Einwohnerversammlung Linden-Limmer im Foyer der Hanomag – ein Fazit

Oberbürgermeister Stephan Weil

Oberbürgermeister Stephan Weil

Ein weiteres Thema war das sogenannte Calenberger Loch, also die Abgrabung des Uferbereiches entlang der Ihme zum Zwecke des Hochwasserschutzes. Auch hier sieht sich die Stadt in einer Zwangslage. Diese Maßnahme soll die einzige Möglichkeit darstellen, dass ein Jahrhunderthochwasser in Hannover nicht wieder verehrende Auswirkungen hat. Dafür sollen 25 Millionen Euro ausgegeben werden. Unter anderem werden 80.000 Kubikmeter Erde bewegt und etwa 100 Bäume gefällt. Das eine solche Hochwasserschutzmaßnahme ausgerechnet im am dichtesten besiedelten Raum von Niedersachsen umgesetzt werden muss, wird von der „Bürgerinitiative gegen das Calenberger Loch“ stark angezweifelt. Sicherlich wären auch Maßnahmen entlang des Oberlaufes der Leine denkbar.

Auch die Diskussion um Hochbahnsteig oder Niederflurlösung wurde kurz angerissen. Neue Erkenntnisse ergaben sich daraus allerdings auch nicht. Herr Weil räumte aber ein, dass ein Hochbahnsteig auf der Limmerstraße für ihn nur schwer vorstellbar ist. Wie eine akzeptable Lösung für alle Bürger des Stadtbezirkes aussehen könnte, ließ er aber offen.

Besonders interessant war das Thema Ihmezentrum, wenn auch erst im nachhinein. Auf der Einwohnerversammlung hob Herr Weil das Engagement der Stadt und der Stadtwerke hervor, die mit ihren Mitarbeitern einen großen Teil der Büroflächen belegen. Auf der fast zeitgleich stattfindenden Eigentümerversammlung des Ihmezentrum drohte Herr Mönninghoff den Anwohnern mit Abzug der Stadtverwaltung, falls diese nicht das Sanierungskonzept der Landesbank Berlin mittragen. Dennoch sollen der Gehweg entlang der Blumenauer Straße sowie die Querung durch das Ihmezentrum in Richtung Calenberger Neustadt mit städtischen Geldern in Millionenhöhe saniert werden.

Es folgten weitere Projekte wie die Revitalisierung des Hanomaggeländes, die Wasserstadt Limmer und auch der Stichweh Leinepark war noch auf der Liste. Viel Neues war auch zu diesen Projekten und Baustellen nicht zu erfahren.

Anschließend nahm Stadtbaurat Uwe Bodemann zu den eingereichten Fragen Stellung.

Darunter auch meine Frage zu den Kosten des Umbaus am Küchengarten. Laut der Verwaltung soll der Umbau seit Beginn im Jahr 2003/2004 1,55 Millionen Euro gekostet haben. Davon entfielen 40.000 Euro auf die Planung. Interessanterweise hat also der Umbau des Platzes über mehrere Jahre nicht einmal halb soviel gekostet wie für einen Hochbahnsteig veranschlagt wird.

Nächster Punkt war das Thema Spielhaus. Wie die Stadt die Betroffenen konkret unterstützen will oder kann, blieb auch dabei offen. Oberbürgermeister Weil betonte, dass man mit dem Träger Caritas im Gespräch ist und nach Löungen sucht. Wie die Stellen, die das Spielhaus benötigt, erhalten werden sollen, ist weiterhin völlig offen. Ein Entzug der Zuschüsse würde laut Herrn Weil die Caritas nur zu weiteren Kürzungen zwingen.

Wir brauchen das Spielhaus

Wir brauchen das Spielhaus

Keine Lösung von der Stadt

Keine Lösung von der Stadt

 

Zur Problematik der Büchereischließung tauschten Herr Wiezer und Herr Weil einmal mehr ihre Standpunkte aus.

Eine Diskussion drehte sich um die Ampelanlage an der Fössestraße, die laut der Verwaltung inzwischen für Fußgänger optimiert worden sein soll. Letztlich wurden mit dem erneuten Umbau der Fußgängerquerung die Probleme wieder geschaffen, die durch den letzten Umbau beseitigt worden sind.

Fazit: Eine schön inszenierte Veranstaltung der Stadtverwaltung, die keinerlei Fragen beantwortet hat.