
Die Szene ereignete sich zwischen der 15. und 20. Minute beim Stand von 0:0. Nach Angaben von Stefan Alps, 2. Vorsitzender des SV 07 Linden, habe es sich nicht um ein besonders hartes Foul gehandelt. „Bei einer Dynamik aus dem Spiel heraus habe ich so eine schwere Verletzung noch nicht miterlebt“, schilderte Alps gegenüber Punkt-Linden.
Mehrere Zuschauer und Spieler hätten den Moment der Verletzung akustisch wahrgenommen. Laut Alps hallte ein „lauter Knall“ durch das Stadion – „wie wenn ein Lattenrost bricht“. Kurz darauf sei sichtbar geworden, wie schwer die Verletzung tatsächlich war: Der Schienbeinschoner des Spielers war voller Blut und das Bein unnatürlich verdreht.
Rettungswagen und Notarzt wurden alarmiert und trafen schnell am Sportplatz ein. Der verletzte Spieler wurde ins Krankenhaus gebracht und dort noch am selben Tag operiert. Nach Angaben des Vereins verlief die Operation erfolgreich. Carlos habe sich am Abend bereits per Messenger bei seinen Mannschaftskollegen gemeldet. Dennoch steht ihm nun eine lange Reha bevor, an Fußball ist vorerst nicht zu denken.
Die Geschehnisse hinterließen bei den Spielern des SV 07 Linden deutliche Spuren. Die Mannschaft fühlte sich nach dem Vorfall psychisch nicht mehr in der Lage, die Partie fortzusetzen, und bat den Schiedsrichter um einen Spielabbruch. Diesem Wunsch kam der Unparteiische nach. Die Gäste von Blaues Wunder II hätten das Spiel nach Vereinsangaben dagegen gerne weitergeführt.
Sportlich hat die Begegnung für den SV 07 Linden keine größere Bedeutung mehr. Anders sieht es für die Gäste aus, die als Tabellenführer noch um den Aufstieg spielen. Um eine Neuansetzung zu vermeiden, will Linden auf ein Nachholspiel verzichten. Sollte der Verband zustimmen, würde die Partie mit 5:0 und drei Punkten für Blaues Wunder II gewertet werden.