3,7 Millionen teurer Modulbau soll Raumnot der IGS vorerst beseitigen

1971 wurde die Integrierte Gesamtschule, kurz IGS, in Linden-Mitte eröffnet. Seitdem sind 48 Jahre vergangen und ein Neubau wäre dringend an der Zeit. Raumprobleme machen es schon lange erforderlich, dass verschiedene Klassen der Schule am Lindener Berg auf Räumlichkeiten der Ihmesschule verteilt werden müssen. Statt dem benötigten Neubau wird vorerst eine Modulanlage in Holzbauweise mit Kosten von 3,7 Millionen Euro das Platzproblem für die nächsten zehn Jahre lösen. Schulvertreter und Bezirksrat machen sich dennoch weiter stark dafür, dass der Neubau doch noch realisiert wird.

Modulbau soll Ende 2020 fertig sein

IGS Linden
IGS Linden
Mit einem Modulbau in Holzbauweise will die Stadt jetzt die Raumnot am IGS Linden angehen. Die Kosten für diese Konstruktion, die auf der Asphaltfläche im hinteren, südlichen Teil des IGS-Schulhofes ihren Platz finden soll, werden mit 3,7 Millionen beziffert. Der Startschuss für die Bauarbeiten fällt im Juni dieses Jahres, bis Ende Mai 2020 soll die Anlage fertiggestellt sein. Mindestens zehn Jahre Standzeit sind vorerst geplant. Das ist mehr als eine Übergangslösung.

Jörg Gronemann vom städtischen Baumanagement versichert: „Es wird kein Behelfsbau“. Der zweigeschossige Modulbau soll über sechs Unterrichtsräume, zwei Differenzierungsräume und einen Bereich für die Lehrkräfte verfügen. Weiterhin wird ein Fahrstuhl im Haupttrakt der IGS installiert, der einen Ausstieg zum Schulhof ermöglicht. So ist ein barrierefreier Zugang zur Modulanlage garantiert. In Sachen Optik und Design wird der Mobilbau an die Holzbauten an der Steigertahlstraße angelehnt sein, die durch ihre bunten Fassadenelemente hervorstechen.

IGS-Vertreter und Bezirksrat kämpfen weiter für den Neubau

Auch, wenn es laut Baumanagement keine Behelfslösung sein wird, so bleibt der Neubau weiterhin wichtiges Thema für Schulvertreter und Bezirksrat. Er soll nun schnellstens realisiert werden. Die Stadt ist von solchen Plänen noch meilenweit entfernt. Die Verantwortlichen sagten bisher lediglich Sanierungsmaßnahmen für die bestehenden maroden Gebäude in Höhe von etwa 14 Millionen Euro zu.

Gronemann sieht hier keine zügigen Optionen für einen Neubau, allein schon die Vorlaufzeit von der Planung über die Finanzierung bis zur Umsetzung nimmt zehn bis fünfzehn Jahre Zeit in Anspruch. Die Stadt definiert die Standzeit der Modulanlage solange, bis neue Räume durch Erweiterungsbauten oder Umstrukturierungen am bzw. im Hauptgebäude verfügbar sind. Der Bezirksrat will sich weiter vehement für die Neubauplanung einsetzen. Dazu haben alle Fraktionen einen gemeinsamen Antrag vorbereitet, über den am 27. März abgestimmt wird. Inhalt: Ein externes Planungsbüro soll die bis dato von Initiativen aus dem Stadtteil sowie der Politik vorgebrachten Neubauvarianten prüfen.

Vier Neubau-Vorschläge sollen überprüft werden

Bei den Initiatoren für den Neubau bleibt es nicht bei leeren Phrasen, stattdessen hat man sich jede Menge Gedanken gemacht. Nun liegen vier interessante Vorschläge für den IGS-Neubau vor. Der frühere SPD-Ratsherr Ernst Barkoff brachte die Idee der Überbauung des Westschnellweges ein, um Fläche für den Neubau zu gewinnen, der mit einem Freizeitheimneubau kombiniert werden könnte. Die Schule schlägt vor, das alte Gebäude nach Südosten zu erweitern. Architekt Gerd Runge sieht Potential in der Nutzung von weiteren Flächen im Von-Alten-Garten für das Neubauprojekt. Die SPD-Bezirksfraktion kann sich das bisher brachliegende Gewerbegebiet an der Bernhard-Caspar-Straße als neuen Standort für die IGS vorstellen. Im Bezirksrat ist eine baldige Anhörung zu diesen Vorschlägen mit Vertretern der Verwaltung als auch der Schule geplant.

Bildnachweis: Achim Brandau