St. Martinskirche will neue Kulturlocation werden

Offener Raum auch für Theaterprojekte
Auch Theater ist in der St.‑Martinskirche künftig möglich.

Eine Kirche als Konzert- und Veranstaltungsort: In der St.‑Martinskirche in Linden-Mitte soll das künftig häufiger möglich sein. Die Kirche möchte sich für externe Kultur- und Musikevents öffnen und ihr Gebäude stärker ins kulturelle Leben der Stadt einbringen. Beim ersten Kulturgipfel am 12. November 2026 will der neue „Förderverein für Musik und Kultur in St. Martin Linden“ das Konzept für die Kultur-und-City-of-Music-Stadt vorstellen und gemeinsam mit Kulturschaffenden und anderen Interessierten weiterentwickeln. Hinter der Initiative steht auch die Frage, wie sich das denkmalgeschützte Kirchengebäude aus dem Jahr 1957 langfristig erhalten lässt. Der Kantor in der Ortskirchengemeinde St. Martin Linden, Magnus Witting, hofft, mit einer neuen Nutzung zusätzliche Perspektiven für das Kirchengebäude zu schaffen.

Neuer Name, neue Aufgabe

St. Martinskirche
St. Martinskirche

Dass sich die Kirche als Veranstaltungsort eignet, davon ist Witting überzeugt. „Wir haben eine exzellente Akustik und Platz für rund 800 Besucher*innen.“ Bekannt sei das allerdings bislang vor allem bei Institutionen aus dem Stadtteil Linden-Mitte, etwa dem Jazz Club. Das soll sich nun ändern.

Die Kirchengemeinde hat dafür den Namen und den Zweck ihres Fördervereins geändert. „Seit gut 20 Jahren hat der Förderverein unsere Kirchenmusik unterstützt. Als Förderverein für Musik und Kultur kann er nun auch die Öffnung der Kirche organisieren und Ansprechpartner für Kulturschaffende werden.“

Netzwerk für die Kulturstadt

Die Kirche mit ihrem historischen Turm wurde nach der Zerstörung des barocken Vorgängerbaus im Zweiten Weltkrieg von 1955 bis 1957 nach Plänen des Architekten Dieter Oesterlen neu gebaut. Weil das Gebäude im Stil der Nachkriegsmoderne bislang nicht saniert wurde, steht die Gemeinde vor grundsätzlichen Herausforderungen. „Wir wissen seit Längerem, dass die dauerhafte Unterhaltung aller Kirchengebäude im Stadtbezirk Linden-Limmer für die Landeskirche nicht möglich sein wird“, sagt Witting. Mit einem neuen Nutzungskonzept solle deshalb eine Perspektive für das Gebäude geschaffen werden.

Beim ersten Kulturgipfel soll es zunächst um Austausch und Vernetzung gehen. Welche Räume werden von Kulturschaffenden gesucht? Welche Veranstaltungen sind denkbar? Und was braucht es, damit die Kirche künftig regelmäßig als Kulturort genutzt werden kann? Darüber soll gemeinsam diskutiert und ein Netzwerk aufgebaut werden.

Der Kulturgipfel findet am 12. November 2026 ab 17.30 Uhr in der St.‑Martinskirche, Kirchstraße 19, statt.

Bildnachweis: privat

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