Die Wasserkunst in Herrenhausen entstand Ende des 17. Jahrhunderts, um die Wasserspiele des Großen Gartens – allen voran die Große Fontäne – mit Wasser aus der Leine zu versorgen. Im Auftrag der Welfen entwickelte Gottfried Wilhelm Leibniz im Jahr 1696 ein Konzept zur Wasserförderung, das wenig später technisch umgesetzt wurde. Das heute prägende Erscheinungsbild des Gebäudes geht auf einen umfassenden Umbau im Jahr 1860 zurück und ist eine der bedeutenden Sehenswürdigkeiten.
Ab 1719 wurde die Leine aufgestaut und ein rund 40 Meter langes Maschinenhaus errichtet. Darin trieben fünf Wasserräder insgesamt 20 Pumpen an. Bereits ein Jahr später erreichte die Große Fontäne eine Höhe von rund 35 Metern und übertraf damit sogar ihr berühmtes Vorbild in Versailles. Im 19. Jahrhundert wurde die Anlage erneut modernisiert: Leistungsstärkere Pumpen aus der Egestorffschen Maschinenfabrik ermöglichten schließlich Fontänenhöhen von nahezu 64 Metern.
Seit 1956 übernimmt eine elektrische Pumpenanlage die Wasserversorgung der Großen Fontäne. Durch den deutlich höheren Druck steigt der Wasserstrahl heute auf bis zu 82 Meter und zählt damit zu den höchsten Gartenfontänen Europas.
Sanierung zwischen 2007 und 2023
Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde die Wasserkunst mehrfach instand gesetzt. Wegen erheblicher Bauschäden musste das Technikdenkmal 2007 für Besucher geschlossen und 2011 vollständig außer Betrieb genommen werden. Mit der Trockenlegung und Entschlammung begann 2012 die umfassende Sanierung, an die sich detaillierte Untersuchungen zur Bausubstanz anschlossen. Ab 2016 wurde auch die benachbarte Wehranlage saniert. Entgegen erster Befürchtungen erwiesen sich die Schäden an den Sandsteinmauern als weniger gravierend als angenommen. Seit dem Abschluss der Sanierungsarbeiten im Jahr 2023 ist die Wasserkunst wieder für die Öffentlichkeit zugänglich und bietet einen eindrucksvollen Einblick in die Ingenieurskunst des Barock.
Anschrift
Am Großen Garten 70
30167 Hannover
Besichtigung der Wasserkunst Herrenhausen
Aufgrund hoher Sicherheitsauflagen ist die Wasserkunst nicht für große Besucherströme geeignet. Da das Gebäude buchstäblich direkt am Wasser gebaut ist, dürfen sich maximal 25 Personen gleichzeitig darin aufhalten, Kinder unter 12 Jahren sind nicht zugelassen. Auch Haustiere dürfen nicht in das Gebäude. Eine Besichtigung kann nur von privaten Gruppen per E-Mail gebucht werden: herrenhaeuser-gaerten@hannover-stadt.de
Letzte Punkt-Linden-Nachrichten zur Wasserkunst Herrenhausen
Vier Wasserbüffel ziehen auf die „Große Koppel“ in Herrenhausen
Auf der „Großen Koppel“ in Herrenhausen grasen seit dieser Woche vier Wasserbüffel. In den nächsten Tagen sollen noch mehr Tiere kommen.
Dauerhaftes Wohnen auf der Ihme nicht möglich
Im Hausboot auf Ihme oder Leine dauerhaft wohnen statt in überteuerten Mietwohnungen oder weit entfernt bei den Eltern: Das geht nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Mittellandkanal wegen erheblicher Gefahren bei Hochwasser nicht.
Wasserbüffel, überall Wasserbüffel
Ein Stück Stadtgeschichte bekommt tierische Verstärkung: Erstmals sollen in Hannover Wasserbüffel in einem innerstädtischen Landschaftsschutzgebiet eingesetzt werden. Ab April 2026 wird eine kleine Herde die „Große Koppel“ nach der Wasserkunst in Herrenhausen beweiden.
Personenrettung an der Leine aus unwegsamen Gelände
Eine männliche Person wurde heute Abend durch Einsatzkräfte der Feuerwehr Hannover im Bereich der Wasserkunst zwischen den Stadtteilen Limmer und Herrenhausen aus einer unglücklichen Situation an der Leine Nähe des dortigen Leinewehrs gerettet.
Aktueller Lagebericht der Feuerwehr, 26. Dezember 17.30 Uhr
Neben dem aktuellen Lagebericht und Verhaltenshinweisen der Feuerwehr Hannover zeigen wir Hochwasserbilder vom Stockhardtweg beim SG Limmer und dem benachbarten Volksbad.












