Gadenstedter Oma-Bohne und Wurzel-Knoblauch aus Kaulitz

Saatgutbörse in der Schwanenburg
Die Saatgutbörse des Vermehrungsgartens in der Schwanenburg.

Cressida Bölke und Anne Abel sind aus Kaulitz bei Salzwedel mit Knoblauch-Brutzwiebeln gekommen, Marco Schmale hat die Gadenstedter Oma-Bohne mitgebracht, Gundula Isernhagen eine Auswahl aus ihrem Vermehrungsgarten „Herzsame“ in Neustadt und Helmut Reusch seine Honigauswahl mit „Limmer Glück“ und „Lindener Sommer“: Der Hannoversche Vermehrungsgarten hatte wie in jedem Jahr zur Saatgutbörse „Säen Sie sich das mal an!“ in die Schwanenburg in Limmer eingeladen. Ziel der Hobby-Samenzüchtenden ist, die Vielfalt alter, samenfester Gemüse- und Kräutersorten zu erhalten. „Wir arbeiten nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft und setzen uns für Saatgutsouveränität ein“, sagt Bölke, Geschäftsführerin des Lernortes Kuhdamm Cowlitz. Die Knoblauch-Brutzwiebeln gebe es vor Ort seit 42 Jahren.

Lernort Kuhdamm Kaulitz
Cressida Bölke (l.) und Anne Abel kamen aus Kaulitz.

Oma-Bohne als Teil der Aussteuer

Gadenstedter Oma-Bohne
Gadenstedter Oma-Bohne

Noch älter ist die Gadenstedter Oma-Bohne, deren Saatgut nach mündlicher Überlieferung 1839 im Zuge einer Heirat in den Besitz der Familie Timpe gekommen ist, wie die Braunschweiger Zeitung berichtet. Im Archiv der Genbank Gatersleben ist sie unter ihrem botanischen Namen „Phaseolus vulgaris L. subsp. vulgaris var. vulgaris“ zu finden. Seit 1861 wird die Bohne in der Familie vererbt und angebaut. Inzwischen setzt der Verein zum Erhalt der Nutzpflanzenvielfalt aus Hannover die Tradition fort. „Es ist belegt, dass Karoline Dorothe Lütgerding, als sie 1861 in die Familie Kappe aus dem Peiner Land einheiratete, Saatgut einer besonders guten und ertragreichen Bohnensorte mitbrachte. Diese Art der Weitergabe von bewährten Haussorten war damals eine übliche Praxis“, sagt Schmale.

Genussführer Slow Food
Die Schwanenburg mit ihrem nachhaltigen Catering-Konzept passte perfekt zur Ausstellung. Das Restaurant arbeitet für seine Küche mit den Produkten der Bioland-Gärtnerei Rothenfeld in Isernhagen zusammen. Seit kurzem ist die Schwanenburg auch in den „Genussführer“ des Vereins Slow Food Deutschland aufgenommen. Diese Auszeichnung steht für eine Transparenz in den Beziehungen zwischen Erzeugern, Händlern und Köchen.

Bildnachweis: Katharina Kümpel, Marco Schmale

4 Gedanken zu „Gadenstedter Oma-Bohne und Wurzel-Knoblauch aus Kaulitz“

  1. viele spannende Sorten findet man hier: dreschflegel-saatgut.de
    Einiges davon wie z.B. Drachenkuerbis, div. Tomatensorten oder Helgolaender Wildkohl habe ich selber ausprobiert. VG Jutta

    Antworten
  2. ich habe den Artikel mit großem Interesse gelesen. Eine Gruppe Interessierter Leute hat sich,
    auf Anregung unserer Wohnungsgenossenschaft, zusammengeschlossen ein Gemeinschaftsbeet zu beackern. Das erste Jahr haben wir recht erfolgreich gemeistert. Alle 8 Gemüsesorten haben guten Ertrag gebracht.
    Zukünftig haben wir großes Interessen an alten Gemüsesorten. Allerdings wissen wir jedoch nicht woher wir entsprechende Samen oder Pflanzen beziehen können.
    Vielleicht kann uns hier jemand helfen.

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4 Gedanken zu „Gadenstedter Oma-Bohne und Wurzel-Knoblauch aus Kaulitz“

  1. viele spannende Sorten findet man hier: dreschflegel-saatgut.de
    Einiges davon wie z.B. Drachenkuerbis, div. Tomatensorten oder Helgolaender Wildkohl habe ich selber ausprobiert. VG Jutta

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  2. ich habe den Artikel mit großem Interesse gelesen. Eine Gruppe Interessierter Leute hat sich,
    auf Anregung unserer Wohnungsgenossenschaft, zusammengeschlossen ein Gemeinschaftsbeet zu beackern. Das erste Jahr haben wir recht erfolgreich gemeistert. Alle 8 Gemüsesorten haben guten Ertrag gebracht.
    Zukünftig haben wir großes Interessen an alten Gemüsesorten. Allerdings wissen wir jedoch nicht woher wir entsprechende Samen oder Pflanzen beziehen können.
    Vielleicht kann uns hier jemand helfen.

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