
Bereits mehrfach hatte die Infra, Betreiberin der hannoverschen Stadtbahninfrastruktur, die Fertigstellung angekündigt. Auf Nachfrage Mitte Oktober erläuterte Infra-Pressesprecher Jens Hauschke die Hintergründe der Verzögerung. Die ausführende Baufirma komme ihren Verpflichtungen nicht nach. Hauschke betonte:
„Tatsächlich gibt es da Differenzen mit der ausführenden Baufirma. Die ziehen die Arbeiten auch für uns unzumutbar hin. Da sind wir dran. Wir haben sie schriftlich in Verzug gesetzt mit Kündigungsandrohung.“
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Doch selbst nach der Klärung der Auseinandersetzungen blieb die Umsetzung blockiert. Auf eine erneute Anfrage von Punkt-Linden zu einem verbindlichen Fertigstellungstermin teilte jetzt die Infra mit, dass Lieferengpässe bei den Masten der neuen Ampelanlage die Planung weiter verzögerten. Da ohne die gelieferten Masten kein verbindlicher Termin für die Signalbaufirma reserviert werden konnte, verschiebt sich die Inbetriebnahme erneut. Nach aktuellem Stand soll die Ampelanlage nun in der 4. Kalenderwoche des kommenden Jahres einsatzbereit sein.
Die erneute Verzögerung sorgt bei Anwohnern und Verkehrsteilnehmenden für Unmut, während die Infra auf eine baldige Lieferung der fehlenden Bauteile hofft, um das seit mehr als vier Jahren laufende Bauprojekt abschließen zu können.
Die Situation ist unhaltbar. Es gibt keinen sicheren Überweg zwischen der Carlos Schmid Allee und der Haltestelle körtingsdorfer Weg. Kinder, ältere Leute sind besonders gefährdet.
Es gab doch während der Bauzeit zumindest eine Übergangsampel für Fußgänger an der Bahnbrücke. sowas muss doch auch jetzt bis zur endgültigen Lösung möglich sein.
Alle zeigen immer nur mit dem Finger auf andere….eine Lösung muss her, und zwar schnell, bevor Schlimmeres passiert…
Wenn die Masten jetzt erst bestellt worden sind, dann wundert es mich nicht, dass sie erst im nächsten Jahr zur Verfügung stehen.
Eine frühzeitige Bestellung ist bei (angeblichen) Lieferengpässen immer die beste Wahl.
Dank Punkt-Linden sind wir auf dem Laufenden darüber, was nicht läuft. Auf der eigenen Website hält sich die Infra derzeit in Schweigen. Dort hieß es zuletzt am 23. Juni 2025, dass die Fertigstellung der Ampelanlage wegen langer Lieferzeiten erst Anfang oder Mitte September 2025 möglich sei. Nun ist erneut von Lieferengpässen bei den Masten die Rede, wobei der wahre Grund vermutlich der Zoff mit dem Auftragnehmer ist.
Wie dem auch sei. Baustellen sind kein Wunschkonzert. Für Verzögerungen im Bauablauf habe ich aus eigener Erfahrung Verständnis, gleichwohl kann ein funktionierendes Risikomanagement vieles abpuffern. Ob die Infra diesbezüglich gut aufgestellt ist, darf bezweifelt werden. Die exorbitant langen Ausführungszeiten bei Errichtung der Hochbahnsteige sind ein Indiz dafür. Möglicherweise müssen die armen Bauleiter der Infra aber nur das ausbaden, was die Führungsebene der Üstra nicht bedacht hat, nämlich, dass sich Hochbahnsteige nicht von heute auf morgen ins Stadtbild pflanzen lassen.