
Damals war die Lage der Faust bedrohlich, da die Stadt Hannover das Gelände nicht verkaufen wollte. Die Räumlichkeiten wurden Faust gekündigt, doch das wollte der Verein nicht einfach so hinnehmen. Es gab eine Bettfedernaktion im Rathaus und auch auf dem Faust-Gelände eine Aktion namens „Faust brennt“, die an einem Abend im April 1994 stattfand.
Viele Menschen kamen zu der Aktion, bei der die Zinsser-Halle zur Ostseite mit Fackeln versehen wurde. Die Fackeln sind bengalische Fackeln, die man auch als Bengalis kennt. Man sieht Menschen, die Kunststücke mit dem Feuer veranstalten, was den Protestierenden sehr gefällt, auch kleinere Explosionen sorgen für rebellische Stimmung.
Zusätzlich gab es eine musikalische Untermalung, das Stück „Bolero“ von Maurice Ravel, das im Hintergrund läuft und perfekt zu der Atmosphäre passt. Außerdem werden lange Holzstücke angezündet, so dass es so aussieht, als würde die Ostseite des Geländes wirklich brennen. Nach der Aktion wurde auch noch eine Rede gehalten, die Forderungen an die Stadt Hannover stellt und alle Protestierenden dazu einlädt, weiterhin für Faust zu kämpfen. Aufbereitung des Materials: Andreas Kleine.
Richtigstellung: Das Faust-Gelände gehörte zu dem Zeitpunkt wieder dem insolventen Eigentümer Werner Frucht, der sich kurz vorher durch den Veräußerung der Wohnbaufläche an der Wilhelm-Bluhmstr. wieder freikaufen konnte. Gleichzeitig erhöhte er die Miete um ca. 1000 %. Faust forderte daraufhin, dass die Stadt das Gelände kaufen solle (was Faust von Anfang an forderte). Mittlerweile hatte aber W. Frucht den Verkaufspreis von 2,5 auf 3,5 Mio. erhöht, was der Stadt zu viel schien. Daraufhin drohte Faust die Räumung und deshalb die „Faust-brennt“Aktion. Schließlich hat dann Faust das Gelände mit Hilfe der Stiftung Umverteilen in Berlin, der Volksbank Hannover, sowie dem Land Niedersachsen erwerben können. Durch die hohe finanzielle Belastung ging Faust dann 2005 für 5 Jahre in die Insolvenz, bis von der Stadt die Faust-Stiftung eingerichtet wurde, die von 2011 an die gesamten Faust-Immobilien verwaltet. Seitdem leistet Faust nur noch ideele Arbeit, was den Verein sehr entlastet hat. Allerdings mit der bitteren Pille, dass das letzte Wort die Faust-Stiftung hat.
Andreas Kleine (Gründungs- und Vorstandsmitglief)
Reminiszenz an alte Zeiten, als die unseligen Boomer – statt Millennials und damit künftige Steuer- und Beitragszahler zu zeugen – lieber an alten Gemäuern zündelten oder bei dem Spektakel einfach nur Maulaffen feilhielten …
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