Drei Jugendliche greifen Wohnungslosen auf der Faustwiese an

Polizei-Fahrzeug
Symbolbild
Ein 48 Jahre alter wohnungsloser Mann ist auf der Faustwiese in Linden-Nord von mehreren Jugendlichen beziehungsweise Heranwachsenden angegriffen und verletzt worden. Nach Angaben der Polizei sollen drei junge Menschen auf den Mann eingeschlagen haben. Möglicherweise wurde das Opfer auch getreten. Zwei Tatverdächtige sind inzwischen identifiziert, nach der dritten Person sucht die Polizei noch.

Der Vorfall ereignete sich bereits am Dienstag, 11. August 2026, gegen 6.30 Uhr im Bereich der Faustwiese zwischen Almstadtweg und August-Baumgarte-Gang. Zunächst hatte der NDR Niedersachsen über den Angriff berichtet. Auf Anfrage von Punkt-Linden bestätigte Polizeisprecher Tristan Möller den Vorfall und nannte weitere Einzelheiten.

Schläge und möglicherweise Tritte gegen 48-Jährigen

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen sollen mehrere Personen den 48-Jährigen geschlagen haben. Die Polizei hält es zudem für möglich, dass der Mann getreten wurde. Ob es zuvor einen Streit gegeben hatte oder weshalb die Gruppe den Wohnungslosen attackierte, ist bislang nicht bekannt. „Der genaue Ablauf und die Hintergründe sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, teilte Polizeisprecher Tristan Möller gegenüber Punkt-Linden mit. Der 48-Jährige erlitt leichte Verletzungen. Eine Rettungswagenbesatzung wurde hinzugezogen. Eine medizinische Behandlung lehnte der Mann nach Angaben der Polizei allerdings ab.

Angriff auf einen besonders schutzbedürftigen Menschen

Der Fall wirft unabhängig vom noch zu ermittelnden genauen Tatablauf eine bedrückende Frage auf: Was bringt drei junge Menschen dazu, gemeinsam gegen einen Wohnungslosen vorzugehen? Menschen ohne festen Wohnsitz gehören zu den besonders schutzbedürftigen Gruppen unserer Gesellschaft. Ihnen fehlt häufig genau das, was für andere selbstverständlich ist: eine Wohnung als Rückzugsort und damit ein Raum, in dem sie sich vor Gewalt, Bedrohungen und Übergriffen schützen können. Wer auf der Straße lebt, ist solchen Gefahren in besonderem Maße ausgesetzt.

Umso erschreckender ist der Verdacht, dass gleich drei Jugendliche beziehungsweise Heranwachsende einen einzelnen 48-Jährigen geschlagen und möglicherweise getreten haben sollen. Ein solcher Angriff ist nicht nur körperliche Gewalt. Er zeugt – sollten sich die bisherigen Ermittlungsergebnisse bestätigen – auch von einer erschreckenden Geringschätzung gegenüber einem Menschen, der sich ohnehin am gesellschaftlichen Rand befindet.

Zwei Tatverdächtige bereits identifiziert

Die Polizei geht derzeit von drei Tatverdächtigen aus, die sie als Jugendliche beziehungsweise Heranwachsende bezeichnet. Zwei von ihnen konnten bereits identifiziert werden. Wer die dritte Person ist, wird noch ermittelt. Gegen die Tatverdächtigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Die weiteren Ermittlungen müssen nun insbesondere klären, was dem Angriff vorausging, welchen Anteil die einzelnen Beteiligten daran hatten und weshalb der 48-Jährige zum Ziel der Gruppe wurde.

Bis zum Abschluss der Ermittlungen gilt für die Beschuldigten die Unschuldsvermutung.

Bildnachweis: Martin Illmann

2 Kommentare zu „Drei Jugendliche greifen Wohnungslosen auf der Faustwiese an“

  1. Was für eine niederträchtige Tat! Was geht in den Köpfen dieser jungen Menschen vor, dass ihre Aggressionen an einen völlig hilflosen Menschen auszulassen? Leider ist die zu erwartende Konsequenz für ihre Tat auch eher lachhaft. Der Obdachlose hat den Angriff in dem Moment zwar leicht verletzt überstanden, aber die psychischen Folgen sieht keiner. Bei jedem Geräusch wird er wieder angespannt sein und erneut einen Angriff befürchten. Sein sowieso schon niedriges Sicherheitsgefühl wurde dadurch noch weiter abgesenkt! Ich hoffe das wird auch bei der Findung einer gerechten Strafe für die Täter berücksichtigt!

    Ich dachte immer, wenigstens Linden – egal ob Nord, Mitte oder Süd- ist für Obdachlose ein sicherer Ort.

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2 Kommentare zu „Drei Jugendliche greifen Wohnungslosen auf der Faustwiese an“

  1. Was für eine niederträchtige Tat! Was geht in den Köpfen dieser jungen Menschen vor, dass ihre Aggressionen an einen völlig hilflosen Menschen auszulassen? Leider ist die zu erwartende Konsequenz für ihre Tat auch eher lachhaft. Der Obdachlose hat den Angriff in dem Moment zwar leicht verletzt überstanden, aber die psychischen Folgen sieht keiner. Bei jedem Geräusch wird er wieder angespannt sein und erneut einen Angriff befürchten. Sein sowieso schon niedriges Sicherheitsgefühl wurde dadurch noch weiter abgesenkt! Ich hoffe das wird auch bei der Findung einer gerechten Strafe für die Täter berücksichtigt!

    Ich dachte immer, wenigstens Linden – egal ob Nord, Mitte oder Süd- ist für Obdachlose ein sicherer Ort.

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