
„Lieschen“ – die neue Location für Kleinkunst, Lesungen, Party-WarmUp-Events, Ausstellungen oder Table-Quiz in Linden-Nord – ist eröffnet. Das Faust-Team hat den Gastronomie-Bereich der Warenannahme in einen neuen Veranstaltungsort für rund 70 Personen verwandelt. Dank der Talente von Julia Eichstädt, Paul Schwendel, Estrella Jurado und weiteren Engagierten ist ein einladender Treffpunkt entstanden. Die Einnahmen aus dem Getränkeverkauf ermöglichen freien Eintritt für Gäste.
Start zum 35-jährigen Bestehen

Die Gastronomie gehört seit Beginn zur Warenannahme, die Betreiber und der Name haben aber häufig gewechselt: Neben dem Verein Faust selbst (Café Siesta, Der Nachbarin Café) übernahm nach dem Tod des ehemaligen Geschäftsführers Hansi Krüger die Faust Gastro UG den Betrieb. „Unser Team kann Veranstaltungen managen und der finanzielle Rahmen stimmt auch. Deshalb können wir den Betrieb wieder übernehmen“, sagt Luna Jurado, die seit fünf Jahren Geschäftsführerin ist. Passend: Faust feiert in diesem Jahr sein 35-jähriges Bestehen.
Ort für Experimente


„Das Programm für das Lieschen ist offen. Wir wollen hier auch unseren Auszubildenden die Chance geben, ihre Ideen oder Projekte in kleinerem Rahmen auszuprobieren“, berichtet Jurado. Julia Eichstädt, Paul Schwendel, Estrella Jurado haben sich bereits eingebracht: Von ihnen stammen das Wandbild, eine kleine Bühne mit integrierter Technik und die roten Vorhänge.
„Wir haben sehr auf Nachhaltigkeit geachtet und vorhandene Stoffe und Utensilien weiterverwendet“, erzählt Estrella Jurado. Das Mobiliar entspreche dem Geschmack der Aktiven. „Wir haben es bei Vintage Wonderland und Kleinanzeigen-Portalen gefunden.“
Handgemacht!
Was möglich ist im „Lieschen“, zeigt sich beim Markt für Selbstgemachtes – Kunst und individuelles Kunsthandwerk zu bezahlbaren Preisen am 6. September in der Warenannahme: Dann wird das „Lieschen“ zur Nähwerkstatt, in der Besucher*innen lernen können, mit der Nähmaschine zu arbeiten.
„Café Siesta“
Das Siesta war ursprünglich kein Faust-Projekt, sondern als Internationales Kulturcafé ein ehrenamtliches Gemeinschaftsprojekt des Kulturvereins AFKA, der Initiative für ein Internationales Kulturzentrum IIK, der Iranischen Gemeinde, der Geschichtswerkstatt und des Forum für Politik & Kultur. Inhaltliche Gestaltung und Finanzierung wurden gemeinsam getragen.
Vor dem Umzug nach vorn in die Warenannahme befanden sich die Räumlichkeiten im hinteren Bereich, der dann den Kindergarten beherbergte.
Am 27. Mai 1994 gab Dietrich Kittner ein Benefizkonzert zugunsten des Projekts, das nur von etwa hundert Leuten besucht werden konnte. Der Raum war brechend voll.