Konzert am Ewigkeitssonntag

St. Nikolai Kirche

St. Nikolai Kirche

20.11.2011 um 17 Uhr in St. Nikolai, H-Limmer, Sackmannstr. 26

… allen Kummer wenden …“

Die Bezeichnung Ewigkeitssonntag für den letzten Sonntag im Kirchenjahr ist denen, die sich mit Schmerz an den Verlust eines Menschen erinnern, vielleicht ferner als die alte Bezeichnung „Totensonntag“.

Eine Totenmesse (Requiem) mit ihren Jahrhunderte alten Texten ist das gottesdienstliche Ritual des Abschiedes mit der Bitte um ewigen Frieden für die Toten und damit eine Phase des Abschieds- und Trauerprozesses. Das Requiem in Es-Dur für Chor, Solisten und Orchester von Johann David Heinichen (1683-1729) ist eine „Gedächtnismesse“, die er 1726 als Auftragswerk zum Todestag Kaiser Josephs I. komponiert und aufgeführt hat.

Der Leipziger Thomasschüler, der zunächst als Jurist arbeitete, hat später mit großem musikalischen Erfolg in Italien Opern komponiert.

Er wurde 1716 in Venedig vom sächsischen Kurprinzen, dem Sohn Augusts des Starken, als Kapellmeister nach Dresden verpflichtet, wo er auch Kirchenmusik komponieren und aufführen sollte. Das Requiem ist ein vielfältiges, abwechslungsreiches Werk im damals modernen italienischen Stil mit Chören, empfindsamen gefälligen Arien und selbständigem Orchesterpart einerseits; andererseits basieren einige Chöre auf gregorianischen Choral-Melodien oder sind als Motetten und Fugen komponiert, in denen das Orchester die Stimmführung des Chores unterstützt.

Die Kantate „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ (BWV 93) von Johann Sebastian Bach (komponiert 1724) basiert in allen Teilen auf dem Lied von Georg Neumann, wie wir es aus dem Gesangbuch kennen. Jedoch hat Bach den Choral seinen Intentionen entsprechend verändert, verziert, erweitert oder verkürzt, teilweise umdichten lassen.

Die textlichen Ergänzungen verdeutlichen die Gefühle des sorgenvollen, niedergedrückten,

zweifelnden Menschen. Was macht es mit uns, wenn wir im Schmerz verharren, wenn wir uns ganz und gar verlassen fühlen? Es gibt Antworten: unsere Traurigkeit wird nur größer, wenn wir nicht mehr hoffen, nicht mehr glauben, dass „Gott, der sich uns ein Vater nennt, endlich allen Kummer wenden (wird) und seinen Kindern Hilfe sendet“. Diese Tenor-Arie, ein menuettartiger, fröhlicher Satz, folgt mit kindlichem Vertrauen der Empfehlung des vorangehenden Satzes: „drum tut ein Christ viel besser, er trägt sein Kreuz mit christlicher Gelassenheit“. Möge unser Musizieren dazu beitragen!
Ihre Cornelia Schweingel

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