Sven Friedrich Cordes – Unternehmer*innen in der Corona-Krise

Sven Friedrich Cordes
Sven Friedrich Cordes
Unternehmen sind in der Regel stark betroffen von der aktuellen Krise. Manche mussten den Geschäftsbetrieb gänzlich einstellen oder zumindest umstellen; fast alle beklagen teilweise erhebliche Umsatzeinbußen. Wie gehen Unternehmer*innen aus Linden-Limmer damit um, welche veränderten Konzepte verfolgen sie?
In dieser Punkt-Linden Serie wollen wir in den kommenden Wochen einige Betroffene zu Wort kommen lassen.

Heute äußert sich Sven Friedrich Cordes von Friedrich Cordes Bestattungen in der Stephanusstraße 2 in Linden-Mitte.

„Das Corona-Virus betrifft uns in vielen Bereichen.“ so Sven Friedrich Cordes, Inhaber des Bestattungsunternehmens Friedrich Cordes Bestattungen. Durch das aktuelle Verbot von Versammlungen, können Trauerfeiern nicht mehr in der gewohnten Form stattfinden.
„Die meisten Friedhofskapellen in der gesamten Region Hannover sind bis auf wenige Ausnahmen gesperrt. In einigen Kommunen im Landkreis können wir noch Trauerfeiern mit bis zu 10 Personen durchführen. Ansonsten müssen Trauerfeiern und Beisetzungen zwingend unter freiem Himmel stattfinden. Im Ruheforst Deister finden noch Urnenbeisetzungen mit bis zu 10 Personen statt,“ informiert Herr Cordes. Dazu gibt es eine Sonderregelung, die trotz des Kontaktverbotes Trauerfeiern mit maximal 10 Personen zulässt.

Trauerfeiern aufgeschoben

„Mehrere Familien haben ihre fest geplanten Trauerfeiern aufgrund der Lage bereits abgesagt bzw. verschieben müssen.“ Durch diese Einschränkungen entscheiden sich auch viele Angehörige von Verstorbenen derzeit für Feuerbestattungen, da sich die Urne aufbewahren lässt und die Trauerfeier mit Beisetzung auf die Zeit nach der Corona-Krise aufschiebbar ist. Erdbestattungen sind zwar noch immer auf allen Friedhöfen möglich, allerdings nur unter freiem Himmel ohne Benutzung der Friedhofskapellen. Ein besonderes Problem entsteht auch bei Gesprächen zur Bestattungsvorsorge oder bei Trauergesprächen. Dazu sagt Herr Cordes: „Trauergespräche finden aufgrund einer Empfehlung unseres Berufsverbandes nur noch mit maximal zwei Angehörigen in unserem Räumen am Lindener Markt oder in Empelde und unter Beachtung des Mindestabstands statt. Dabei sind wir auf eine telefonische Terminvereinbarung angewiesen. Die Praxis der letzten Tage hat gezeigt, dass telefonische Beratungen problemlos möglich sind.“

Infektionsschutz hohe Priorität

Auch der Schutz der Mitarbeiter des Bestattungsunternehmens muss natürlich gewährleistet sein, denn „Nur dank des unermüdlichen Einsatzes meiner Mitarbeiter können wir während der aktuellen Lage unseren Betrieb einigermaßen normal aufrechterhalten. Noch haben wir genug Schutzkleidung und Desinfektionsmittel. Allerdings werden die Bestatter in Niedersachsen leider noch nicht als systemrelevant eingestuft, so dass sich die Beschaffung von Nachschub derzeit ausgesprochen schwierig gestaltet.“, stellt Herr Cordes besorgt fest.
„Die Preise für Schutzmasken und Desinfektionsmittel steigen derzeit ins Unermessliche. Glücklicherweise hat sich das Corona-Virus noch nicht wie in Italien auf die Sterbefallzahlen ausgewirkt. Für diesen Fall gibt es bereits Notfallpläne z.B. von der Friedhofsverwaltung der Landeshauptstadt Hannover und den Krematorien, mit denen wir zusammenarbeiten. Auch wir sind für diesen Fall gerüstet und können selbst unter widrigsten Bedingungen unseren Betrieb aufrechterhalten.“

Aufruf an Unternehmer*innen aus Linden-Limmer

Möchtest auch du an dieser Stelle über dein Unternehmen und deine Schwierigkeiten berichten? Dann kontaktiere bitte Stefan per E-Mail: serie@punkt-linden.de.
Hinweis: Die Veröffentlichung erfolgt unentgeltlich, wir möchten damit Unternehmer*innen aus unserem Stadtbezirk in schwierigen Zeiten unterstützen.

Bildnachweis: Friedrich Cordes Bestattungen

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