Beratungsstelle für Arbeitslose bleibt in Linden-Nord

Walter-Ballhaus-Straße 4
„Aus betrieblichen Gründen bleibt die Beratungsstelle vorerst geschlossen“, informiert ein Zettel an einem Fenster

Der Verein Werkheim führt die Beratungsstelle für Arbeitslose in Linden-Nord nach der Insolvenz des bisherigen Trägers, der Arbeits- und Sozialberatungsstelle (ASG), weiter. „Die Mitarbeitenden haben bereits neue Anstellungsverträge und arbeiten derzeit in unserer Zentrale in der Büttnerstraße. Nach der Renovierung kehren sie in die Walter-Ballhause-Straße zurück“, kündigt Vorständin Astrid Rehmert an. Im November hatte das Amtsgericht Hannover ein Insolvenzverfahren gegen die ASG eröffnet und Prof. Dr. Volker Römermann als Insolvenzverwalter berufen.

Aus nach 46 Jahren

Die ASG hat Arbeitslosen bei der Bewältigung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Probleme geholfen und die Wiedereingliederung in das Arbeitsleben unterstützt. Neben der Beratungsstelle in Linden-Nord gab es als zweiten Aktionsschwerpunkt die Jugendwerkstatt zur Berufsvorbereitung mit den Fachbereichen Fahrrad-, Koch- und Tischlerwerkstatt im Stadtteil Ahlem. Immer wieder war die Arbeitslosenberatungsstelle in der Existenz bedroht, da die laufenden Mittel oft an Programme geknüpft waren, die eine langfristige Perspektive erschwerten. So hatte die Grünen-Fraktion im Stadtbezirksrat Linden-Limmer schon 2012 für das Angebot in der Walter-Ballhause-Straße Stadt und Politik gebeten, mit der Region Hannover und dem Jobcenter Gespräche über eine langfristige finanzielle Sicherung zu führen. Die Jugendwerkstatt schloss Mitte 2025, nachdem das Jobcenter zum April 2025 die Förderung von Stellen eingestellt hatte. Für die ASG bedeutete das Verlust des Hauptfinanziers.

Im November dann eröffnete das Amtsgericht das Insolvenzverfahren gegen die ASG. Dr. Volker Römermann bestätigte gegenüber Punkt-Linden: „Eine kostendeckende Fortführung des Geschäftsbetriebes über die Insolvenzeröffnung hinaus war trotz großer Bemühungen aller Beteiligten leider nicht möglich.“ Ende Januar werde das Gericht über die Forderungen der Gläubiger entscheiden. Die ASG werde sich im laufenden Insolvenzverfahren nicht zu Einzelheiten äußern, teilte Vorstandsmitglied Heinz Köhrmann mit.

„Wir wollen die Arbeit fortsetzen“

Astrid Rehmert
Die Vorständin des Werkheim Vereins, Astrid Rehmert, schätzt die Expertise der ASG-Beschäftigten.

Werkheim ist eine Einrichtung der Wohnungsnotfallhilfe, die Hilfen zur Überwindung besonderer Lebensverhältnisse, verbunden mit sozialen Schwierigkeiten, für Personen anbietet, die diese Notlagen nicht aus eigener Kraft bewältigen können. „Mit der Beratungsstelle können wir unser Angebot erweitern für Menschen mit Unterstützungsbedarf  rund um das Thema Arbeitslosigkeit und allgemeine soziale Probleme“, sagt Rehmert, die über viele Jahre mit der ASG zusammengearbeitet hat. Als die Schwierigkeiten der ASG im Herbst 2025 bekannt wurden, hätten sie sofort entschieden, neuer Träger zu werden. „Wir freuen uns über die Unterstützung der Stadt, der Region und des Landes Niedersachsen für unser Engagement und setzen auf grünes Licht in den Gremien der Stadt.“

Sozialausschuss

Der Sozialausschuss der Landeshauptstadt Hannover soll am 19. Januar über den Vorschlag der Verwaltung entscheiden, für die ASG in diesem Jahr bewilligte Fördermittel von rund 58.000 Euro auf den neuen Träger zu übertragen.

Bildnachweis: Katharina Kümpel, privat

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