Stadt Hannover: 100.000 Euro für Ateliers und Projekträume

Hannover LogoMit der Atelier- und Projektraumförderung, die in diesem Jahr in die vierte Runde geht, stärkt die Landeshauptstadt Hannover den Kunststandort Hannover und fördert seine Weiterentwicklung. Auch in Hinblick auf die Bewerbung Hannovers zur Kulturhauptstadt Europas 2025 ist die gezielte Förderung der Kunstszene ein wichtiger Baustein. Insgesamt stehen für das Jahr 2019 100.000 Euro zur Verfügung, davon 85.000 Euro von der Stadt, 15.000 Euro geben die Stiftung SPARDA-Bank Hannover und die Dr. Christiane Hackerodt Kunst- und Kulturstiftung.

Für die Atelier- und Projektraumförderung 2019 sind insgesamt 69 Anträge eingegangen, darunter 30 Erstanträge (23 von Ateliers/Ateliergemeinschaften, sieben von Projekträumen). Insgesamt 50 Anträge zielen auf eine Förderung von Ateliers und Ateliergemeinschaften und 19 Anträge auf eine Projektraumförderung. Das monetäre Antragsvolumen beträgt insgesamt 222.292,58 Euro. Davon werden 25 Ateliers und 16 Ateliergemeinschaften mit einer Gesamt-Fördersumme von 50.475,00 Euro und 13 Projekträume mit einer Gesamtsumme von 49.525 Euro gefördert.

Die Atelier- und Projektraumförderung richtet sich an Künstler*innen, die ihr Atelier im Stadtgebiet Hannover haben und an Betreiber*innen von Projekträumen im Stadtgebiet Hannover. Gewährt werden Zuschüsse für angemietete oder anzumietende Ateliers und Projekträume. Unterstützt werden einzelne Künstler*innen und Ateliergemeinschaften sowie Betreiber*innen von Projekträumen (Künstler*innen, Kurator*innen etc.) von bestehenden oder in Gründung befindlichen Ausstellungsräumen.

Seit der Einführung 2016 hat die Atelier- und Projektraumförderung die positive Entwicklung in der Kunstszene Hannover nachhaltig unterstützt und beeinflusst. Die Förderung schafft einen Anreiz für Künstler*innen nach Hannover zu kommen und hier zu leben und zu arbeiten. Das zeigt unter anderem die hohe Zahl der neuen Antragsteller*innen, darunter viele Studierende und Absolvent*innen der HBK Braunschweig. Darüber hinaus sichert die Förderung Ausstellungsmöglichkeiten und ermöglicht die Schaffung neuer Räume. Es ist mittelfristig sogar zu erwarten, dass die als schwach beklagte Galerienszene sich positiv entwickeln wird. Vergangenes Jahr hat sich darüber hinaus eine Interessengemeinschaft der Projekträume gegründet, die den Zusammenhalt der Kunstszene stärkt und eine Vernetzung der neu gegründeten Projekträume fördert.

Durch die Förderung 2019 kann unter anderem die Arbeit folgender, neuer Ateliergemeinschaften verstetigt werden:

  • Ateliergemeinschaft SB150EG (ehemals Kollektiv KLUB)
    Eine Gruppe von sieben Meisterschüler*innen und Absolvent*innen der HBK Braunschweig, die unlängst nach Hannover übergesiedelt sind und als Teil des Künstler*innenkollektivs „projektKLUB“ durch Ausstellungen und Aktionen aktiv die Kunstszene Hannover gestalten (zum Beispiel durch die Ausstellung „ACHT“ in der Städtischen Galerie KUBUS, 2018, und die Reihe KLUBkinder, gestartet 2018).
  • das Atoll an der Schulenburger Landstraße
  • Eine Gruppe von Mediendesign-Studierenden und -Absolvent*innen der Hochschule Hannover und Kunststudent*innen der HBK Braunschweig.

Darüber hinaus können einige zum Teil neue vielversprechende Ateliergemeinschaften gefördert werden:

  • die 2a. Studios
    Eine Gruppe aus sechs Absolvent*innen der HBK Braunschweig, die unter anderem im Bereich Fotografie und Malerei arbeiten und die den neuen, international arbeitenden Projektraum „Niki_Studio“ ins Leben gerufen haben.
  • das Studio Pachali/Nuño de Buen
    Bestehend aus Isabel Nuño de Buen, Preisträgerin des Jahresstipendiums der Stiftung Niedersachsen sowie Atelierstipendiatin der Villa Minimo, die nun ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt nach Hannover verlagert und Nico Pachali, Meisterschüler an der HBK Braunschweig.
  • die Ateliergemeinschaft FIEF
    Ein Zusammenschluss aus fünf Studierenden und Absolvent*innen der HBK Braunschweig, die sich in Hannover bereits gut vernetzt haben und sich unter anderem auch im „projektKLUB“ engagieren.
  • das Studio Akkord
    Ein Studio für manuelle Drucktechniken und Grafik von Christoph Sander, Martin Grobecker, Thomas Wahle und Christopher Gundermann, Absolventen der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim, die sich als grafisches Künstlerkollektiv verstehen.
  • Quintessenz: Thomas Granseuer und Tomislav Topic
    Absolvent*innen der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim, die mit Schwerpunkt Graffiti und Farblehre gekonnt Malerei, Installation und Film verbinden.

Für viele Projekträume kann die Projektraumförderung 2019 die Fortsetzung ihrer erfolgreichen Arbeit sichern. Einige Beispiele sind:

  • der Keller III
    Geleitet von einem interdisziplinären Team: unter anderem Pit Noack (Klangkünstler „sound/art/programming“) und Sophia Sanner (Künstlerin und Modedesignerin).
  • der ad/ad Project Space
    Ein Projektraum von Alumni der HBK Braunschweig: Samuel Henne, Leona Alina Boltes und Nina Aeberhard, die sich bereits mit zahlreichen Künstler*innen in Hannover vernetzt haben und zugleich die Brücke zur HBK Braunschweig schlagen.
  • die Ruine hq
    Ein Projektraum von Sebastian Stein, Publizist und Kurator, der unter anderem für das Programm M.1 der Arthur Boskamp-Stiftung gearbeitet hat.
  • das Forum S 15
    Ein Projektraum von Künstler*innen aus den Ateliers in der Seestraße 15.
  • die TURBA GALLERY
    Mit dem Schwerpunkt auf internationalen Austauschprojekten von Marlene Bart (HBK Braunschweig/UdK Berlin), Jean Sikiaridis (HBK Braunschweig) und Christoph H. Winter (UdK Berlin/HU Berlin).
  • das Studio Ilka Theurich
    Ein Projektraum mit dem Schwerpunkt Performance innerhalb des atelier:bettfedernfabrik auf dem Faustgelände.
  • die Galerie BOHAI
    Ein Projektraum von Absolvent*innen des Studiengangs Dokumentarfotografie an der Hochschule Hannover.
  • der Konnektor
    Forum für Künste e.V., Leitung: Boris von Hopffgarten, Gründung 2011, mit insgesamt rund 70 durchgeführten Ausstellungen ein sehr erfolgreicher Raum in Linden.

Darüber hinaus haben sich zwei neue vielversprechende Projekträume gegründet:

  • die Werkhalle Philip Friso Hoeksma und Billy Jacob Projetcs
    Ein Raum am Lindener Hafen, der zugleich als Werkraum des Künstlerkollektivs bestehend aus Philip Friso Hoeksma, Billy Jacob, Robin Zürn und Felix Kopanka und Projektraum für daraus entstehende Arbeiten und Projekte zeitgenössischer Kunst insbesondere mit Künstler*innen aus Hannover, Berlin und Braunschweig fungiert.
  • das Niki_Studio von Maje Mellin, Ole Blank und Enric Fort Ballester
    Ein Projektraum, der als Arbeits- und Ausstellungsort für internationale Kurator*innen dient.

Fortführung von erfolgreichem Programm

  • SCOPE e.V.
    Der gut vernetzte Verein, der unter anderem ein Festival für die zeitgenössische, künstlerische Fotografie ins Leben gerufen hat, das überregional und international für Aufmerksamkeit sorgt, kann mit der Förderung 2019 in den Räumen von feinkunst e.V. sein erfolgreiches Programm weiterführen.

Bildnachweis: Landeshauptstadt Hannover

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