Mit Leerstandsmelder und Mietwucher-App aktiv werden

Sitzung Stadtteilforum Linden-Süd im Café Allerlei
„Was bringt uns konkret die neue Zweckentfremdungssatzung?“ Mit dieser Frage befassten sich die Akteur*innen bei der November-Sitzung

Die Bevölkerung in Linden-Süd kann sich jetzt aktiv am Vorgehen gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum beteiligen. Seit Juli ist auch in Hannover die Zweckentfremdung verboten und die Verwaltung hat Personal für diesen Bereich eingestellt, an die sich Bürger*innen wenden können. Mit dem digitalen Leerstandsmelder oder der Mietwucher-App für Hannover können sie ihre Hinweise nun auch direkt an die neue Stelle weiterleiten. Darauf machten die Ratsmitglieder Felix Mönkemeyer (DIE LINKE) und Dr. Daniel Gardemin (Bündnis 90/Die Grünen) bei der Sitzung des Stadtteilforums Linden-Süd aufmerksam. Bürgerbeteiligung sei wichtig, um Verdrängungsmechanismen in Stadtteilen entgegenzuwirken.

Die Initiative von DIE LINKE, Hannover, sie mit in die bundesweite Mietwucher-App zu integrieren, wurde begrüßt. „Ein Anfang ist gemacht, auch wenn noch viele Fragen offen bleiben – etwa, wie die Bearbeitung der Meldungen erfolgen wird“, fasste Quartiersmanager Carsten Tech die Auffassung der Beteiligten zusammen. Es sei daher bedauerlich, dass die Verwaltung ihre Teilnahme an dem Austausch kurzfristig abgesagt hatte, „obwohl wir mit den Mitarbeitenden darüber sprechen wollten, wie es mit den 20 Beispielen für Zweckentfremdung von Wohnraum weitergeht, die wir schon aufgelistet haben.“

Ein weiteres Instrument soll zudem ein digitaler Mietenmelder sein, den Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt beantragt haben. „Wir engagieren uns, weil wir gute und funktionierende Nachbarschaften als wichtigen Baustein für das soziale Miteinander in Linden-Süd wollen“, beschrieb die ehrenamtliche Sprecherin des Stadtteilforums, Marit Kukat, das Motiv für das Engagement in dem Themenfeld. Hilfreich sei langfristig eine übergreifende Karte für Wohnraum-Leerstand in Hannover.

NDR-Drehteam im Café Allerlei
Letzte Station für die NDR-Story war für Redakteurin Heike Schieder und ihr Team die Sitzung des Stadtteilforums.

Mit Spannung warten die Akteure nun auf den 1. Dezember 2025. Dann soll im Rahmen der Doku-Reihe des NDR der Film über Zweckentfremdung von Wohnraum in Linden-Süd ab 22 Uhr erscheinen. NDR-Redakteurin Heike Schieder schloss mit ihrem Team die Dreharbeiten in Linden-Süd mit einem Mitschnitt der Sitzung ab. Ihr nächster Stopp ist Brüssel, wo sich das Team mit Parlamentariern über die neuen EU-Vorschriften gegen kurzfristige Vermietung von Unterkünften austauschen will.

Bildnachweis: Katharina Kümpel

7 Gedanken zu „Mit Leerstandsmelder und Mietwucher-App aktiv werden“

  1. Wie viele überteuerte Wohnungen soll ich melden? Ich melde auch bei den üblichen Portalen Wohnungsangebote, die den Mietspiegel deutlich übersteigen als unseriös. Aber bringt das was?

    Wohnen darf nicht zum Privileg für Besserverdiener werden!
    Auch Leerstand muss bekämpft werden. Bei dauerhaftem Leerstand muss endlich eine Strafsteuer eingeführt werden und nicht noch eine Möglichkeit diesen beim Finanzamt abzuschreiben.

    Vermieter die zu fairen Mieten vermieten sollten höhere Förderungen für die Modernisierung bekommen, wer schon hohe Mieten verlangt, sollte die Kosten nicht auf die Mieter umlegen dürfen.

  2. Ein Freund berichtete mir von Hanau. Schönes Beispiel. Dort nutzt die Stadt das Vorkaufsrecht bei jeder Immobilie. Dann verkauft sie selber unter Gesichtspunkten der funktionierenden Infrastruktur. Man kann ja Bedingungen (Einhaltung von Mietpreisen z.B.) Wer, was macht der Käufer damit? Privat oder Investoren? So kann jede Stadt etwas für die Bewohner tun und Einfluß nehmen!

  3. Es ist leider üblich in diesem Land geworden, dass wirtschaftlich und sozial schlechter dastehende Menschen von Leute, die mehr Geld haben, herum geschubst werden. Gleichheit unter Menschen ?! – ein Begriff aus grauer Vergangenheit.

  4. Ach, was waren das für schöne Zeiten, als „Hausbesetzungen“ in aller Munde und zum täglichen Stadtbild gehörte. Ich hoffe, dass diese Zeiten wiederkommen……

  5. Meldungen an die Verwaltung, einfach lächerlich! Zur Coronazeit habe ich über den Mißstand des Testzentrums im Hinterhof beim Apollokino aufmerksam gemacht. Zugang nur enge Kellertreppe, Kellerräume ohne Fenster usw. Bei den Beurteilungen wurde von vielen Personen Mängel dieser Lokation beanstandet. Was wurde gemacht? Gar nichts! Also was soll diese „Bürgerbeteiligung“?

  6. Mietleerstand ….. ich frage mich was damit bezweckt wird, wenn ein Mehrfamilienhaus in der Limmerstrasse nach der Kernsanierung, mit zwei neuen seriösen Geschäfte, seit zwei Jahren nicht allzu grosses Interesse hat Mietwohnungen zu vermitteln.
    Unter Immobilienportalen taucht keine der leer stehenden Wohnungen auf.
    Das fällt einem auf, wenn man genau neben an wohnt und selbst auf Wohnungssuche ist.

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7 Gedanken zu „Mit Leerstandsmelder und Mietwucher-App aktiv werden“

  1. Wie viele überteuerte Wohnungen soll ich melden? Ich melde auch bei den üblichen Portalen Wohnungsangebote, die den Mietspiegel deutlich übersteigen als unseriös. Aber bringt das was?

    Wohnen darf nicht zum Privileg für Besserverdiener werden!
    Auch Leerstand muss bekämpft werden. Bei dauerhaftem Leerstand muss endlich eine Strafsteuer eingeführt werden und nicht noch eine Möglichkeit diesen beim Finanzamt abzuschreiben.

    Vermieter die zu fairen Mieten vermieten sollten höhere Förderungen für die Modernisierung bekommen, wer schon hohe Mieten verlangt, sollte die Kosten nicht auf die Mieter umlegen dürfen.

  2. Ein Freund berichtete mir von Hanau. Schönes Beispiel. Dort nutzt die Stadt das Vorkaufsrecht bei jeder Immobilie. Dann verkauft sie selber unter Gesichtspunkten der funktionierenden Infrastruktur. Man kann ja Bedingungen (Einhaltung von Mietpreisen z.B.) Wer, was macht der Käufer damit? Privat oder Investoren? So kann jede Stadt etwas für die Bewohner tun und Einfluß nehmen!

  3. Es ist leider üblich in diesem Land geworden, dass wirtschaftlich und sozial schlechter dastehende Menschen von Leute, die mehr Geld haben, herum geschubst werden. Gleichheit unter Menschen ?! – ein Begriff aus grauer Vergangenheit.

  4. Ach, was waren das für schöne Zeiten, als „Hausbesetzungen“ in aller Munde und zum täglichen Stadtbild gehörte. Ich hoffe, dass diese Zeiten wiederkommen……

  5. Meldungen an die Verwaltung, einfach lächerlich! Zur Coronazeit habe ich über den Mißstand des Testzentrums im Hinterhof beim Apollokino aufmerksam gemacht. Zugang nur enge Kellertreppe, Kellerräume ohne Fenster usw. Bei den Beurteilungen wurde von vielen Personen Mängel dieser Lokation beanstandet. Was wurde gemacht? Gar nichts! Also was soll diese „Bürgerbeteiligung“?

  6. Mietleerstand ….. ich frage mich was damit bezweckt wird, wenn ein Mehrfamilienhaus in der Limmerstrasse nach der Kernsanierung, mit zwei neuen seriösen Geschäfte, seit zwei Jahren nicht allzu grosses Interesse hat Mietwohnungen zu vermitteln.
    Unter Immobilienportalen taucht keine der leer stehenden Wohnungen auf.
    Das fällt einem auf, wenn man genau neben an wohnt und selbst auf Wohnungssuche ist.

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