
Nach tagelangem Stillstand nimmt auf der Stadtbahnlinie 9 der Bus-Ersatzverkehr den Betrieb auf. Ab heute, 12 Uhr, setzt die Üstra fünf Busse zwischen den Haltestellen Waterloo und Empelde ein. Ziel ist es, die wichtige Verkehrsverbindungen trotz weiterhin gesperrter Gleisanlagen verlässlich aufrechtzuerhalten. Die Stadtbahn selbst kann auf dem betroffenen Abschnitt vorerst nicht fahren.
Auslöser der massiven Einschränkungen war das Sturmtief „Elli“, das der Region so viel Schnee brachte wie zuletzt vor rund 15 Jahren. Dauerfrost mit Temperaturen bis zu minus 15 Grad erschwerte nicht nur das Räumen, sondern auch die Reparatur der Infrastruktur erheblich. Besonders problematisch waren vereiste Gleisbereiche, eingefrorene Weichen und Schneeverwehungen, die den Betrieb auf einzelnen Abschnitten vollständig lahmlegten.

Hinzu kamen Schäden an sogenannten Längsschienen sowie an Überwegplatten an Querungen für Radfahrer und Fußgänger. Durch Frost und Eis wurden diese Platten teilweise hochgedrückt. Derzeit muss jeder einzelne Übergang überprüft, von Schnee und Eis befreit und stellenweise mit schwerem Gerät neu ausgerichtet werden. Erst nach Abschluss dieser Arbeiten ist eine sichere Wiederaufnahme des Stadtbahnbetriebs möglich.
Um den Ersatzverkehr schnell auf die Beine zu stellen, waren neben eigenen Mitarbeitenden auch Kolleginnen und Kollegen in ihrer Freizeit im Einsatz. Unterstützung kam zudem vom Technischen Hilfswerk sowie vom Förderverein Straßenbahn. Der Verkehrsbetrieb Üstra setzt damit auf eine Kombination aus Busbetrieb und intensiven Reparaturarbeiten, um die Auswirkungen für Fahrgäste zu begrenzen.
Schadenersatz für Fahrgäste
Trotz der außergewöhnlichen Wetterlage gilt weiterhin die Üstra-Pünktlichkeitsgarantie. Pro Fahrt können bis zu fünf Euro erstattet werden, maximal zwei Fahrten pro Tag und zehn im Monat. Bei Monats- oder Jahreskarten ist die Entschädigung auf den anteiligen Monatspreis begrenzt. In den Nachtstunden zwischen 23 und 5 Uhr oder bei Wartezeiten von mehr als einer Stunde werden alternativ Taxikosten bis zu 25 Euro übernommen.
Auch Schulen entlang der Linie sind betroffen. An der IGS Linden nutzen nach Angaben von Schulleiter Tobias Langer rund 500 Schülerinnen und Schüler sowie etwa 30 Lehrkräfte täglich die Bahn. Dennoch konnten nur in wenigen Einzelfällen Kinder die Schule gar nicht erreichen. Einige Eltern entschieden sich aus Sorge um den Schulweg, ihre Kinder zu Hause zu lassen. Der Unterrichtsbetrieb sei insgesamt aber stabil geblieben.
Der Bus-Ersatzverkehr soll so lange aufrechterhalten werden, bis alle sicherheitsrelevanten Prüfungen abgeschlossen sind. Ein konkreter Termin für die Rückkehr der Stadtbahn auf der Linie 9 steht bislang nicht fest.
Update 13. Januar 16:00 Uhr:
Nach Angaben der Üstra werden noch heute weitere Haltestellen entlang dieses Streckenverlaufes von der Stadtbahn angefahren, sodass der Schienenersatzverkehr dann nur noch den Abschnitt zwischen „Am Soltekampe“ und „Empelde“ bedienen wird.
Ich erinnere mich an Unimogs die auch auf Schienen fahren konnten und an ganz viel Zubehör was man an einen Unimog schrauben kann, sogar an die Wellen und die Hydraulik lässt sich dieses Zubehör koppeln.
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Mittlerweile fährt die Linie 9 zwischen Hauptbahnhof und Soltekamp. Zwischen Soltekamp und Empelde gibt es einen Omnibusersatzverkehr.
Die Mitarbeiter von Aha und Üstra waren sicherlich sehr gefordert, keine Frage, aber ich verstehe nicht, warum die Straße nebenan komplett frei von Schnee ist und die Schienenbereiche nicht mit einbezogen wurden. Warum wurde die Strecke an der Linie 9 nicht so weit geräumt, dass schon viel eher Busse eingesetzt werden konnten, z. B. als andere Strecken noch nicht frei und entsprechend Busfahrer verfügbar waren.
Auch auf anderen Strecken wurden die Schienen immer wieder mit neuem Schneematsch bedeckt, weil der Schnee nicht komplett entfernt, sondern nur beiseite geräumt wurde. Mit jedem Fahrzeug wurde also nur der Matsch weiterverteilt.
Die Seitenstraßen wurden komplett vernachlässigt. Selbst um Schulen herum -deren Eigentümer wohl die Stadt sein dürfte- wurden nicht einmal die Gehwege regelmäßig geräumt oder gestreut.
In einer Situation die nicht mit dem vorhandenen Personal bewältigt werden kann, hätte ich mir gewünscht, dass Fremdfirmen (die z. B. auch für die größeren Wohnungsbaugesellschaften tätig sind) mit ins Boot geholt werden, um die Lage in den Griff zu bekommen.
Vielleicht klappt es beim nächsten Mal besser.