnsteige“ im Straßenraum. Das Münchner Nahverkehrssystem setzt stattdessen auf eine strikte Trennung der Systeme. Yeah! Also genau das, was die Üstra zumindest für die Linie 10 versäumt hat. Mit kleinen Abstrichen funktioniert die Barrierefreiheit im Münchner ÖPNV recht gut. Das nimmt die Münchner Verkehrsgesellschaft für sich in Anspruch und deckt sich mit meinen Beobachtungen.

    Antworten
  3. Meine Frage nach den Folgen, wenn auf den Bau des Hochbahnsteigs „Harenberger Straße“ verzichtet wird, war natürlich rhetorisch gemeint. Deshalb beantworte ich mir diese Frage selbst. Zu diesem Zweck habe ich soeben eine Ortsbesichtigung gemacht. Bekanntlich befindet sich vor und hinter dieser Haltestelle bereits ein Hochbahnsteig. Der Hochbahnsteig „Brunnenstraße“ ist rund 350 m entfernt, der Hochbahnsteig „Wunstorfer Straße“ rund 400 m. Das heißt, wer dort auf einen Hochbahnsteig angewiesen ist, muss derzeit max. 400 m zu Fuß gehen. Das ist zumutbar. Die Anwohner leben damit, werden mindestens 5 weitere Jahre damit leben und haben ihr Leben zuvor ganz ohne Hochbahnsteige gemeistert.

    Diesen Hochbahnsteig wird niemand wirklich vermissen, von Hardlinern einmal abgesehen und Personen, die bei der Üstra oder der Infra angestellt sind. Städtebaulich wird er nicht so schlimm wie die in der Limmerstraße geplanten Hochbahnsteige. Aber ein Schnäppchen ist er auch nicht. Laut einer Kostenschätzung der Üstra aus dem Jahr 2024 sollen es 7,8 Mio. Euro sein. Dass daraus >10 Mio Euro werden bedarf keiner prophetischen Gabe. Derzeit ist vorgesehen, dass die Region Hannover diesen Hochbahnsteig mit 5,0 Mio. Euro bezuschusst. Hallo!? Überall fehlt Geld für Einrichtungen, die wirklich das Leben der Menschen verbessern (O-Ton Steffen Krach) – Klimaanlagen in Pflegeheimen sind nur ein Beispiel. Und an dieser Stelle sollen Gelder für einen umstrittenen Hochbahnsteig lockergemacht werden, nur um das auf einer Fehlentscheidung beruhende Puzzle der Üstra zu vervollkommnen!

    Ich bin nicht so naiv anzunehmen, dass sich an der Beschlusslage etwas ändert. Aber ich würde mich freuen, wenn unsere Lokalpolitiker ihr Abstimmungsverhalten künftig von den tatsächlichen Bedürfnissen der Bürger und Bürgerinnen leiten lassen, statt sich der Parteiräson unterzuordnen.

    Antworten
  4. Man braucht gar nicht nach Ost-Thüringen (Gera) zu fahren, schon in unserer Lieblings-Nachbargroßstadt Braunschweig kann man die platzsparende und vor allem städtebaulich schonende Wirkung von Niederflur besichtigen – Gliesmaroder Str z.B.
    Seitenbahnsteige mit geringer Bordansicht, die in den Gehweg integriert sind.
    Wohltuend zu sehen im Vergleich zu den Monstren, die wir hier bei Linie 10 und 9 in Linden bekommen.
    Andere Großstädte haben auch beide Systeme in einem Netz (Dortmund, Duisburg), auch mit Tunnelstrecken.
    Aber infra und Üstra wollten es schlicht nicht, die Argumente wurden dann gesucht und gefunden….

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  5. Am Dienstag war ich in Gera (Drittgrößte Stadt Thüringens). Die Stadt ist kein Touristenmagnet, aber dennoch sehenswert. Wie es der Zufall will, verkündet Gera aktuell auf ihrer Website die Inbetriebnahme einer neuen Generation von Straßenbahnen. TINA heißt der Typ. Die Abkürzung steht für: „Total Integrierter Niederflur-Antrieb“. Die neuen Fahrzeuge seien niederflurig, klimatisiert und böten mit ihren Panoramafenstern und einem großzügigen Innenraum ein deutliches Plus an Komfort. Straßenbahnen dieser Generation sind laut GVB bereits in Darmstadt, Basel, Halle, Rostock und Den Haag im Einsatz. Auch Görlitz und Zwickau hätten sich inzwischen für diese Fahrzeuge entschieden, heißt es.
    Hier ist der Link: https://www.gera.de/meldung/neue-tina-strassenbahnen-offiziell-in-betrieb

    Man stelle sich vor, die Üstra hätte zumindest für die Linie 10 den gleichen oder einen ähnlichen Fahrzeugtyp geordert. Was bliebe uns nicht alles erspart!? Vor allem in der Limmerstraße. Und man glaubt es kaum, die Barrierefreiheit wäre sofort gewährleistet!

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    • Na dann stelle ich hier mal den Link zu dem Bild der Bahn aus Rockstock ein:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Stadler_TINA_der_Stra%C3%9Fenbahn_Rostock.jpg
      Die Bahnen brauchen auch einen Bahnsteig, Ohne den sind diese Wagen nämlich auch nicht Behindertengerecht! Es wäre also nicht nur die Beschaffung dieser Fahrzeuge um die Linie 10 behindertengerecht zu machen es hätte trotzdem an jedem Halt erhöhte Bahnsteige gebraucht, das zwar nicht mit 82cm aber immer noch 28cm über Schiene. Somit müssen/könnten weiterhin alle die das betreten eines Hochbahnsteiges bei uns diesen nur über eine Rampe können dieses auch weiterhin über Rampen tun, auch wenn diese dann kürzer wäre.
      Warum sich vor nunmehr 14 Jahren gegen Niederflurbahnen auf der Linie 10 entschieden wurde, wurde damals ausreichend begründet. Unter anderen:
      – Höheren Wartungskosten der Niederflurbahnen.
      – Extra Werkstätten, da sie nicht in denen der Hochflurbahnen gewartet werden können.
      – Höhere Anschaffungskosten aufgrund der geringen benötigen Stückzahlen. (Denn es ist nicht möglich jeder der Gefertigten Bahnen dieses Typs in allen Städten wo sie zum Einsatz kommen auch zu verwenden da es Unterschiede in den Systemen/Anforderungen gibt was das verhindert und wodurch es eben nicht das eine Fahrzeug von der Stange ist.
      – Personal das extra für die Fahrzeuge geschult sein muss.

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      • Bist du der Pressesprecher der Üstra? Die damalige Begründung hat sich als falsch herausgestellt. Kritiker wussten das von vornherein. Alles was du an Mehrkosten für Niederflurbahnen aufzählst, wird durch das getoppt, was Hochbahnsteige tatsächlich kosten. Ich könnte dir eine ganze Reihe von Nachteilen aufzählen. Die werden von der Üstra ignoriert. Es täte der Geschäftsleitung gut, in Sack und Asche zu gehen, statt die Fehler der Vergangenheit schönzureden. Wenn Hochbahnsteige so toll wären, hätten wir diese in allen 60 deutschen Städten, in denen es Stadtbahnen gibt. Mein Beispiel aus Gera zeigt ein anderes Bild.

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        • Nein, ich bin weder Pressesprecher noch anderweitig bei der Üstra.
          Ich unterschlage aber nicht Tatsachen um Niederflurbahnen hinterher zu trauern die in Hannover nun mal nicht kommen werden.
          Denn Hannover hat sich bei der Planung für die U-Bahntunnel nun mal für Hochflur entschieden weil es bis Baubeginn der Tunnel in den 60ern nun mal keine brauchbaren Niederflurbahnen gab die den Anforderungen gerecht geworden wären um die Hannoversche Stadtbahn damit zu betreiben. Und man auch noch Jahrzehnte davon entfernt entsprechende Fahrzeuge zu entwickeln mit denen man dann auch Netze ausstatten konnte die bis dahin noch nicht auf Hochflur gesetzt haben.
          Wenn Niederflur so gut ist warum gibt es dann keine Niederflur S-Bahnen? Oder anders gefragt warum gehen die nicht tiefer mit den Einstieg als 55cm über Schienenoberkante?
          Und Hannover wollte nun mal erst ein U-Bahnnetz nach S-Bahnstandart!

          Die meisten Kosten die ich Aufliste sind Kosten die anfallen während des laufenden Betriebs. Und die Kosten für den Bau von Nierflurhalten und den Rückbau der bisher schon in Hochflur errichteten Haltestellen ist auch nicht umsonst.
          Wie schon geschrieben auch Niederflur braucht erhöhte Bahnsteige, wenn auch nicht so hoch. Die Kosten für das verlegen von Leitungen und der Aufbauten auf dem Bahnsteigen sowie die Instandhaltung derer wird identisch sein. Also wird auf absehbare Zeit (auch wenn sie das nicht sehen wollen) der zusätzliche Niederflurbetrieb teurer als ein einheitliches Hochflurnetz.

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          • Auch wenn du nach eigener Aussage kein Mitarbeiter der Üstra bist, übernimmst du kritiklos deren Argumente. Ich habe übrigens nichts gegen die Üstra. Vieles läuft ausgezeichnet. Managementfehler sind davon allerdings ausgenommen. Die technische Entwicklung ist nicht in den 60er Jahren stehengeblieben. So gab es spätestens in Bezug auf die Linie 10 die Gelegenheit, mit Niederflurbahnen städtebauliche Schandtaten zu verhindern. BIU (Bürgerinitiative Umweltschutz) und VCD (Verkehrsclub Deutschland) haben das Für und Wider vor rund 15 Jahren ausführlich analysiert:
            https://www.hannover-entdecken.de/images/stories/Nachrichten-Linden/niederflur_broschuere-klein_vcd_biu_k.pdf

            Unabhängig davon, dass die Üstra aus fadenscheinigen Gründen die Niederflurtechnik abgelehnt hat, wäre es jetzt klug, innezuhalten und die weiteren Schritte zu hinterfragen. Im konkreten Fall ist es skandalös, angesichts viel wichtigerer Probleme 10 Mio. Euro dafür auszugeben, dass einige wenige Fahrgäste einen etwas kürzeren Weg zum nächsten Hochbahnsteig haben.

  6. Mir ist nicht bekannt, dass ein Mensch wegen eines fehlenden Hochbahnsteigs gestorben ist. An extremer Hitze schon. Die aktuellen Zahlen sind alarmierend. Vor allem ältere Menschen in Alten- und Pflegeeinrichtungen sind davon betroffen. Mit Klimaanlagen könnte man dagegensteuern. Dafür fehlt das Geld. Man stelle sich vor, die Üstra würde auf den Bau des Hochbahnsteigs verzichten, der sowieso erst frühestens in 5 Jahren fertigwird, und die 10 Mio. Euro unmittelbar für Klimaanlagen zur Verfügung stellen, mit denen bereits in der nächsten Hitzeperiode zahlreiche Menschenleben gerettet werden könnten. Undenkbar!? Leider ja. Und so werden wir damit leben müssen – so makaber das klingt –, dass vulnerable Bürgerinnen und Bürger die angeblich hilfreichen Einrichtungen der Üstra nicht nutzen können, weil sie vorher an Altersschwäche oder am Hitzetod gestorben sind.

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    • Die TW 3000 und auch die neuen TW 4000 Fahrzeuge haben/bekommen Klimaanlagen! Allerdings ist die Wirkung nur begrenzt da an jeder Haltestelle Türen aufgehen womit es auch zu einem Luftaustausch kommt.

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      • Fehlende Klimaanlagen in Stadtbahnen sind das geringere Problem als fehlende Klimaanlagen in Pflegeheimen. Angenommen, der Hochbahnsteig „Harenberger Straße“ wird nie gebaut. Welche Folgen hätte dies für die Fahrgäste?

        P.S. Wegen der Stilblüte am Ende meines Kommentars bitte ich um Nachsicht. Natürlich kann man nicht am Hitzetod sterben. An den Folgen extremer Hitze indes schon. Und darum geht es mir. Hierzulande wird viel zu viel Geld für falsche Maßnahmen ausgegeben.

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        • Seit wann betreibt die Üstra oder Infra Pflegeheime, Krankenhäuser oder Schulen in denen Klimaanlagen fehlen? Wenn dann müssen die entsprechenden Einrichtungen eben Investieren und dafür Fördergelder beantragen. Das hat dann aber sicher keine Auswirkungen auf die Anzahl an Hochbahnsteigen oder Förderungen derer denn wenn dann sind es ganz unterschiedliche Töpfe aus denen das Geld.
          Problem bei den Pflegeheimen ist in erster Linie das diese trotz Sanierungs- und Instandhaltungsbeiträgen die von den Bewohnenden und den Pflegekassen kassiert werden eben nicht für die Modernisierung der Einrichtungen verwendet werden außer es ist ein absolutes muss. Wenn dann sollte man mal lieber alle Pflegeeinrichtung verstaatlichen oder zumindest dafür sorgen dass die Überschüsse die erwirtschaftet werden nicht irgendwo anders hin versickern können, sondern auch wirklich den Bewohnenden und der Qualität der Pflege zu gute kommen.

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          • Du hast nicht verstanden, was ich mit meinem Kommentar ausdrücken wollte. Deshalb verzichte ich auf weitere Erläuterungen. Aber vielleicht kannst du meine Frage nach den Folgen beantworten, wenn der Hochbahnsteig „Harenberger Straße“ nie gebaut würde.

    • Man kann auch das eine tun ohne das andere zu lassen. Anders ausgedrückt: Es ist möglich, an mehr als einem Problem gleichzeitig zu arbeiten. Aber die üstra ist nicht für Klimaanlagen zuständig, sondern für ÖPNV. Und in dem Zusammenhang auch für Barrierefreiheit. Letztere wurde leider zu lange aufgeschoben, daher ist der Hochbahnsteig zu begrüßen und kommt gerade auch mobilitätseingeschränkten Leute zugute.

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      • Für diejenigen, die sich schwertun, um die Ecke zu denken, sei in Kurzform Folgendes gesagt:

        Die Üstra soll keine Pflegeheime betreiben und/oder dort Klimaanlagen installieren. Es geht um die Finanzierung der Hochbahnsteige. Ohne öffentliche Zuschüsse wäre die Realisierung nicht möglich. Im Haushaltsplan 2026 der Region Hannover steht dazu Folgendes:

        „Der Fachbereich Verkehr weist in der Finanzplanung ein anhaltend hohes Defizit auf, das im Wesentlichen durch die Finanzierung des Personennah- und -schienenverkehrs, investive Infrastrukturmaßnahmen sowie laufende Zuschüsse an Verkehrsunternehmen geprägt ist.“

        Der scheidende Regionspräsident Steffen Krach gab 2025 zu Protokoll: „Wir investieren in Projekte, die das Leben der Menschen verbessern.“ Einverstanden. Man stelle sich vor, die Region würde der Üstra das Budget für Hochbahnsteige kürzen und dafür stärker in andere Projekte investieren, die das Leben der Menschen nicht nur verbessern, sondern schützen, wäre dies ein gemeinwohlorientierter Akt zum Nutzen der gesamten Gesellschaft.

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  7. Eins der Probleme ist, dass es keine Kooperation zwischen den verschiedenen Akteuren gibt. Beim Neubau des Stichweh Leineparks hätte man sich sonst auch schon Gedanken machen können, ob man nicht Platz für einen Hochbahnsteig mit einplant, dann wäre eine Zusammenlegung der Haltestellen Wunstorfer Straße und Harenberger Straße möglich gewesen, die dann direkt vor dem Stichweh Leinepark hätte entstehen können. Ich fand es jedenfalls gut, als die Ersatzhaltestelle dort eingerichtet war.

    Nun sucht man verzweifelt nach Lösungen. Wie wäre es mit einem Trogbahnsteig an der Harenberger Straße, als weitere Möglichkeit?
    Wie wirkt sich der 45 Meter „kurze“ Hochbahnsteig auf die Hochbahnsteige in der Limmerstraße aus? Braucht man dann dort wirklich 75 Meter lange Hochbahnsteige, also 30 Meter mehr?

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      • Auch mit Rampen gibt es verschiedene Möglichkeiten: Wie am Steintor, wo die Rampe nicht erst am Ende beginnt (auch andernorts zu sehen) oder wie an der Rosenstraße, bei dem die Rampe sogar noch in einen verlängerten Bahnsteig übergeht. Der Hochbahnsteig am Herrenhäuser Markt ist z. B. „nur“ 70 Meter lang und da halten sogar 3-Wagen-Züge, was auf der Linie 10 wegen der kurzen Hochbahnsteige nicht möglich ist. https://www.infra-hannover.de/haltestelle/herrenhaeuser-markt/
        Warum dann also nicht auch bei den Hochbahnsteigen entlang der Limmerstraße Fläche einsparen, wenn es doch möglich wäre?

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        • „Der Hochbahnsteig am Herrenhäuser Markt ist z. B. „nur“ 70 Meter lang“. Das ist aber eine sehr schlechte Lösung. Die Mehrheit der aussteigenden Personen gehen dann Richtung Ampelquerung und da stauen sich regelmäßig diese Personen, da es einfach sehr eng ist. Gerade Menschen mit Behinderung haben es da nicht wirklich einfach und gerade Sie erwähnen häufig Menschen mit Sehbehinderung. Ich habe das nicht, aber ich stelle es mir nicht gerade angenehm vor dann in einer Menschenmenge(ja, auf der Enge betrachtet ist es eine Menschenmenge)gehen zu müssen. Dazu kommen noch genügend andere mit Rollator und auch sonst ältere Menschen. Und bitte die Fahrräder nicht vergessen, einige werden ja auch in der Bahn mitgenommen.
          Am Steintor verhält es sich ähnlich. Sind die Bahnen zu voll und die Menge steigt aus und muss dann zurück gehen um zur Rampe oder zur Treppe zu kommen, das macht auch keinen Spaß.

          Das sind Notlösungen. Warum nicht besser machen wenn es die Möglichkeit gibt?

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          • Ich habe den Hochbahnsteig in Herrenhausen als Beispiel genommen, weil er für 3-Wagen-Züge „nur“ eine Länge von 70 Meter vorweist um sich bildlich vorzustellen, wie viel Platz die Rampen einnehmen.. Auf der Linie 10 werden aber ausschließlich 2-Wagen-Züge eingesetzt, weil es kürzere Hochbahnsteige gibt, an denen keine längeren Bahnen halten können.
            Da der Hochbahnsteig vor Edeka so massiv kritisiert wird, weil er wie eine Mauer, der die Limmerstraße teilt wahrgenommen wird, wäre es doch klug, sich auch über kürzere Rampen Gedanken zu machen. Natürlich wäre das auch nicht die beste Lösung, keine Frage. Aber um die Akzeptanz des Hochbahnsteigs zu erhöhen, wäre das dann ein geeignetes Mittel, zumal hier auch noch Busse halten.

            Ich hätte die beiden Hochbahnsteige auch einfach zu einem zusammengelegt, da die Haltestellen sehr dicht beieinander sind. Die Bushaltestellen wären am jetzigen Platz geblieben und zusätzlich hätte ich die alte Bushaltestelle Ungerstraße wieder ins Leben gerufen zudem noch den Takt der Linie 170 erhöht. Ich finde auch die Idee mit dem Trogbahnsteig gut: https://www.youtube.com/watch?v=zUKcEub7Knk

            Was die Barrierefreiheit angeht: Wenn man es richtig machen wollte, dann dürfte es weder Wartehäuschen noch andere „Hindernisse“ geben, die beim Ein- und Ausstieg den Platz so minimieren, dass sich die Fahrgäste selbst im Weg sind. Ich persönlich mag Seitenhochbahnsteige lieber, da dort nur Fahrgäste einer Bahn aus- und zusteigen.

            Multifunktionsplatz: Ich würde mir wünschen, dass diese direkt gegenüber von Türen angelegt und die Fahrzeugtüren dafür versetzt wären. Der Multifunktionsplatz ist eingerahmt von Seitenteilen, die das Aufsuchen mit Kinderwagen, Rollstuhl, Fahrrad usw. in gut besetzten Fahrzeugen behindern. In Bussen ist das besser gelöst.

        • Der Platz in der Harenberger Straße ist zu eng um dort integrierte Rampen in den Hochbahnsteg zu bauen. es ist dort so eng das man nicht mal durchgehend die 4 Meter Breite schafft die bisher als Mindestbreite angedacht war. Man gut das dort nicht so viele Leute aus und Zusteigen wie es an der Wunstorfer Straße der Fall ist.
          Hochbahnsteige auf Stecken auf denen keine TW 6000er (die grünen Wagen) mehr eingesetzt werden können 5 Meter Kürzer gebaut werden als die maximale Zuglänge, also 3 Wagen 75Meter=70Meter Hochbahnsteig 2 Wagen 50Meter=45Meter Hochbahnsteig. Die TW 6000 sind Länger als 25 Meter und die Türen sind weiter an den Fahrzeugenden wodurch die Hochbahnsteige die nur für 2 Wagen sind Länger ausfallen müssen.

          Ein Trogbahnsteig macht da auch keinen Sinn da die Rampen um die Bahn die 82cm nach unten zu bringen länger sind als die für die Fahrgäste nach oben. Außerdem brächte man dann Seitenbahnsteige wodurch die Anwohner nicht mehr mit Fahrzeugen auf ihre Grundstücke kommen würden!

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          • Ich habe mich noch nicht damit befasst, wo welche Anwohner in der Harenberger Straße oder der Limmerstraße ihre Grundstücke dann nicht mehr erreichen könnten, aber auch eine Kombination aus Absenkung uns Anhebung wie an der Brunnenstraße wäre noch eine Option.
            Man könnte auch über versetzte Seitenbahnsteige nachdenken oder einen anderen Standort.

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