Sobald der Winterschlaf vorbei ist, fallen wir dann in den Sommerschlaf? Vielleicht sind wir gar nicht wach? Vielleicht schlafen wir gar nicht? Der Übergang von Traum und Tod ist fließend, und mittendrin ein weiblicher Akt und die Augen eines wilden Tieres.
Diese Stimmung begegnet einem in den Bildern von Irene Klaffke (1945–2021). Sie selbst nannte ihr Konzept: „erzählendes Malen und Zeichnen in unterschiedlichen Techniken“. In Öl, Acryl, Aquarell, Mischtechnik, Federzeichnung und Linoldruck strahlen ihre Werke den Prozess des Experimentierens und eine große Lebendigkeit trotz düsterer Themen aus, und so wie sie oft vorher selbst nicht wusste, wie das fertige Bild aussehen würde, so nimmt sie den Betrachter mit auf eine Entdeckungsreise in die menschliche Psyche oder zeitgenössische Literatur.
Die Ausstellung bei metavier präsentiert ein Gesamtkunstwerk bestehend aus den Bilder von Irene Klaffke, den von Cornelius van Alsum ins deutsche übersetzten Texte des Dichters António Duarte Gomes Leal sowie der hierzu komponierten Orgelmusik von Christine Kappe.
Irene Klaffke studierte „Freie Malerei und Freie Grafik“ an der Fachhochschule Hannover. Von 2018 bis zu ihrem Tod war sie Mitglied der Künstergruppe „Brisenvögel“, zu der auch Cornelius van Alsum und Christine Kappe gehören.
Cornelius van Alsum (*1976) ist Historiker und Archivar, schreibt Lyrik und Prosa und gibt die Literaturzeitschrift „kalmenzone“ heraus. Er übersetzte 60 Sonette des portugiesischen Dichters António Duarte Gomes Leal (1848–1921) erstmals ins Deutsche. Das Buch erschien vor wenigen Monaten in der edition offenes feld.
Christine Kappe (*1970) studierte Sprachwissenschaft und Geschichte und veröffentlichte Lyrik, Prosa und Theaterstücke, zu denen Irene Klaffke Bilder gemacht hat. 2022 erhielt sie ein Kirchenmusikstipendium für das Fach Orgel. Sie wurde von dem mystischen Charakter der Gedichte Leals zu Kompositionen angeregt.