Mohamed Ali Oukassi: Frauen in der E-Commerce-Branche kaum vertreten

Ali Oukassi im GesprächNun leben wir in einer modernen und eigentlich sehr fortschrittlichen Welt, und trotzdem entwickeln sich manche Dinge nur langsam oder scheinbar gar nicht weiter. Wenn es um die Geschlechterrollen in der Gesellschaft geht, haben natürlich einige Fortschritte stattgefunden. So stehen Frauen theoretisch heute alle Wege genauso wie den Männern offen. Nach wie vor, das mag theoretisch der Fall sein, aber in der Praxis sieht man doch häufig noch die typischen Rollenklischees.

Immer noch bleiben Frauen häufiger zu Hause oder arbeiten nur in Teilzeit, um sich um den Nachwuchs und den Haushalt kümmern zu können. Und auch immer noch sind in den diversen Berufen entweder hauptsächlich Männer oder Frauen vertreten. So trifft man in vielen sozialen Bereichen mehr Frauen an (etwa Grundschullehrer(innen), Kindergartenerzieher(innen), viele Berufe in der Pflege und Betreuung). Dann gibt es wiederum die typischen Männerberufe (unter anderem Pilot(innen) und etliche handwerkliche Berufe). Dass es so ist, wird bestimmt mit daran liegen, dass seit Generationen gewisse Jobs schon immer unter den Geschlechtern aufgeteilt waren (ob nun berechtigt oder nicht) und dass sogar die junge heutige Generation sich immer noch schwer damit tut, dies zu ändern. So ist die Rede davon, dass vor allem Frauen sich nicht trauen würden – obwohl sie es sicherlich schaffen könnten –, bestimmte Arbeiten zu übernehmen.

Der Frauenmangel in der E-Commerce-Branche

Wenn man sich z. B. einmal die E-Commerce-Branche, oder auch weitergefasst die gesamte IT-Branche anschaut, kann man schon auf den ersten Blick feststellen, dass dort ebenso ein regelrechter Frauenmangel herrscht. So sollen gerade einmal ca. zwanzig Prozent der IT-Studierenden weiblich sein. Auch hier sollen Experten dafür die alten Rollenbilder und eine fehlende Frühförderung an Schulen verantwortlich machen, um ebenso die Mädchen für die Digitalisierung begeistern zu können. Dabei soll das weibliche Potenzial dringend benötigt werden, gerade auch, um der Entwicklung eines sich immer stärker abzeichnenden Fachkräftemangels entgegenzuwirken.

Street Life Kiosk
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Limmerstraße 39
30451 Hannover

eBakery – Beispiel für einen Schritt in die richtige Richtung

Auch Mohamed Ali Oukassi (eBakery) ist aufgefallen, dass in der E-Commerce-Branche kaum Frauen vertreten sind. Deswegen möchte er mit seiner Agentur aktiv gegensteuern und gezielt nach Bewerberinnen suchen. Dafür ist Mohamed Ali Oukassi bereits einen ersten Schritt gegangen: Über ein ERASMUS-Programm der EU warb er eine italienische Studentin für seine E-Commerce-Agentur an – diesen Schritt ging er, da es auf dem deutschen Markt tatsächlich keine geeigneten Bewerberinnen zu geben schien.

Bei Mohamed Ali Oukassi handelt es sich um den Gründer und Inhaber der E-Commerce-Agentur eBakery. Aktuell möchte er über den deutschsprachigen Raum hinaus Geschäfte machen und sich verstärkt in ganz Europa aufstellen. Deswegen will Oukassi sich auch darum kümmern, Kunden aus verschiedenen Sprachräumen zur Verfügung zu stehen. Damit man heutzutage international gut aufgestellt ist, muss man jedoch auch mögliche Sprachbarrieren beseitigen. Auch sollten dafür Webauftritte und geschäftliche Papiere sowie das Marketing dementsprechend überarbeitet und angepasst sein. Für diese Herausforderung erschien es also sehr sinnvoll, eine weitere Fachkraft, speziell für die aufgezählten Aufgaben einzustellen. Dabei konnte auch gleichzeitig eine spannende Bildungschance geboten werden. Gerne und bewusst sollte diese Aufgabe eine Frau bekommen. Mithilfe des sogenannten ERASMUS-Programms konnte Mohamed Ali Oukassi mit einer italienischen Studentin, Maria Teresa, in Kontakt kommen, die sich über das besagte Programm bei eBakery beworben hatte. Maria Teresa ist eine studierte Übersetzerin und brachte neben dem Studium noch weitere perfekte Voraussetzungen mit, die für die Firma eBakery bei den anstehenden Aufgaben bedeutungsvoll sind. Die Italienerin erhofft sich zudem, sich selbst weiterentwickeln zu können und ihr Wissen im Bereich E-Commerce zu verbessern. Somit wäre damit eine „Win-Win-Situation“ für beide Seiten gegeben.

eBakery Inhaber Mohamed Ali Oukassi
eBakery Inhaber Mohamed Ali Oukassi

Ali Oukassi meint dazu:
Frauen sind in der deutschen E-Commerce-Branche kaum vertreten! Dies musste ich insbesondere im Zuge des letzten Bewerbungsprozesses feststellen und mich daher international umschauen. Ein Förderprogramm der EU ermöglichte es mir, eine motivierte Kollegin aus Italien an Bord unseres Teams zu holen.

Als eine spezialisierte E-Commerce-Agentur steht eBakery seinen Kunden bei der Konzeption, Planung und Umsetzung von Onlineshops sowie bei dem Online-Marketing zur Verfügung – einschließlich der Schnittstellen zu den wichtigsten Verkaufsportalen und Marktplätzen im Internet wie beispielsweise eBay, Amazon oder Hood.de.

Frauen gibt es in der Geschichte der Computerentwicklung einige

Schön, dass es anscheinend Firmen und Firmeninhaber gibt, die erreichen wollen, dass verstärkt Frauen in die IT-/E‑Commerce-Bereiche geholt werden. Dabei ist es ja gar nicht so, als ob es in der Geschichte der Computerentwicklung keine weiblichen Vorbilder gegeben hätte. Genau das Gegenteil soll sogar der Fall sein. Man könnte dafür unter anderem die amerikanische Informatikerin Grace Hopper nennen, die nach dem Zweiten Weltkrieg an den ersten Computern tüftelte und später auch im Dienst der US-Marine Programmiersprachen entwickelt haben soll.

Leider sind heute Frauen in der IT-Welt nach wie vor eher eine Seltenheit. Im Fach Informatik dominieren an deutschen Universitäten noch immer Männer. Ein Grund, warum es so wenige Frauen für Informatik und die IT-Berufe gibt, soll sein, dass es häufig noch etwas mit der Erziehung und quasi antrainierten Rollenbildern zu tun hat. So herrscht wohl immer noch das Vorurteil, dass Technik nichts für Mädchen sei. Da muss wohl noch einiges schon vom Kindesalter an verändert werden.

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