Erinnerung an die toten Kinder der Zwangsarbeiterinnen in Hannover

Anlässlich des Jahrestages der ersten Beisetzung eines der Opfer auf dem Stadtfriedhof Seelhorst erinnert der Bereich städtische Friedhöfe am Freitag, dem 14. September, mit einer Gedenkveranstaltung an das Schicksal dieser Kinder.

Beginn ist um 15 Uhr mit einer Führung zu den Gräbern der toten Kinder der hannoverschen Zwangsarbeiterinnen. Treffpunkt ist am Haupteingang des Stadtfriedhofs Seelhorst in der Garkenburgstraße. Um 16 Uhr wird am Denkmal zur Erinnerung an die toten Kinder im Rahmen einer ökumenischen Andacht mit musikalischer Begleitung der Opfer gedacht.

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung ist das Friedhofsmuseum auf dem Seelhorster Friedhof geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Das Schicksal der Kinder hannoverscher Zwangsarbeiterinnen im Zweiten Weltkrieg:

Eduard, Kind einer polnischen Zwangsarbeiterin, wurde am 22. Juli 1943 im so genannten Ausländerwöchnerinnenheim „Schulenburger Mühle“ in Godshorn geboren und starb am 26. August 1943. Am 2. September 1943 wurde Eduard als erstes Kind aus dem Wöchnerinnenheim auf dem Stadtfriedhof Seelhorst beigesetzt, und zwar in einem regulären Reihengrab. Ihm folgten weitere 278 Säuglinge und Kleinkinder, die allerdings gemeinsam ihre letzte Ruhe in der heutigen Kriegsgräberanlage fanden. Die Kinder verstarben aufgrund mangelnder Fürsorge – als so genanntes „unwertes Leben“ hatten sie ohne ihre Mütter, die nach der Entbindung gleich wieder ihre Zwangsarbeit aufnehmen mussten, kaum Überlebenschancen in der Obhut deutscher BefehlshaberInnen. Bereits seit 2006 finden jährlich Veranstaltungen auf dem Stadtfriedhof Seelhorst zum Gedenken an das Schicksal der verstorbenen Babys (und damit auch ihrer Mütter) statt.