
Nach wiederholten hitzebedingten Problemen auf Hannovers Stadtbahnstrecken erprobt die ÜSTRA seit Anfang August eine neue Gegenmaßnahme: Ein speziell umgebauter Arbeitswagen besprüht Gleisbereiche mit Wasser. Damit soll untersucht werden, ob die Verdunstungskälte die Temperatur der Vergussmasse rund um die Schienen ausreichend senken kann. Erste Testfahrten fanden unter anderem auf den durch Linden-Limmer führenden Linien 9 und 10 statt.
Der Hintergrund ist in Linden bereits bestens bekannt. Sowohl im Sommer 2025 als auch Ende Juni 2026 führten hohe Temperaturen zu erheblichen Problemen im Stadtbahnverkehr. Besonders betroffen war die Linie 9. Ende Juni 2026 musste der Stadtbahnverkehr zwischen Waterloo und Empelde zeitweise komplett eingestellt werden. Bei Lufttemperaturen von nahezu 40 Grad hatte sich die Vergussmasse im Gleisbereich stark erwärmt und war stellenweise weich beziehungsweise flüssig geworden. Das Material haftete an den Rädern der Stadtbahnen und konnte bis zu den Bremsanlagen gelangen.
Bereits im Juli 2025 hatte es ähnliche Probleme gegeben. Damals verflüssigte sich die Masse unter anderem zwischen Nieschlagstraße und Bernhard-Caspar-Straße in Linden-Mitte so stark, dass sie an den Rädern haftete und Bremsen blockierte. Die Linie 9 fiel zeitweise vollständig aus.
Arbeitswagen zum „Gleis-Kühlwagen“ umgebaut
Nun versucht die ÜSTRA, dem Problem zumindest versuchsweise mit Wasser entgegenzuwirken, den Hinweis dazu gab uns ein Leser. Wie ÜSTRA-Pressesprecher Timo Wegner auf Anfrage von Punkt-Linden mitteilt, läuft der Test seit Anfang August. Dafür wurde ein Arbeitswagen umgebaut, der sowohl auf der Straße als auch auf Schienen fahren kann. Das Fahrzeug bringt Wasser gezielt im Gleisbereich aus. Entscheidend ist dabei weniger die unmittelbare Kühlung der Schiene selbst als die Wirkung auf die Vergussmasse rund um die Schienen. Durch die Verdunstung des Wassers entsteht Verdunstungskälte. Die ÜSTRA untersucht derzeit, ob sich damit die Temperatur der Vergussmasse ausreichend reduzieren lässt und welchen Einfluss dies auf deren Materialeigenschaften hat. Ziel ist es herauszufinden, ob sich temperaturbedingte Belastungen auf diese Weise verringern lassen.
Linien 9 und 10 im Mittelpunkt
Die Wahl der Teststrecken kommt nicht von ungefähr. Nach Angaben der ÜSTRA wurde die Wasserkühlung bislang auf den Linien 9 und 10 eingesetzt. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Abschnitte, auf denen die Stadtbahngleise unmittelbar in der Straße verlaufen. Gerade diese Bauweise kann bei großer Hitze problematisch werden: Asphalt, Schienen und die dazwischenliegende Vergussmasse sind über viele Stunden einer starken Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen ausgesetzt. Wann der Arbeitswagen ausrückt, wird deshalb nicht nach einem festen Fahrplan entschieden. Maßgeblich sind laut ÜSTRA die aktuellen Wetter- und Temperaturbedingungen sowie die betrieblichen Erfordernisse.
Wirksamkeit muss sich erst noch zeigen
Ob das Bewässern der Gleise künftig tatsächlich eine wirksame Methode gegen hitzebedingte Störungen werden kann, ist derzeit noch offen. Die ÜSTRA bezeichnet das Verfahren ausdrücklich als Erprobung. Belastbare Aussagen zur Wirksamkeit gebe es deshalb bisher nicht. Die aktuellen Einsätze sollen zunächst Erfahrungen liefern:
- Wie stark lässt sich die Temperatur senken?
- Wie lange hält der Effekt an?
- Und wirkt sich die Kühlung tatsächlich positiv auf die Eigenschaften der Vergussmasse aus?
Schaut euch die Staßenverhältnisse in den Abschnitten der Linie 9 an. Schlaglöcher Flickschusterei auf der Fläche an den Gleisen abgeplatzter Asphalt. Gefahrenquellen für alles was Räder hat Auto,Rad u. Roller.
Wenn die Üstra die Probleme kennt sollten diese in Absprache behoben werde.
Aber das Geld wir lieber für die Mietzahlung für die neue Üstrableibe ausgegeben.
Bzgl der mal wieder geforderten TunnelLösung. Manche Ideen sollte einfach mal begraben werden
Meine Güte, immer wieder dieser doofe D-Tunnel…
Laut der Machbarkeitsuntersuchung von damals(!) kostet ein Kilometer Tunnel ~10 Millionen Euro aufwärts und da sind dann noch nichtmal Schienen, Haltestellen, etc. dabei.
Des Weiteren gibt es jetzt schon Untergangsszenarien, dass die Limmerstraße stirbt, weil die Hochbahnsteige gebaut werden. Was stellen die Leute sich vor wie der Tunnel gebaut werden soll? Das wird wie in den 70ern in der List ausgekoffert und die Limmerstraße wäre dann komplett gesperrt.
Hätte man die D-Strecke bei der Stadtbahnerweiterung gleich mitmachen sollen? Ja.
Sind Niederflurbahnen eine Alternative? Nein, sonst kann die D Strecke nicht mehr durch die Tunnel als Ausweichstrecke.
Gibt es eine wirtschaftlichere Alternative zu Hochbahnsteigen? Ja, mehr Fahrrad fahren.
Das Thema begraben lassen triffts.
Ich hätte da ja eine Idee. Gleise unter die Erde, in den U-Bahn-Bereichen ist sowas nicht nötig. Übrigens auch kein Konflikt mit anderen Verkehrsteilnehmenden. Und es geht auch schneller voran, als auf der Straße. Insbesondere, wenn sich alle den selben Platz teilen müssen.
Und weil ja heute alles „kriegstüchtig“ gemacht werden soll: Kiew zeigt, wo es sicher ist bei russischen Raketen.
Die Metro-Stationen in Städten wie Kiew, Moskau oder auch Prag liegen bis zu 100 Meter tief unter der Erde; die längste Rolltreppe überbrückt eine Höhenunterschied von 65 Metern. Das sind völlig andere Größenordnungen als hier am Kröpcke in Hannover.
Herr Ganskow, mit diesem Maß an Sachlichkeit wären Sie sicherlich auch bei der AfD sehr herzlich willkommen.