Keine freien Grundstücke im Lindener Hafen?

Lindener Hafen
Lindener Hafen – Nur ein einsamer Stehpaddler, aber kein Schiff weit und breit

Im Programm von Marc Hansmann, dem OB-Kandidat der SPD heißt es, „Wir nutzen die neuen Baugebiete in Stöcken, Misburg und am Lindener Hafen als Reallabore für das Wohnen und Arbeiten der Zukunft. Wir nutzen den Misburger Hafen als Ersatz für den Lindener Hafen und identifizieren weitere Wohnbauflächen in Hannover.“ Daran gab es Kritik in der HAZ, der hier widersprochen wird:

Im Bereich des Lindener Hafens zwischen Hafenbecken und vorhandenen Wohnbebauung an der Straße Am Lindener Hafen gibt es seit vielen Jahren einen großen Anteil an Brachflächen. Veröffentlichte Behauptungen, dass es keine freien Grundstücke und keinen Leerstand gibt (HAZ, 26.06.19), stimmen nicht. Das zeigen die Bilder.

Der Neubau der Wabco Akademie ist eher eine Ansiedlungsausnahme. Akademie und Wohnnutzung in der Nachbarschaft sind unproblematisch und stören sich nicht gegenseitig.

Aber sind großflächige Schrott- und Recyclinglager für eine so attraktive city- und wohngebietsnahe Lage und noch dazu am Wasser eine angemessene Nutzung für solche Flächen? Der Vorschlag von Mac Hansmann geht in die richtige Richtung und er traut sich die richtigen Schlüsse aus der endgültigen Absage des Bundes an einen Schleusenausbau zu ziehen. Als Hafen hat das Gebiet keine Zukunft.

Papenburgs Preispolitik hat viele sozial orientierte Investoren in der Wasserstadt vertrieben. Weil der Lindener Hafen weitgehend in der Hand des städt. Eigenbetriebes ist, könnte man solche Probleme vermeiden. Wichtig wäre im Interesse einer langfristigen sozialen Stabilisierung des Wohnungsmarktes die Stärkung der Gemeinwirtschaft. Die Stadt könnte mit einem Bündnis hannoverscher Wohnungsgenossenschaften und der kommunalen Hanova ein soziales und in den Nutzungen gemischtes Bebauungskonzept entwickeln. Es muss sich schrittweise, dem Umstrukturierungsprozess vom Gewerbe- zum gemischten Wohngebiet folgend, umsetzen lassen. Attraktiv und belebend für das neue Quartier wäre es auch, Arbeiten und Wohnen unter einem Dach zu ermöglichen. Insgesamt bietet das Gebiet viel Charme und große Chancen.

Eine Ausweisung des Bereiches zwischen Hafenbecken und der Straße Am Lindener Hafen als Mischgebiet, wäre ein richtiger und wichtiger erster Schritt. Ein Mischgebiet könnte auch Konflikte zwischen dem Gewerbegebiet auf der anderen Hafenbeckenseite und der vorhandenen Wohnbebauung Am Lindener Hafen mindern.

Ernst Barkhoff

Bildnachweis: Ernst Barkhoff