Lindener Tisch: Suppenküche + Lebensmittel für Armutsbetroffene

Lindener Tisch am Dunkelberggang 7
„Lindener Tisch“ am Dunkelberggang 7

An diesem Mittwoch gibt es Hühnereintopf. Im großen Kessel lecker zubereitet von einem Koch, der hier wie alle Helfer*innen ehrenamtlich arbeitet. Für einen Unkostenbeitrag von zwei Euro kann sich hier jeder Vorbeikommende an fünf Werktagen die Woche richtig satt essen. Meist kommen rund zwei Dutzend Menschen zum Mittagessen. Der heutige Eintopf ist reichhaltig: Fleisch, Eierstich, Gemüse und dicke Spiralnudeln, Nachschlag ist inbegriffen.

Geld-, Sachspenden oder Mithilfe – jede Unterstützung ist willkommen

Susanne Schneider und Monika Reese
Susanne Schneider und Monika Reese vom „Lindener Tisch“

Mit der Tafel in Linden ging es im Jahr 2013 richtig los – da wurde in einem angemieteten Flachbau am Dunkelberggang 7 in Linden-Mitte eine sogenannte „Suppenküche“ eröffnet. Mit Ausnahme eines derzeit vom Jobcenter bezahlten jungen Mannes handelt es sich durchweg um ehrenamtliche Mitarbeiter*innen. Angeboten wird hier Montag bis Freitag jeweils ab 12:30 Uhr ein abwechslungsreicher Mittagstisch. Zusätzlich findet zweimal die Woche für Menschen mit geringem Einkommen und Bedürftige eine Lebensmittel- und auch eine Tierfutterausgabe statt.

„Unsere Mitarbeitenden haben alle große Herzen,“ sagt Monika Reese, „und jede mögliche Unterstützung ist willkommen!“ Die Rentnerin ist seit über zehn Jahren für den Verein tätig. Ehrenamtlich war sie als Schriftführerin die rechte Hand von Bernd Konieczny. Dieser war lange Zeit 1. Vorsitzender des gemeinnützigen Trägervereins, er ist am 13. Juli 2025 verstorben. „Eine Trauerfeier für Bernd ist in Vorbereitung“, verrät Susanne Schneider, die jetzt zur 1. Vorsitzenden des Lindener Tisch e.V. gewählt worden ist.

Wohnungsgenossenschaft Gartenheim eG
Wohnungsgenossenschaft Gartenheim eG
Hildesheimer Straße 142
30173 Hannover

„Armut breitet sich in Deutschland immer mehr aus“, meint die neue Vereinsvorsitzende: „Wer, wenn nicht wir, tut etwas dagegen!“ Der Lindener Tisch betreue aktuell 86 Lindener Familien, davon etwa ein Drittel mit Migrationsgeschichte. Viele Rentner*innen, Alleinerziehende und auch Obdachlose seien dabei. Wer etwas von den vom Verein gepackten Lebensmittelkisten zu je drei Euro abhaben wollte, musste seine Bedürftigkeit nachweisen und sich registrieren lassen. „Leider sind unsere Kapazitäten erschöpft“, sagt Schneider: „Wir können derzeit niemanden mehr aufnehmen!“

Bundesweit unterstützen rund 1000 Tafeln fast zwei Millionen Bedürftige

Lebensmittelkiste - noch aufzufüllen
Lebensmittelkiste – noch aufzufüllen

Die Waren werden von Mitarbeitenden des Vereins mit drei Transportern zumeist von umliegenden Supermärkten abgeholt. Dabei kooperiert der Lindener Tisch mit anderen Tafeln, etwa in Ahlem oder in Springe. 1993 wurde in Berlin die erste deutsche Tafel eröffnet. Vorbild für die Gründer*innen war das New Yorker Projekt „City Harvest“ in den USA – Zielgruppe waren damals vorrangig Obdachlose. Inzwischen gibt es bundesweit 970 dieser Einrichtungen – fast zwei Millionen Menschen werden von ihnen unterstützt. Die Tafeln sind damit die größte sozial-ökologische Bewegung in Deutschland. Sie rettet vom Handel als unverkäuflich, aussortierte, aber noch verwertbare Lebensmittel und gibt diese an armutsbetroffene Menschen weiter.

Spendenkonto Lindener Tisch e.V.: IBAN DE55 2507 0024 0406 3186 00

Bildnachweis: Wolfgang Becker

3 Gedanken zu „Lindener Tisch: Suppenküche + Lebensmittel für Armutsbetroffene“

  1. Auch bei den wenigen Kontakten mit Bernd Konieczny, er war ein besonderer Mensch. Nicht einfach, unsere erste Begegnung: Was willst Du? Schluck. Aber schnell war klar, wie er es meint.
    Ich würde gerne mit meiner Stiftung eine Gedenkfeier unterstützen, er hat es verdient.

    Antworten
  2. Ich möchte mich hiermit herzlich an alle Ehrenamtlichen für ihre Arbeit und Engangement bedanken.

    Es wäre schöner, wenn in einem so reichen Land so etwas nicht notwendig wäre aber die Gelder fliessen leider meist in falsche Richtungen.

    Antworten
  3. Tafeln sollten eigentlich nicht nötig sein! Aber dadurch, dass sich der Regelsatz nach wie vor am Warenkorb von Geringverdienern bemisst, der auch deren tatsächlichen Bedarfe nicht deckt, wird sich daran nicht ändern. Davon müssen auch Menschen leben, die nicht mehr arbeiten und ihr Einkommen somit auch nicht mehr steigern können.

    Leider sind die Tafeln auch durch die steigende Aufnahme von Flüchtlingen überfordert und müssen andere Bedürftige abweisen. Hier sollte es eine bessere Lösung geben.

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3 Gedanken zu „Lindener Tisch: Suppenküche + Lebensmittel für Armutsbetroffene“

  1. Auch bei den wenigen Kontakten mit Bernd Konieczny, er war ein besonderer Mensch. Nicht einfach, unsere erste Begegnung: Was willst Du? Schluck. Aber schnell war klar, wie er es meint.
    Ich würde gerne mit meiner Stiftung eine Gedenkfeier unterstützen, er hat es verdient.

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  2. Ich möchte mich hiermit herzlich an alle Ehrenamtlichen für ihre Arbeit und Engangement bedanken.

    Es wäre schöner, wenn in einem so reichen Land so etwas nicht notwendig wäre aber die Gelder fliessen leider meist in falsche Richtungen.

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  3. Tafeln sollten eigentlich nicht nötig sein! Aber dadurch, dass sich der Regelsatz nach wie vor am Warenkorb von Geringverdienern bemisst, der auch deren tatsächlichen Bedarfe nicht deckt, wird sich daran nicht ändern. Davon müssen auch Menschen leben, die nicht mehr arbeiten und ihr Einkommen somit auch nicht mehr steigern können.

    Leider sind die Tafeln auch durch die steigende Aufnahme von Flüchtlingen überfordert und müssen andere Bedürftige abweisen. Hier sollte es eine bessere Lösung geben.

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