
Historische Pflasterstraßen im Stadtbezirk Linden-Limmer können fahrrad- und fußgängerfreundlicher werden. Die Verwaltung teilt die Auffassung des Stadtbezirkes, dass das Abschleifen von holprigen Pflastersteinen ein geeignetes Verfahren sein kann. In Brandenburg und Berlin wird das sogenannte Precision Grinding mit Spezialmaschinen bereits eingesetzt. Vor einer Umsetzung in Hannover will die Stadt zunächst belastbare Langzeiterfahrungen eines Projektes in Berlin-Pankow prüfen, hat sie in ihrer Antwort auf einen interfraktionellen Prüfantrag mitgeteilt. Die Stadtteilpolitiker*innen haben die Viktoria- und Nedderfeldstraße für Versuche vorgeschlagen.
Schleifen statt Asphalt
Holprige Kopfsteinpflaster können für Radfahrende oder Zufußgehende unangenehm sein. In Berlin und Brandenburg kam für das Einschleifen eine Walze mit 380 Diamantschneidscheiben zum Einsatz. Per Knopfdruck wird sie auf das Kopfsteinpflaster hinabgelassen, trägt die Oberfläche ab und fräst zugleich feine Rillen ein. Im Schnitt verschwinden zwei bis zweieinhalb Zentimeter Stein, Lage für Lage.
Vorteile

In Berlin-Pankow hat die infraVelo GmbH für die Senatsverwaltung das innovative Schleifverfahren koordiniert. Vorteile gegenüber etwa dem Asphaltieren der Straßen sind unter anderem ein schneller Einsatz, der Erhalt ortsbildprägender Elemente und die kostengünstigere Umsetzung gegenüber Neupflasterung. Anders als beim Asphaltieren bleiben zudem die Ritzen für die Entwässerung erhalten.
Nicht jede Straße geeignet
Grenzen hat das Verfahren bislang aber bei sehr unebenem Pflaster oder kleinem Mosaikpflaster: Dieses lasse sich nur schwer schleifen, oft seien manuelle Vorarbeiten nötig, heißt es in Regionalmedien.
Idee kommt aus Eichswalde
Die Idee entstand in Eichwalde bei Berlin mit rund 22 Kilometern Kopfsteinpflasterstraßen. davon bestehen aus Kopfsteinpflaster. Ziel war, die Straßen bezahlbar befahrbar zu machen – ohne kompletten Umbau. Das Straßenpflaster wurde mit Partnern der Technischen Hochschulen Berlin und Wildau vorab per 3D-Laser vermessen und die Schleiftiefe am Computer simuliert. Das Projekt wurde inzwischen mit einem Fräsdienstleister realisiert.
Ich hab mich schon gefragt, wann das Verfahren endlich hier eingesetzt wird. Lange genug gibt es das ja schon.